Wundinfektion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Nach Erleiden einer Wunde kann es im Wundbereich zu einer Wundinfektion kommen. Früher nannte man alle Formen von Wundinfektionen auch Wundbrand. Konnte einer Wundinfektion nicht rechtzeitig vorgebeugt werden, bedarf diese Infektion meist einer gezielten therapeutischen Behandlung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Wundinfektion?

Von einer Wundinfektion wird in der Medizin gesprochen, wenn sich eine Wunde aufgrund eindringender Mikroorganismen infiziert. Eine solche Wundinfektion zeigt sich in der Regel beispielsweise durch einen Entzündungsprozess im Wundbereich.

Eine Wundinfektion wird den sogenannten Wundheilungsstörungen zugeordnet. Vor allem Wunden, bei denen es zu einem großflächigen Gewebeverlust kam (wie dies beispielsweise infolge starker Verbrennungen oder als Folge von Hundebissen geschehen kann), sind anfällig für das Auftreten einer Wundinfektion.

Dies ist unter anderem dadurch bedingt, dass entsprechende Wunden häufig nicht vernäht werden können, sondern auf natürlichem Weg heilen müssen. Die Heilung kann sich dabei bis zu einigen Monaten erstrecken und die Wunde ist somit anfällig für das Eindringen schädigender Mikroorganismen.

Eine spezielle Form der Wundinfektion stellt die MRSA-Infektion oder die Nosokomiale Infektion dar. Aufgrund von immer häufiger auftretenden Antibiotika-Resistenzen, kommt es vor allem in unhygienischen Krankenhäusern zu methicillinresistenten Bakterien, wie dem Staphylokokkus aureus.

Ursachen

Entsprechende Mikroorganismen, die zu einer Wundinfektion führen, sind in den meisten Fällen pathogene Bakterien (also Bakterien, die Krankheiten verursachen können). Seltener können auch Viren oder Parasiten, die in eine Wunde eindringen, für das Entstehen einer Wundinfektion verantwortlich sein.

Allerdings führt ein Eindringen entsprechender Bakterien, Viren oder Parasiten nicht in jedem Fall zu einer Wundinfektion; ob es zu einer Infektion kommt, hängt unter anderem ab von der Art eingedrungener Erreger, von deren Anzahl und auch vom Immunsystem des betroffenen Patienten.

Sind Bakterien die Ursache für eine Wundinfektion, kann sich eine solche Infektion in verschiedenen Formen zeigen: Sogenannte Kokken (kugelförmige Bakterien) führen beispielsweise meist zu einer ausgeprägten Eiterbildung im Wundbereich, während fäulniserregende Bakterien häufig einen charakteristischen Geruch hervorrufen, die mit einer Wundinfektion einhergeht.

Diagnose & Verlauf

Eine offene Wunde sollte desinfiziert und mit Wasser abgespült werden. Eine Tetanusimpfung sollte in diesem Zusammenhang immer erneuert werden.

Zunächst kann eine Wundinfektion anhand eines sogenannten mikrobiologischen Nachweises diagnostiziert werden. Hierzu werden beispielsweise Abstriche aus dem Wundbereich genommen und auf eine vorliegende Wundinfektion getestet.

Weitere diagnostische Verfahren, um das Vorliegen einer Wundinfektion bestätigen zu können, können im Bedarfsfall etwa das Röntgen oder das Durchführen eines Ultraschalls sein: Durch die Methode des Röntgens können eingeschränkt beispielsweise Eiterherde dargestellt werden, die sich im Rahmen einer Wundinfektion gebildet haben. Auch anhand des Ultraschallverfahrens können Flüssigkeiten erkannt werden, die sich im Wundbereich angesammelt haben; vor dieser diagnostischen Untersuchung findet in der Regel eine Desinfektion des Ultraschallkopfes statt.

