Wurmerkrankungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Bei einer Wurmerkrankung treten parasitisch lebende Würmer in den menschlichen Körper ein und nützen diesen, um sich zu vermehren. In den meisten Fällen sind Wurmerkrankungen harmlos und können gut behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Wurmerkrankungen?

Der Begriff Wurmerkrankung bezeichnet eine Ansiedlung von Würmern im Menschen. Diese Würmer werden als Helminthen bezeichnet. Helminthen besiedeln den menschlichen Körper, um sich darin fortzupflanzen. Betroffene sind also die Wirte, welche den Parasiten als Nahrungsquelle dienen.

Obwohl es sich bei Wurmerkrankungen um ein weltweit auftretendes Phänomen handelt, sind südliche Länder häufiger davon betroffen. Kinder sind öfter betroffen als Erwachsene, da sich diese nicht selten noch nicht an Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen gewöhnt haben und die Würmer so leichter in den Körper eindringen können.

Die Würmer dringen als Eier oder Larven in den Körper ein, nutzen den Mensch als Nahrungsquelle und vermehren sich. Die von den Parasiten gelegten Eier werden vom Menschen beim Stuhlgang ausgeschieden, wodurch es zu einer Übertragung der Parasiten kommen kann.

Ursachen

Die häufigste Ursache für eine Wurmerkrankung ist das Essen von mit Wurmeiern verseuchter Nahrung und die so genannte Schmierinfektion.

Durch diesen Weg erkranken besonders kleine Kinder, weil diese die Hände in den Mund nehmen, ohne diese vorher zu waschen. Sind sie vorher mit Wurmeiern in Kontakt gekommen, kommt es zu einer Infektion. Eine auch bei Erwachsenen häufige Wurmerkrankung ist die Infektion mit Bandwürmern.

Diese Parasiten können über nicht ausreichend gebratenes Schweine- oder Rindfleisch in den menschlichen Körper eindringen. Eine meist wenig beachtete Infektionsquelle ist das Essen von wilden Beeren und Pilzen im Wald. Dadurch können Hunde- bzw. Fuchsbandwürmer den Körper besiedeln.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Liegt aufgrund des Beschwerdebildes bei einem Kind die Annahme nahe, dass es an einer Wurmerkrankung leidet, gibt es verschiedene Diagnosemethoden. Vermutet der behandelnde Arzt einen Befall mit den relativ harmlosen und gut zu behandelnden Madenwürmern, führt er den Tesa-Abstrich-Test durch.

Dabei befestigt er einen Klebestreifen im Afterbereich des betroffenen Kindes und zieht dieses wieder ab. Danach kann er den Streifen untersuchen und feststellen, ob Wurmeier daran haften geblieben sind. Auch die Erstellung einer Anamnese ist wichtig. Nach dem Patientengespräch ordnet der Mediziner eine Stuhlprobe an, da bei einer Wurmerkrankung Teile des Wurmes beziehungsweise dessen Eier mit dem Stuhl ausgeschieden werden und diese dort nachgewiesen werden können. Zur genaueren Bestimmung der Erkrankung kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. In unseren Breitengraden können Wurmerkrankungen meist effektiv behandelt werden, wodurch die Prognose sehr gut ist.

Komplikationen

Wurmerkrankungen rufen je nach Wurmart unterschiedliche Beschwerden und Komplikationen hervor. Kinder infizieren sich häufig mit Fadenwürmern. Fadenwürmer wie Madenwürmer, Spulwürmer oder Trichinen können zwar gut behandelt werden. In manchen Fällen kann es aber auch zu Komplikationen kommen. So bilden Spulwürmer mitunter im Darm oder im Gallengang richtige Knäuel, die unter Umständen zu einem Darmverschluss führen.

Trichinen wiederum befallen oft Darm und Muskulatur. Wenn die Muskulatur betroffen ist, können sich längerfristig chronische Herzmuskelentzündungen und rheumatische Beschwerden entwickeln. Die Herzmuskelentzündung führt häufig zu einer Herzschwäche. Auch die Schweine- oder Rinderbandwürmer können gut behandelt werden.

Wenn sich der Mensch mit den Finnen dieser Bandwürmer über rohes oder halb gegartes Fleisch infiziert, gelangen diese in den Darm und rufen die typischen Beschwerden hervor. In seltenen Fällen wandern jedoch einzelne Bandwurmglieder in die Bauchspeicheldrüse oder in den Blinddarm und rufen als Komplikation eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Blinddarmentzündung hervor. Bei der Infektion mit Schweinebandwurmeiern statt Schweinebandwurmfinnen kommt es zur Entwicklung von Larven, die alle Organe des Körpers befallen und zuweilen Erblindung und Krampfanfälle verursachen.

Am gefährlichsten sind die Hunde- und Fuchsbandwürmer. Sie bilden in der Leber und manchmal in der Lunge Zysten, die zur Zerstörung der Organe, zum Darmverschluss oder beim Platzen der Zyste zu einem allergischen Schock führen können. Außerdem sind Hunde- und Fuchsbandwürmer nur sehr schlecht behandelbar.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Infektion mit Helminthen erfolgt relativ simpel durch die Gabe von speziellen Medikamenten. Diese werden Anthelminthika genannt; es handelt sich dabei um Antiwurmmittel. Anthelminthika sorgen dafür, dass im Körper befindliche Würmer abgetötet und ausgeschieden werden.

Obwohl Anthelminthika sehr effektiv in der Bekämpfung von parasitischen Würmern sind, können sie nur über einen kurzen Zeitraum eingenommen werden, da sonst mit einer Reihe von Nebenwirkungen zu rechnen ist. Auch aufgrund der Nebenwirkungen dieser Medikamente ist es von großer Bedeutung, eine Wurmerkrankung rechtzeitig zu diagnostizieren und die Behandlung einzuleiten.

Je früher mit der Therapie begonnen werden kann, desto schneller wirkt diese und desto weniger Nebenwirkungen sind zu erwarten. Nur in Ausnahmefällen ist ein chirurgisches Eingreifen bei einer Wurmerkrankung nötig. Fuchs- und Hundebandwürmer können, wenn sie unentdeckt bleiben, Zysten bilden, welche dann operativ entfernt werden müssen. Bis auf Infektionen mit dem Fuchs- bzw. Hundebandwurm sind Wurmerkrankungen, leicht und effektiv zu behandeln und führen kaum zu Komplikationen.

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Vorbeugung

Die beste Methode um eine Wurmerkrankung zu vermeiden, ist eine hygienische Lebensführung. Dazu gehört vor allem das Händewaschen vor dem Essen. Darüber hinaus kann eine Wurminfektion leicht durch ausreichendes Durchgaren von Fleisch verhindert werden. Bei Reisen in tropische Länder gilt das Gebot, Obst und Gemüse stets zu waschen bzw. nichts Rohes zu sich zu nehmen.

Empfehlenswert ist es auch darauf zu verzichten Waldbeeren zu verzehren und Haustiere regelmäßig entwurmen zu lassen. Bereits kleinen Kindern sollte die Wichtigkeit von einfachen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen näher gebracht werden.

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Quellen

  • Groß, U.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

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