Wunderbaum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Der Rizinus ist auch als Wunderbaum bekannt. Das Öl der tropischen Pflanze kommt in erster Linie als Abführmittel zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Wunderbaums

Beim Ricinus communis (Wunderbaum) handelt es sich um den einzigen Vertreter der Gattung Rizinus. Die Pflanze zählt zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und wird in Deutschland auch Christuspalme genannt. Der Wunderbaum ist ein immergrüner Strauch. Er kann eine Wuchshöhe von maximal 15 Metern erreichen.

Exemplare, die in Europa wachsen, erzielen allerdings nur eine Höhe zwischen 50 Zentimetern und 4 Metern. Die handförmigen Blätter können eine Größe von bis zu 70 Zentimetern erreichen. Abhängig von der Sorte des Wunderbaums weisen sie eine grüne, blaugraue oder rote Färbung auf. Die Blütezeit des Ricinus communis liegt zwischen Juli und Oktober.

Bis zum Spätherbst gehen aus den stacheligen Fruchtkapseln der Blüten die Samen hervor, die die Form von Bohnen haben. Beheimatet ist der Ricinus communis in den tropischen Gebieten Afrikas sowie in Indien. Der Anbau der Pflanze findet in tropischen Regionen statt, während sie im Süden Europas ausgewildert ist. In den USA gilt der Wunderbaum teilweise als Unkraut.

Wirkung & Anwendung

Bekannteste Inhaltsstoffe des Wunderbaums sind das Rizin sowie das Rizinusöl (Ricinum oleum). Das Rizin hat allerdings eine giftige Wirkung und kommt in den Samenschalen der Pflanze vor. Schon kleine Mengen an Rizin können eine tödliche Wirkung entfalten. Dabei sterben die betroffenen Personen innerhalb von zwei Tagen an Kreislaufversagen.

Eine therapeutische Wirkung weist dagegen das Rizinusöl auf. Dieses wird aus den Samen der Pflanze durch Kaltpressung gewonnen und ist nicht giftig. Mithilfe des Pressvorgangs lässt sich der Übergang des toxischen Rizins auf das Öl verhindern.

In der Medizin kommt das Rizinusöl sowohl innerlich als auch äußerlich zur Anwendung. Zusammengesetzt wird es aus den Triglyceriden der Rizinolsäure. Innerhalb des Dünndarms erfolgt das Freisetzen der Rizinolsäure durch Lipasen. Die Rizinolsäure entfaltet die eigentliche Wirkung des Rizinusöls. So sorgt sie für die Hemmung der Aufnahme von Wasser und Natrium aus dem Darm. Dadurch können verstärkt Wasser und Elektrolyte den Darm erreichen, was zur Vergrößerung der Stuhlmenge führt.

Der Anbau der Pflanze findet in tropischen Regionen statt, während sie im Süden Europas ausgewildert ist.

Außerdem wird der Kot weicher, was wiederum eine abführende Wirkung nach sich zieht. Ebenfalls verantwortlich für den Abführeffekt ist eine Reizung der Darmschleimhaut durch die Rizinolsäure. Innerlich verabreicht wird das Rizinusöl im Falle von Verstopfungen. Dabei lässt es sich in Form eines Getränks oder als Klistier (Einlauf) darreichen. Alternativ ist auch auf nüchternen Magen die Einnahme von 1 bis 2 Esslöffeln Rizinusöl möglich.

Nach ungefähr zwei bis vier Stunden setzt die abführende Wirkung ein. Allerdings weist das pure Öl einen schlechten Geschmack auf. Um diesen zu verbessern, kann es mit etwas Fruchtsirup oder Zitronensaft vermischt werden. Auch das Kühlen des Rizinusöls gilt als hilfreich. Alternativ stehen aber auch Kapseln zur Verfügung, die geschmacklos sind und sich daher wesentlich leichter einnehmen lassen. In den Kapseln sind in der Regel vier bis sechs Gramm Rizinusöl enthalten. Eine geringere Dosierung wirkt sich negativ auf die Wirkung des Abführmittels aus.

Es wird empfohlen, bei der Anwendung von Rizinusöl eine Einnahmedauer von 14 Tagen nicht zu überschreiten. Auch von einer Einnahme von Rizinusöl im Falle einer Vergiftung raten Experten ab. So sorgt das Öl für eine noch schnellere Verbreitung zahlreicher Gifte im Körper. Außerdem sind Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten möglich. Rizinusöl lässt sich auch äußerlich verabreichen. So kann es bei Hauterkrankungen mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen eingerieben werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Bekannt wurde die Rizinuspflanze schon in früheren Zeiten durch ihre abführende Wirkung. So nutzten die alten Ägypter die Samen der Pflanze zur Entleerung des Darms, wobei es jedoch oft zu Vergiftungen kam. Die alten Griechen setzten den Wunderbaum daher nur für äußerliche Behandlungen ein. In China und Indien wurden die Samen zerquetscht und für Umschläge gegen Gesichtslähmungen oder Gelenkschwellungen genutzt. Auch Rizinustee aus Wurzeln und Blättern kam gegen Hustenbeschwerden zur Anwendung.

Im späten 18. Jahrhundert fand das Rizinusöl in Europa als Abführmittel Verbreitung, ohne dass Vergiftungen auftraten. Außerdem wurde es für das Bestreichen der Wimpern genutzt. In der heutigen Zeit kommt Rizinusöl eher für industrielle Produkte zum Einsatz. Dazu gehören Kosmetika, Schmiermittel, Papiere und Farben.

Therapeutisch wird Rizinusöl heutzutage nur noch selten verabreicht. Bleiben andere Maßnahmen gegen eine Verstopfung (Obstipation) ohne Wirkung, eignet es sich zur kurzfristigen Behandlung, um eine beschleunigte Entleerung des Darms zu erzielen. Dies kann nach einer Wurmkur oder nach einer anal-rektalen Operation der Fall sein. Auch bei entzündlichen Erkrankungen der Haut ist das Rizinusöl hilfreich. Das Gleiche gilt für Altersflecken, Narben, Hautschuppen und Hämorrhoiden.

So hat das Öl die Eigenschaft, gut in die Zellzwischenräume einzudringen. Da es außerdem einen mechanischen Schutzfilm gegen Wasser und wasserlösliche Schadstoffe aufbaut, trägt es zur Heilung von Fissuren und Schrunden bei. Nicht zu empfehlen ist die Einnahme von Rizinusöl in der späten Schwangerschaft. Das Öl soll zwar die Wehen fördern, doch sein Wirkmechanismus ist noch immer nicht genau bekannt.

Aus diesem Grund darf die Anwendung nach der 40. Schwangerschaftswoche ausschließlich unter fachärztlicher Aufsicht erfolgen. Als mögliche Nebenwirkungen einer innerlichen Rizinusöleinnahme kommen Übelkeit und Durchfall in Betracht.

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