Work-Life-Balance

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Dezember 2016
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In Industrieländern wie Deutschland und Europa allgemein hat sich laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben in den letzten Jahren stetig verschlechtert. Viele Überstunden, ein hoher Erfolgsdruck, eine ständige Erreichbarkeit per E-Mails und Telefon durch Smartphones und die Möglichkeit mittels Internet auch zu Hause weiter arbeiten zu können, wirken sich negativ auf das Abschalten nach Feierabend aus. Vielmehr gibt es zahlreiche Arbeiter, die Tag und Nacht nicht zur Ruhe kommen können, weil sie den Kopf nicht frei bekommen und sich weiterhin Gedanken über nicht geschaffte Arbeit oder Probleme am Arbeitsplatz machen. Dies wirkt sich dementsprechend negativ auf die Psyche aus, Lustlosigkeit, der Verlust sozialer Kontakte und sogar ein Burn-Out können zum Beispiel die Folge sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Work-Life-Balance?

Der Begriff Work-Life-Balance stammt aus dem Englischen und setzt sich aus den Wörtern Arbeit (= work), Leben (= life) und Ausgleich (= balance) zusammen.

Die Work-Life-Balance beschreibt also einen Zustand, in dem das Arbeitsleben und das Berufsleben im Einklang stehen sollen. Dies ist sogleich das Ziel der Work-Life-Balance: Eine Situation zu erschaffen, in der das Leben ausgeglichen ist, die Bereiche Arbeit und Privatleben voneinander getrennt gesehen werden können und somit eine zufriedenstellende Situation für jeden einzelnen Arbeiter geschaffen werden kann.

Der Work-Family-Konflikt als Grundlage

Der Work-Family-Konflikt bezeichnet vor allem das Stressempfinden, das aufgrund der Unvereinbarkeit von Berufs- und Familienleben zustande kommt. Während manche schon vor einer schwer zu bewältigenden Aufgabe stehen, wenn sie ihren Beruf mit dem eigenen Privatleben und dem Ausleben von Hobbys unter einen Hut bekommen möchten, ist dies nochmal etwas schwieriger, wenn der Arbeiter eine eigene Familie hat. Gerade in Zeiten, in denen Haushalte mit Doppelverdienern an der Tagesordnung sind, kann der familiäre Alltag schnell darunter leiden oder auf der Strecke bleiben.

Im Hinblick auf diese mögliche Problematik denken manche Paare zweimal darüber nach, ob sie tatsächlich eine Familie gründen möchten oder sich weiterhin auf ihre Karriere fokussieren. Ist eine Familie vorhanden, sehen sich Eltern vor verschiedene Probleme gestellt. Dies beginnt mit der Suche nach einer passenden Kinderbetreuung für die Zeit, in der beide Elternteile arbeiten sind, geht über die finanzielle Versorgung und den damit verbundenen Sorgen und endet bei der Möglichkeit, dass die Entwicklung eines Kindes negativ beeinflusst werden könnte, wenn die Eltern den Ausgleich zwischen Arbeitsleben und Familie nicht hinbekommen. Wenn Mutter oder Vater nach der Arbeit nicht abschalten und ihren Kindern nicht die erforderliche Aufmerksamkeit geben können, kann sich ein Kind nicht so wohl fühlen, wie es sollte. Auch mögliche Überstunden und die damit verbundenen Abwesenheit der Eltern haben negative Auswirkungen zur Folge.

Schlussendlich ist es also gerade im Hinblick auf ein vernünftiges Familienleben wichtig, dass Eltern den Ausgleich zwischen Arbeits- und Privatleben schaffen, was in der Realität aber leichter gesagt als getan ist. Mittlerweile werden Familien mit dieser Problematik nicht mehr ganz allein gelassen. Viele Firmen bieten Maßnahmen an, um die Work-Life-Balance in Einklang zu bringen – ein Unternehmen profitiert letztendlich auch davon, wenn die Mitarbeiter sich sowohl beruflich als auch privat wohl fühlen.

