Zaunrübe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Zaunrübe gehört zur Familie der Kürbisgewächse. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Bryonia alba und Byonia dioica (weiße und rote Zaunrübe). Aufgrund ihrer giftigen Wirkung wird die Wildpflanze ausschließlich in der Homöopathie verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Zaunrübe

Die giftige Wildpflanze wächst oberirdisch mit stark rankenden Trieben. Aus den weißen Blüten entwickeln sich bei den weiblichen Pflanzen rote beziehungsweise schwarze Beeren. Die massive, unterirdische Rübenwurzel wirkt sehr gut gegen Rheuma. In Mittel- und Südeuropa sind zwei Arten der Zaunrübe anzutreffen. Die zweihäusige rote Zaunrübe mit roten Beeren ist öfters anzutreffen, als die einhäusig weiße Zaunrübe mit schwarzen Beeren, die vorzugsweise im Mittelmeerraum wächst. Die dicke, rübenartige Wurzel ist der Namensgeber der Wildpflanze.

Im Frühjahr kann die Teufelsrübe bis zu vier Meter in die Höhe schießen. Um diese Höhe zu erreichen, benötigt sie Kletterhilfen wie Hecken, Mauern oder Zäune. Diese Wachstumsart verweist auf die griechische und deutsche Namensgebung. „Bryo“ steht für „sprießen“, was ein schnelles Höhenwachstum bedeutet. Die Bezeichnung „Zaunrübe“ charakterisiert sowohl die Wurzelart als auch den Standort. Ihre Ranken wachsen schnell und können andere Pflanzenarten überwuchern und somit zu einer Bedrohung werden. In Weinbergen ist die Zaunrübe ein gefürchtetes Unkraut.

Die Blätter sind herzförmig geklappt, sie sehen Wein- oder Hopfenblättern ähnlich, sind jedoch rau und behaart. In der Zeit von Juni bis September blüht die Zaunrübe mit kleinen grün-weißen Blüten. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Die männlichen Blüten haben die Form von langstieligen Trauben, die weiblichen wachsen in kleinen Büscheln. Nur die weiblichen Blüten entwickeln die roten oder schwarzen Beeren.

Sie wachsen zuerst in grüner Farbe und wechseln ihr Aussehen später in das typische leuchtende Rot oder Schwarz. Das Kürbisgewächs ist auch unter den volkstümlichen Namen Weißer Enzian, Zaunrebe, Zaunranke, Teufelsrübe, Gichtwurzel, Feuerwurzel und Heilige Rübe bekannt.

Wirkung & Anwendung

Der Einsatz der Zaunrebe bewährt sich gegen Beschwerden in allen Körperbereichen. Sie wirkt schweißtreibend, abführend, schleimlösend und schmerzlindernd. Ihre Heilkraft hat sich bewährt bei Migräne- und Grippe-Kopfschmerz, sowie bei Brustdrüsenentzündung (Mastitis, Mastadenitis), trockenem und schmerzhaftem Husten, Entzündung der Atemwege, Lungenentzündung, Rhinopharyngitis (Entzündung der Rachenschleimhaut), Rippenfellentzündung.

Auch Erkrankungen in der Magen-Darm-Gegend wie Blähkolik, Magenschmerzen, Lebererkrankungen und Verstopfung können mit der Zaunrebe gelindert werden. Bei Gliederschmerzen als Folge von Gicht, Rheuma, Arthritis, Tennisarm, Achillessehnenentzündung oder Verspannung im Nacken gilt ihre Anwendung als bewährt. Zudem lindert sie Rückenschmerzen, Ischias-Beschwerden, Sehnenscheidenentzündung und Schmerzen bei einem Hexenschuss.

Auch die Psyche profitiert von ihrer Wirkung bei Angst, Sorgen und Schlafstörungen. Kinderkrankheiten wie Röteln, Masern können mit der Zaunrübe ebenso behandelt werden wie trockene Augen oder eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis). Als Inhaltsstoffe wirken Alkaloide, Bryonicin, Bryonin, Bittere Glykoside, Bitterstoff, Triterpene, Gerbstoff und Saponine.

Die Bezeichnung „Zaunrübe“ charakterisiert sowohl die Wurzelart als auch den Standort.

