Wurzelkompressionssyndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. Oktober 2016
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Unter einem Wurzelkompressionssyndrom wird in der Humanmedizin eine Reizung der Nervenwurzel im Umfeld der Wirbelsäule verstanden. Die derartige Reizung ist in der Regel auf mechanische Ursachen (zum Beispiel Druck) zurückzuführen und führt zu erheblichen Rückenschmerzen, die auch ausstrahlen können. In seltenen Fällen kann das Wurzelkompressionssyndrom aber auch angeboren sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Wurzelkompressionssyndrom?

Von einem Wurzelkompressionssyndrom wird in der Medizin gesprochen, wenn es aufgrund von mechanischen Ursachen (zum Beispiel anhaltender Druck) zu einer Reizung der Wurzeln der Spinalnerven kommt. Als Spinalnerven gelten sämtliche Nerven, die unmittelbar aus dem Rückenmarkt entspringen.

In der Fachliteratur wird zwischen verschiedenen Formen von Wurzelkompressionssyndromen unterschieden. Eine Einteilung kann sowohl nach dem Zeitpunkt der Entstehung als auch nach der Lokalisierung des Reizes erfolgen. In letzterem Fall wird zwischen zervikalem, thorakalem und lumbalem Syndrom differenziert.

Das zervikale Syndrom ist zum Hals gerichtet. Das thorakale Syndrom gehört zum Bereich des Brustarms (Thorax). Schließlich befindet sich ein lumbales Syndrom im Lendenbereich. Das lumbale Syndrom ist die häufigste Form des Wurzelkompressionssyndroms, weil die Belastung der Lendenwirbel in der Regel am größten ist.

Besondere Ausprägungen sind Ischialgien. Ausgehend vom Zeitpunkt der Entstehung wird in der Literatur auch zwischen einem angeborenem und einem erworbenem Wurzelkompressionssyndrom unterschieden.

Ursachen

Ein Wurzelkompressionssyndrom kann entweder durch externe Faktoren verursacht werden oder angeboren sein. Die angeborene Form ist jedoch selten. Sie findet ihre Ursache in Deformationen der Wirbelsäule, wie sie zum Beispiel im Rahmen einer Skoliose vorkommen können.

Erworbene Wurzelkompressionssyndrome haben verschiedene Ursachen. In Betracht zu ziehen sind Frakturen der Wirbelsäule, Tumore im Bereich der Wirbelsäule, Hämatome sowie diverse Infektionen. Die Mehrheit der Erkrankungen ist allerdings auf degenerative Faktoren zurückzuführen.

Die zugrundeliegende Ursache ist damit ein erhöhter Verschleiß, der zu einer Minderung der Funktionsfähigkeit führt. Aufgrund des voranschreitenden Verschleißes kommt es zu krankhaften Veränderungen des Knochengewebes. Auch die Weichteile, welche das Umfeld der Nervenwurzeln umgeben, können verändert werden. Auslöser dieser Veränderungen sind dann eine Arthrose der Facettengelenke (Facettensyndrom), Osteophyten oder ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps).

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Wurzelkompressionssyndrom verursacht besonders starke Schmerzen im Rückenbereich. Das Zentrum des Schmerzes variiert je nach Art des Syndroms. So kann bei Patienten, die an einer lumbalen Form des Syndroms leiden, eine Verstärkung im Lendenbereich auftreten.

Analog hierzu kann ein Zentrum im hinteren Bereich des Thorax oder dem unteren Halsbereich liegen. Zwingend ist das allerdings nicht. Da eine Reizung oder Einklemmung der Nerven vorliegt, kann es auch zu einem Sensibilitätsverlust der Nerven kommen. Das äußert sich durch einen Gefühlsverlust.

Rund um das Versorgungsgebiet der betroffenen Nerven können sich darüber hinaus verschiedene Parästhesien entwickeln. Eine Parästhesie ist eine Körperempfindung, die nicht durch adäquate Reize ausgelöst wird. Sie äußert sich in der Regel durch ein unangenehmes Kribbeln, Kälte, Wärme oder Taubheit.

Bei besonders schwerwiegenden Ausprägungen kommt es oft auch zur Ausbildung von Lähmungen. Charakteristisch für die Schmerzen eines Wurzelkompressionssyndroms ist, dass diese ausstrahlen. So sind auch Schmerzen oder Unwohlgefühle im Bereich der Hüften oder des Beins nichts Außergewöhnliches.

Einige Betroffene berichten zudem von Funktionsstörungen der Blase und des Mastdarms. Die genaue Ausprägung beziehungsweise die Intensität der Ausstrahlung ist allerdings einzelfallabhängig.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose eines Wurzelkompressionssyndroms kann ausschließlich durch einen Arzt erfolgen. Dieser wird zunächst den Schmerz lokalisieren. Er wird außerdem versuchen, Intensität, Dauer und Art des Schmerzes durch Befragung des Patienten zu kategorisieren.

Das kann Anlass bieten, weitere diagnostische Maßnahmen einzuleiten. Eine belastbare Diagnose kann nicht ohne technische Hilfsmittel erfolgen. In der Regel werden zu Beginn Röntgenaufnahmen erstellt, um etwaige Brüche oder Tumore auszuschließen. Eine genaue Darstellung der Nerven gelingt allerdings nur mittels Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie (CT).

Möglicherweise kann auch eine Myelo-CT in Betracht zu ziehen sein. Manchmal kommt auch eine Funktionsmyelographie zum Einsatz. Zur Diagnose eines Wurzelkompressionssyndroms steht damit ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Verfügung.

Behandlung & Therapie

Die Therapie eines Wurzelkompressionssyndroms setzt sich aus allgemeinen und besonderen Maßnahmen zusammen. Üblicherweise wird mit der Durchführung der allgemeinen Maßnahmen begonnen. Die spezielleren Formen kommen nur zum Einsatz, wenn die vorherigen Therapieversuche erfolglos blieben.

Zu den allgemeinen Therapien zählen operative Maßnahmen (zum Beispiel eine Dekompression), Physiotherapien, Akupunkturen sowie eine medikamentöse Schmerztherapie. Umfang und Art der Schmerztherapie richten sich nach Häufigkeit und Intensität der Schmerzen.

Sind diese akut oder setzen sie plötzlich ein, werden periphere Präparate verabreicht. Das sind solche, die unmittelbar am Ort der Schmerzentstehung wirken. Zu diesen zählen Antirheumatika (zum Beispiel Parecoxib oder Etoricoxib). Ergänzend verabreicht werden zudem Muskelrelaxanzen. Das sind Substanzen, die zu einer Entspannung der Muskeln führen.

Häufig wird auf Lioresal zurückgegriffen. Bei besonders schweren Schmerzen kommen Präparate zum Einsatz, die unmittelbar im Gehirn wirken und dort die Weiterleitung der Schmerzreize verhindern. So werden durchaus auch Opiode (zum Beispiel Tramadol oder Tilidin) verschrieben. In diesen Fällen besteht allerdings die Gefahr einer Abhängigkeit. Zu den speziellen Therapiemaßnahmen gehören weiterführende Behandlungskonzepte von Schmerzkliniken.




Vorbeugung

Zur Vorbeugung eignet sich eine gestärkte Rückenmuskulatur. Außerdem sollten Tätigkeiten, die zu einem Verschleiß im Bereich der Wirbelsäule führen können, reduziert werden.

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