Ziele im Beruf & Privatleben

Jeder Mensch hat bestimmte Ziele, die er in seinem Leben erreichen möchte. Manche davon sind solche, die für eine ferne Zukunft gesteckt worden sind, andere sind darauf ausgerichtet, die Lebensqualität deutlich zu steigern und für ein auf die Dauer zufriedenstellendes Leben zu sorgen. Eine Zielsetzung ist zudem wichtig, um sich selbst eine Orientierungshilfe zu schaffen. Sowohl im Hinblick auf die Karriere – zum Beispiel eine gewünschte Beförderung – als auch im Privatleben sind Zielsetzungen eine gute Maßnahme, um sich selbst einen Ansporn, aber auch eine Grenze zu setzen.

Die privaten Werte

Bei den privaten Werten stehen Familie, Freunde, Hobbys und Erholung an erster Stelle. Um diese Ziele erreichen zu können, ist es wichtig von der Arbeit abzuschalten. Problematisch ist dies aber für viele, weil zum Erreichen der Ziele in der Regel Geld benötigt wird und Geld kommt nun mal von der Arbeit, sodass manch einer denkt, dass es kaum möglich ist, Arbeits- und Privatleben zu trennen. Dennoch sollten sich zunächst Ziele für das Privatleben gesetzt werden, eventuell sogar mit einer Zeitbeschränkung, die jedoch nicht zu eng gesetzt werden soll, um nicht das Risiko einzugehen, sich selbst zu sehr unter Druck zu setzen.

Familie

Work-Life-Balance steht für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen.

Früher oder später denkt fast jeder daran, eine Familie zu gründen, sozusagen „sesshaft“ zu werden. Das beginnt damit, dass sich nach einer glücklichen und funktionierenden Partnerschaft gesehnt wird. Ein Partner, mit dem viel Zeit verbracht werden kann und der eventuell irgendwann auch für den nächsten Schritt – etwa die Heirat – bereit ist.

Nach diesem Grundstein der Familiengründung geht es in der Regel an die Familienplanung. Das erste eigene Kind wird in die Welt gesetzt und ab diesem Zeitpunkt liegt der Fokus darauf, dem Kind eine gesicherte Zukunft zu bieten. Das bedeutet, für einen gesicherten Wohnsitz in Form eines Hausbaus oder Hauskaufs zu sorgen, finanzielle Absicherung mit Sparkonten oder Aktien anzulegen, dem Kind ein gutes Vorbild zu sein, Hilfestellungen zu leisten und seine Talente zu fördern.

Des Weiteren gehört zu den familiären Zielen auch oftmals die Absicherung der eigenen Eltern im Alter: Entweder für eine gute Versorgung zu sorgen oder sie im Eigenheim aufnehmen zu können. Das wichtigste aber in familiärer Hinsicht ist das Ziel, viel gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen.

Selbstentfaltung

Neben der Familie muss aber auch Zeit für sich selbst sein, um zufrieden sein zu können. Das bedeutet, sich Ziele im Hobbybereich zu setzen. Zum Beispiel eine bestimmte sportliche Leistung erbringen zu wollen oder sich in naher Zukunft in einem Verein oder für einen Kurs anzumelden.

Sich Zeit für Freunde nehmen zu können, ist ebenfalls ein wichtiges Ziel. Soziale Kontakte sind entscheidend, um eine persönliche Ausgeglichenheit schaffen zu können. Gemeinsame Unternehmungen wie Kino, Disko, Bar oder Essen gehen sollten demnach nicht vernachlässigt werden.

Erholung

Jeder braucht mal eine Auszeit. Diese sollte sich unbedingt gegönnt werden, um danach wieder voll leistungsfähig zu sein. Hier können gesteckte Ziele zum Beispiel eine lang erträumte Kreuzfahrt sein, ein Sommerurlaub im Ausland, vor allem aber stetige Erholungen, die immer wieder stattfinden. Sich einmal in der Woche ein paar Stunden für sich gönnen zu können, ein langes Bad nehmen, ins Sonnenstudio gehen oder sich mit einem guten Buch in den Garten legen zu können, sind Ziele, die leicht erreicht werden können, aber auch sehr essentiell sind.