Die Sammelzeit ist im Frühjahr, verwendet werden die Wurzeln. Das Krankheitsbild ist charakterisiert durch trockene Schleimhäute, das Halten der Brust während eines starken Hustenanfalls, stechende Schmerzen, Durst auf kalte Getränke, harten Stuhlgang und rissige Lippen. Das homöopathische Erscheinungsbild von Bryonia ist ein oft dunkelhaariger Typ mit fahlem Teint, der häufig von Existenzängsten geplagt ist.

Er schwitzt auch bei geringer Anstrengung und in kalter Luft. Menschen, bei denen eine Behandlung indiziert ist, leiden oft unter linksseitigen Kopfschmerzen, die sich von dort aus über den Hinterkopf im ganzen Körper ausbreiten. Sie beschäftigen sich häufig mit materiellen Werten und sind ständig der Meinung, ihre Aufgaben noch nicht zufriedenstellend erledigt zu haben. Die Zaunrebe ist als homöopathisches Arzneimittel in Form von Tabletten, Globuli, Tropfen und Dilution erhältlich.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Von der eigenverantwortlichen Verwendung der Zaunrübe ist aufgrund ihrer giftigen Wirkung abzusehen. Bei leichten Vergiftungserscheinungen kommt es zu Durchfall und Erbrechen. Stärkere Vergiftungen ziehen Entzündungssymptome nach sich. Es kommt zu übermäßiger Durchblutung, die Schleimhäute können Blutungen aufweisen. Auch werden Störungen des zentralen Nervensystems und tatanusartige Krämpfe beobachtet. Herzrasen kommt vermehrt vor, die in seltenen Fällen zum Tod führen können. Der Besuch beim Arzt ist indiziert.

Günstig auf den Allgemeinzustand wirkt sich ein Erbrechen aus. Aufgrund der giftigen Wirkung seiner giftigen Pflanzenbestandteile wird der Weiße Enzian ausschließlich als Fertigpräparat, in homöopathischer Form, als Salbe oder Tinktur angeboten. Die homöopathische Darreichungsform ist D6 bis D12. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Bryonia alba (weiß Zaunrübe) wesentlich wirkungsvoller ist als Bryonia dioica (rote Zaunrübe). Während der Schwangerschaft werden homöopathische Präparate bei starker Verstopfung (Obstipation), Kopfschmerzen und schmerzenden Brüsten verabreicht.

Allgemein handelt es sich um ein Homöopathikum mit Breitbandspektrum, da seine Wirkung über die übliche Anwendung hinausgeht. Bryonia Alba kann mit anderen homöopathischen Arzneimitteln kombiniert werden, um die Behandlung diverser Erkrankungen zu vervollständigen. Um die Wirkung nicht einzuschränken oder in eine Arzneimittelprüfung mit anderen homöopathischen Arzneimitteln zu gelangen, sollte die eigenverantwortliche Einnahme nur dann erfolgen, wenn ausreichende Kenntnisse auf diesem Gebiet vorhanden sind.

Ratsam ist die Beratung eines Homöopathen, um eine maximale, individuelle Wirkungsweise zu erzielen. Während der Stillzeit ist Bryonia ein wichtiges Mittel zur Heilung von entzündeten Brüsten. Risiken und Nebenwirkungen sind keine bekannt. Lediglich eine Überempfindlichkeit gegenüber der Ursubstanz ist bei manchen Menschen möglich. In diesem Fall muss von einer Selbstmedikation abgesehen werden. Die Dosierung orientiert sich am Beschwerdebild. Bei Tiefenpotenzen bis D10 ist die Vergabe von fünf Globuli oder Tropfen bis zu fünfmal täglich angebracht.

Bei akuten Beschwerden ist die Einnahme alle fünfzehn Minuten bedenkenlos. Die Dosierung der Folgebehandlung ist abhängig von dem weiteren Beschwerdeverlauf. Bei einer sichtbaren Besserung kann auf eine Dosierung alle zwei Stunden und eine Reduzierung von drei Dosen täglich zurückgegriffen werden. Verbesserungen stellen sich ein durch Druck, Liegen auf der kranken Seite, frische Luft, kalte Getränke und Ruhe. Verschlechterungen treten bei Wärme, Stress, Kompressen und Bewegung auf.

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