Der Verlauf einer Wundinfektion hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielt dabei etwa die Art der Auslöser einer Wundinfektion eine Rolle. Außerdem können ein zeitiger Behandlungsbeginn und eine sachgemäße medizinische Behandlung den Verlauf einer Wundinfektion positiv beeinflussen.

Komplikationen

Eine Wundinfektion kann Komplikationen mit sich führen, die vor allem im Zusammenhang mit der Größe der Wunde und der Wundhygiene stehen. Eine fachgerechte Versorgung der Wunde mit ständigen Kontrollen und medizinischer Versorgung schließt Komplikationen in den meisten Fällen hingegen aus.

Die Infektion einer Wunde bedeutet immer einen Angriffspunkt für weitere Krankheitserreger, die bei unzureichender Hygiene oder im Falle einer Exposition die Wunde besiedeln. Sie führen zu einem schlechteren Abheilen der Wunde, rufen typische Infektionssysmptome hervor oder verstärken bereits bestehende Symptome. Ist die Wunde groß und dermaßen geschädigt, dass der Körper die Wundheilung nicht mehr leisten kann, muss zugunsten der Gesundheit über operative Verfahren nachgedacht werden. Amputationen und Teilamputationen können in schweren Fällen notwendig werden.

Außerdem fördert eine hygienisch schlecht versorgte Wunde das Risiko für eine Blutvergiftung und damit einhergehend eine Sepsis. Dieser Zustand ist immer lebensbedrohlich und in schweren Fällen kaum noch zu behandeln. Medizinisch unbehandelt führt ein solcher Wundbrand zum Tod des Betroffenen.

Zudem kann eine tiefgehende Wundinfektion je nach Stelle zu Folgeschäden führen, die unter anderem die Muskeln und Nerven betreffen. Funktionsverluste im betroffenen Bereich, insbesondere bei kompliziert abheilenden Wunden, können auftreten. Das Risiko für alle Komplikationen in diesem Zusammenhang lässt sich mit ausreichenden Hygienemaßnahmen verringern.

Behandlung & Therapie

Bei der medizinischen Behandlung einer Wundinfektion kommt es häufig zunächst zu einer sogenannten Wundrevision, also einer eingehenden Untersuchung der Wundinfektion. Diese Wundrevision soll beispielsweise Aufschluss darüber geben, bis in welche Tiefen einer Wunde eine entsprechende Wundinfektion bereits vorgedrungen ist, und in welchem Ausmaß die Wunde verschmutzt ist.

Des Weiteren wird im Rahmen der Wundrevision geprüft, ob von der vorliegenden Wundinfektion eventuell Blutgefäße, Nerven oder Körperhöhlen in Mitleidenschaft gezogen sind. Im Rahmen einer folgenden chirurgischen Behandlung der Wundinfektion wird bei Bedarf abgestorbenes Gewebe im Wundbereich entfernt.

Geht eine Wundinfektion einher mit einem starken Nässen der betroffenen Wunde, ist eine weitere mögliche Therapiemaßnahme das Legen einer sogenannten Wunddrainage, also einer Form von Abfluss-System, durch das Gewebsflüssigkeiten nach außen abgeleitet werden können. Häufig folgt eine anschließende Versorgung einer Wundinfektion dann in Form eines täglichen Verbandwechsels, wozu unter anderem steriles (keimfreies) Verbandsmaterial verwendet werden muss.

In seltenen Fällen kann es zu einer Ausbreitung der Wundinfektion und einer damit verbundenen Sepsis (Blutvergiftung) kommen. Ist dies der Fall, kann eine zusätzliche Gabe von Antibiotika notwendig werden.

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Vorbeugung

Um einer Wundinfektion vorzubeugen, sollte eine Wunde unter anderem zunächst zügig gesäubert und versorgt werden. Je nach Schwere einer erlittenen Wunde kann es sinnvoll sein, im Zweifelsfall frühzeitig den behandelnden Arzt aufzusuchen, um eine fachgerechte Wundversorgung zu gewährleisten und einer Wundinfektion vorzubeugen.

Bücher über Wundinfektionen

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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