Die beruflichen Ziele

Wer in seinem Beruf keine Ziele hat, wird in der Regel auch nicht zufrieden sein und keine außergewöhnlichen Leistungen erbringen können. Ein Arbeitnehmer lebt dann einfach in den Tag hinein und könnte schon bald von seinem Arbeitsalltag frustriert sein.

Karriereaufstieg

Ein großes Ziel in beruflicher Hinsicht ist die Beförderung. Diese hängt von mehreren Faktoren ab und ist in manchen Fällen nicht ganz so schnell und leicht zu erreichen. Dennoch lohnt es sich, dieses Ziel vor Augen zu haben. Es dient als Ansporn und gibt Gewissheit, dass die jetzige Position nicht für den Rest des Arbeitslebens ausgeführt werden muss. Wird dieses hart erarbeitete Ziel erreicht, ist die Motivation umso größer, sich weitere Ziele bezüglich des Karriereaufstiegs zu setzen.

Sicheres Gehalt

Geld ist in der heutigen Gesellschaft überlebenswichtig. Zwar sorgt ein gut funktionierendes Sozialsystem dafür, dass Menschen nicht vollkommen ohne Geld leben müssen und der Staat im Zweifel für die Grundbedürfnisse aufkommt, jedoch kann damit kaum jemand zufrieden sein. Viele setzen sich daher als höchstes berufliches Ziel, überhaupt ein sicheres und geregeltes Einkommen zu erlangen.

Mit eben diesem Einkommen fallen diverse andere Sorgen weg und an dieser Stelle treffen Privat- und Berufsleben wieder aufeinander: Wer ein sicheres Gehalt erhält, kann die wichtigsten Bedürfnisse seiner Familie finanzieren und sich auch das eine oder andere gönnen, um die Lebensqualität zu erhöhen.

Maßnahmen in Unternehmen

Infogramm zu den Ursachen und neuronalen Gründen für Depressionen. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Um Mitarbeitern eine Möglichkeit zu bieten, einen gesunden Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben zu finden, werden in vielen Unternehmen mittlerweile diverse Maßnahmen angeboten.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Wenn die Arbeitnehmer eine gesunde Balance zwischen Beruf und Freizeit gefunden haben, sind sie an ihrem Arbeitsplatz ausgeglichener. Das bedeutet zum einen, dass sie ihre Arbeit mit mehr Motivation machen und zum anderen – und das ist für die Arbeitgeber das wichtigste – die bestmöglichen Leistungen bringen können. Hat der Arbeitnehmer aber Stress am Arbeitsplatz, wirkt sich das in der Regel auch auf sein Privatleben aus. Er ist lustlos, gereizt und lässt dies eventuell sein privates Umfeld spüren. Wenn das Privatleben dann nicht mehr in geregelten Bahnen verläuft, wirkt sich dies wiederum ebenfalls auf die Arbeit aus und der Arbeitnehmer befindet sich in einem Teufelskreis.

Auf Dauer bedeutet das, dass der Mitarbeiter nicht nur unmotiviert ist, sondern im schlimmsten Fall an dieser Stresssituation erkrankt. Depressionen oder ein Burnout können die Folge sein. Um dies zu verhindern, kann auch der Arbeitgeber aktiv werden, indem er entsprechende Maßnahmen für eine gute Work-Life-Balance anbietet und dadurch ein gutes Arbeitsklima schafft.

Dem Ruf des Arbeitgebers kommen solche Maßnahmen ebenfalls zu Gute, wird er doch als attraktiver Arbeitgeber angesehen und kann entsprechend seine Mitarbeiter besser an das Unternehmen binden, hat aber auch die größere Auswahl im Wettbewerb um eine freie Stelle.

Fit am Arbeitsplatz

Nicht nur Motivation und gute Laune ist am Arbeitsplatz wichtig, sondern auch die eigene Fitness. Wer fit ist, hat verschiedene Vorteile:

  • Erhöhte Resistenz gegen Erkrankungen
Die alljährliche Grippewelle ist hierfür ein gutes Beispiel. Wer fit ist, wird seltener krank und kann gegen die drohende Erkältung resistent sein. Trifft dies auf einen Großteil der Belegschaft zu, kann der Arbeitnehmer mit einer deutlich geringeren Arbeitsausfallquote bedingt durch Krankheitsfälle rechnen.
  • Mehr Energie
Fitte Arbeitnehmer sind belastbarer, da sie über mehr Energie verfügen. Auch lassen sie sich nicht so leicht von der Arbeit ablenken wie solche, die nicht über eine gewisse Fitness und die damit verbundene Ausdauer verfügen.

Ein gewisses Maß an Fitness kann aber auch andere Bereiche beeinflussen wie zum Beispiel das eigene Selbstvertrauen, eine bessere Lebenseinstellung und Teamfähigkeit.

Diese benötigte Fitness muss nicht nur vom Arbeitnehmer allein ausgehen, indem er sich in seiner Freizeit sportlich betätigt. Auch Firmen können ihre Mitarbeiter dahingehend unterstützen, indem sie Sport- und Wellnessangebote bieten.

  • Das beginnt schon bei der gesunden Ernährung. Statt des üblichen Kantinenessens mit Pommes und Co. kann auf gesundheitsbewusste Ernährung umgestellt werden. Gibt es keine Kantine, bietet es sich an, eine Snackbox oder einen Automaten mit entsprechend gesunden Nahrungsmitteln aufzustellen.
  • Des Weiteren bietet es sich an, sportliche Betätigung zu fördern, durch das Bilden einer Betriebsmannschaft zum Beispiel –was obendrein das Zusammengehörigkeitsgefühl fördert – oder indem die Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter ganz oder zum Teil vom Betrieb bezahlt wird.
  • Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Einsatz des passenden Mobiliars, denn die passenden Bürostühle, Schreibtische oder Monitore können bereits eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit sich bringen. Unterschiedlichste Richtlinien wie etwa die Bildschirmarbeitsverordnung, die nochmals genauer unter folgender Adresse erläutert wird, dienen dabei als Maßstab. Vor allem die Ergonomie ist ein entscheidender Aspekt, da so beispielsweise auch Rückenschmerzen oder Konzentrationsprobleme besser eingedämmt werden können – derzeit ist die Umsetzung dieser und weiterer Maßnahmen in deutschen Büros allerdings noch eine Seltenheit.
  • Auch gut kommen Seminare an, die eventuell in die Freizeit des Arbeitgebers hineingehen, aber einen hohen Nutzen haben wie beispielsweise ein Rauchentwöhnungsseminar. Davon profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber: Der Arbeitnehmer kann ein nerviges Laster loswerden, der Arbeitgeber muss sich nicht über Raucherpausen ärgern.

Flexibilität in Zeit & Ort

Eine sehr wichtige Maßnahme auf dem Weg zu einem zufriedenstellenden Arbeitsplatz ist die der Arbeitszeitregulierung. Gerade Arbeitnehmer mit Familie haben oftmals Probleme, Beruf und Familie zeitlich unter einen Hut zu bekommen – was wiederum in Stress ausartet. Hier kann der Arbeitgeber in Form von verschiedenen Arbeitszeitmodellen Abhilfe schaffen: Gleitzeit, Teilzeit, Schichtarbeit oder gar Jobsharing – zwei oder drei Teilzeitbeschäftigte teilen sich eine Stelle und können untereinander ihre Arbeitszeiten regulieren – sind hierbei gute Angebote.

Wichtig ist vor allem, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer Vertrauen entgegenbringt, der Arbeitnehmer dieses Vertrauen aber auch zu schätzen weiß und trotz zum Beispiel Gleitzeit seinen Verpflichtungen ordentlich nachkommt.

Ein weiterer Vertrauensbeweis seitens des Arbeitgebers ist die Flexibilität in Sachen Arbeitsort. Manche Tätigkeiten könnten von zu Hause erledigt werden. Hier ist eine eventuelle Maßnahme, dass der Arbeitnehmer nicht täglich ins Büro kommen muss, sondern auch einige Tage zu Hause im Home Office arbeiten kann.

„Ganzheitliche Führung“ eines Unternehmens

Früher war es so und auch heute ist es noch in vielen Betrieben Gang und Gäbe: die mechanische Führung. Mittlerweile ist sie aber aus der Mode gekommen und viele Unternehmen sehen ein, dass eine ganzheitliche Führung wesentlich effektiver ist.

Bei der mechanischen Führung ist es so, dass die Mitarbeiter durch eine Führungskraft zu einem bestimmten Ziel geführt werden bzw. ihnen eines aufgezeigt wird.

Bei der ganzheitlichen Führung hingegen ist es wichtig, dass Aktionen und Reaktionen der Teilbereiche (zum Beispiel Lager, Logistik, Buchhaltung usw.) mit in Entscheidungen einfließen und zu den gewünschten Zielen verhelfen. Kommunikation ist hierbei ein wichtiges Mittel, das einerseits der Organisation des Unternehmens bei der Führung hilft, andererseits die Selbstorganisation fördert.

Die Mitarbeiter sind dementsprechend zwar nach wie vor einer Führungsperson unterstellt, tragen aber aufgrund ihrer Meinungen und Anregungen aktiv zum Geschäftsgeschehen bei und sind somit ein Teil des Entscheidungsprozesses. Die Mitarbeiter haben auf diesem Weg die Chance, sich effektiv in das Geschehen einzubringen und empfinden sich als stärkeren und wichtigeren Part bei großen Entscheidungen.

Flexible Elternzeit

Ein Recht auf Elternzeit haben sowohl Mütter als auch Väter ab der Geburt des Kindes. Ein Elternteil oder auch beide zusammen können bis zu drei Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen. Gesetzlich ist beim Thema Elternzeit das Wichtigste geregelt, das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese Regelungen auch die günstigsten für die Eltern sind.

Ein Arbeitgeber, dem das Wohl seines Mitarbeiters am Herzen liegt, kann an dieser Stelle auf seinen Mitarbeiter zugehen und ihm eine flexible Elternzeit anbieten. Das bedeutet zum Beispiel, dass Vater oder Mutter die drei Jahre Elternzeit nicht zwingend am Stück nach der Geburt in Anspruch nehmen müssen, sondern auch die letzten 12 Monate erst während des ersten Schuljahres. Die Gesetzgebung hat an dieser Stelle aber ohnehin einen Schritt auf die Eltern zugemacht: Ab 1.Juli 2015 stehen die letzten 24 Monate flexibel zur Verfügung und einer Genehmigung des Arbeitgebers bedarf es dann auch nicht mehr. Genauer wird die Thematik nochmals hier aufgegriffen.

Die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach Ablauf der Elternzeit ist ebenfalls gesetzlich geregelt, doch nicht alle Eltern möchten tatsächlich die gesamte Elternzeit nur zu Hause verbringen. Hier kann der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter erneut entgegenkommen und ihm eine Teilzeitstelle mit beispielsweise 15 Wochenstunden anbieten.

Praxisbeispiele

Dass eine gute Work-Life-Balance sowohl Vorteile für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer hat, steht fest. Doch noch gibt es Betriebe, die scheinbar keinen Wert darauf legen, dass ihre Mitarbeiter ausgeglichen und zufrieden sind, darunter auch große Unternehmen. Andere haben hingegen sehr wohl erkannt, wie wichtig eine gesunde Work-Life-Balance ist und bieten entsprechende Maßnahmen an. Folgende Beispiele stellen einen Einblick in die verschiedenen Maßnahmen und deren Umsetzung dar:

Deutsche Bahn Die Deutsche Bahn legt nach eigenen Aussagen vor allem großen Wert auf die Vereinbarung zwischen Arbeit und Familie. Aus diesem Grunde bietet sie ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten und Telearbeiten an. Auch bietet die Firma einen „Familienservice“, der sich bundesweit um die Vermittlung von Betreuungsangeboten kümmert und in Duisburg einen eigenen Betriebskindergarten eingerichtet hat.
Bundesagentur für Arbeit Auch die Bundesagentur für Arbeit hat festgestellt, wie wichtig die Work-Life-Balance für Arbeitnehmer ist und hat zum Beispiel den Workshop „Work-Life-Balance – leichter gesagt als getan“ für Berufstätige, Stellensuchende und berufliche Wiedereinsteiger angeboten. Des Weiteren hat die BA ein Drei-Phasen-Konzept zum beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit entwickelt. Entsprechende Broschüren zum Thema sind ebenfalls über die Bundesagentur für Arbeit erhältlich.
Tchibo GmbH Die Tchibo GmbH sieht sich als Familienunternehmen und legt großen Wert auf Work-Life-Balance. Entsprechende Gesundheitsförderungen wie ergonomische Arbeitsplätze, ein firmeneigenes Freizeitzentrum und ein Angebot von ausgewogenen Mahlzeiten im Mitarbeiterrestaurant stehen zur Verfügung. Kitaplätze sind in verschiedenen Einrichtungen vorhanden, ein bundesweiter Familienservice, der sich um Sorgen und Probleme kümmert und sogar ein eigenes Kidz Playground Ferienprogramm wird in Hamburg geboten. Teilzeit, Home Office und Jobsharing steht der Betrieb offen gegenüber.

Weitere Praxisbeispiele für eine gelungene Umsetzung der Work-Life-Balance hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in einem Leitfaden zusammengestellt.

Drohende Gefahren

Ist eine Work-Life-Balance nicht gegeben, drohen dem Mitarbeiter wie oben beschrieben verschiedene Gefahren. Unausgeglichenheit, fehlende Motivation und Lustlosigkeit sind die ersten Anzeichen, welche sich im Laufe der Zeit auch zu tiefergehenden psychischen Problemen entwickeln können, wie zum Beispiel Schlaflosigkeit, Depression und Burnout.

Burnout-Syndrom

Vor allem das Burnout-Syndrom ist ein ernstzunehmendes Problem. Die betroffene Person fühlt sich völlig ausgebrannt und ist emotional vollkommen erschöpft. Dieser Zustand ist oftmals nicht einfach mit einer kurzen Erholung aus der Welt zu schaffen, viele Betroffene versinken regelrecht in einem Sumpf aus Depressionen und innerer Leere, sodass es sogar zu Suizidgedanken kommen kann.

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Der OECD Better-Life Index - In welchen Ländern herrscht eine gute Work-Life-Balance?

Der OECD Better-Life Index aktualisiert täglich sein Ranking bezüglich der Work-Life-Balance. Die Statistik ist zwar nicht repräsentativ, da die Besucher der Seite allein dafür verantwortlich sind, ihre Daten zu übermitteln, dennoch zeichnet sich ein anschaulicher Trend in manchen Ländern ab.

Ganz oben auf der Liste der Länder mit einer guten Work-Life-Balance steht Dänemark. Der OECD-Durchschnitt bezüglich der Stundenverwendung auf Freizeitaktivitäten, Essen und Schlafen liegt bei 15 Stunden. In Dänemark sind es hingegen 16,1 Stunden.

Auf dem zweiten Platz ist Spanien mit 16 Stunden, gefolgt von Belgien mit 15,7 Stunden. Deutschland liegt mit 15,3 Stunden auf Platz 7 und immer noch über dem Durchschnitt. Schlusslicht bilden übrigens Mexiko und weit abgeschlagen die Türkei.

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