Wolff-Parkinson-White-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2017
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Vom Wolff-Parkinson-White-Syndrom (kurz: WPW-Syndrom) betroffene Menschen leiden unter einem gewöhnlich nicht lebensbedrohlichen Herzfehler. Durch eine zusätzliche Leitungsbahn für die Herzfunktion steuernden elektrischen Impulse kommt es zu Herzrasen. Tachykardien bei jungen Erwachsenen sind häufig ein Anzeichen, dass ein Wolff-Parkinson-White-Syndrom vorliegt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Wolff-Parkinson-White-Syndrom?

Beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom wird die Störung der Herzfrequenz durch eine zusätzliche Leitungsbahn für die elektrischen Impulse verursacht. Es handelt sich um einen angeborenen Herzfehler, der sich zumeist erst bei den Betroffenen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr zeigt. Deutlich früheres Auftreten bei Kindern oder aber sehr viel später im fortgeschrittenen Erwachsenenalter ist ebenfalls möglich.

Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom äußert sich durch eine unvermittelt einsetzende starke Erhöhung der Herzschläge. Es kommt zu einer Tachykardie, die manchmal nur wenige Minuten anhält, in schweren Fällen auch mehrere Stunden anhalten kann. Das Wolff-Parkinson-White-Sydrom ist in der Regel nicht lebensgefährlich.

Ursachen

Durch das Wolff-Parkinson-White-Syndrom ist der normale Kontraktionsablauf des Herzens gestört. Er wird über ein Erregungsleitersystem gesteuert. In diesen Herzmuskelzellen entstehen elektrische Impulse, die dazu führen, dass sich das Herz zusammenzieht oder entspannt. Übertragen werden diese Impulse ausschließlich über den AV-Knoten.

Beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom existiert eine Ergänzung dieses normalen Erregungsleitersystems. Die Impulse verbreiten sich mehr nur alleine über den AV-Knoten, sondern sie finden einen oder auch selten mehrere zusätzliche Leiter. Dies führt zu einem Kreisen der Impulse zwischen Vorhöfen und Herzkammern. Der Herzschlag beschleunigt sich ohne jede Vorankündigung.

Er kann eine Frequenz erreichen, die gesundheitsgefährdend ist, obwohl die beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom nicht unbedingt auftritt. Eher kommt es zu Engegefühlen, Benommenheit oder auch den oft mit Herzrasen verbundenen Angstgefühlen. So schnell wie der vermehrte herschlag auftritt, so abrupt hört er beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom auch wieder auf.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Treten die auf ein Wolff-Parkinson-White-Syndrom hinweisenden Tachykardien auf, wird durch den behandelnden Arzt ein EKG angeordnet. Zeigen sich dort Abweichungen, ist im nächsten Schritt ein Langzeit-EKG erforderlich, um die Herztätigkeit über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

In einigen Fällen wird beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom auch eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt, um die genaue Position des zusätzlichen Erregungsleiters zu ermitteln, der als Kent-Bündel bezeichnet wird. Gewöhnlich verläuft das Wolff-Parkinson-White-Syndrom ohne weitere Beeinträchtigungen des Betroffenen. Die Anfälle von Herzrasen sind unangenehm, aber nur selten lebensbedrohlich.

Bei schweren Ausprägungen ermüden die Betroffenen schneller als gesunde Menschen und neigen zu Ohnmachts- oder Schwindelanfällen. In Einzelfällen kann es allerdings mit anderen Herzerkrankungen zusammentreffen und Kammerflimmern bis zum Herztod auslösen. Kinder, die bereits Symptome des Wolff-Parkinson-White-Syndroms zeigen, leiden oft an Appetitlosigkeit, haben Konzentrationsschwierigkeiten und es kann zu Entwicklungsverzögerungen kommen.

Komplikationen

Beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung, die von einem Arzt behandelt werden muss. Eine Selbstheilung tritt dabei nicht ein und die Betroffenen können im schlimmsten Falle am Herzfehler versterben. In der Regel führt das Wolff-Parkinson-White-Syndrom zu Störungen des Herzrhythmus.

Dabei können die Patienten keine anstrengenden Tätigkeiten oder Sportarten ausführen und sind in ihrem Alltag dadurch deutlich eingeschränkt. Auch Herzrasen tritt dabei häufig auf und kann zu Schweißausbrüchen oder zu einer Panikattacke führen. In vielen Fällen leiden die Betroffenen auch an einer Atemnot und damit an Schwindelgefühlen oder an Erbrechen.

Weiterhin kommt es häufig zu Angstzuständen oder zu einer Verwirrung. Bei einer starken Atemnot können die Patienten auch das Bewusstsein verlieren. Die Behandlung des Wolff-Parkinson-White-Syndroms wird durch einen operativen Eingriff durchgeführt. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen.

Die Betroffenen sind allerdings auch nach dem Eingriff auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen. In Notfällen muss eine Behandlung durch einen Notarzt durchgeführt werden. Auch die Lebenserwartung des Patienten ist durch das Wolff-Parkinson-White-Syndrom deutlich verringert und eingeschränkt.

Behandlung & Therapie

Das Wolff-Parkinson-White-Syndrom ist nicht in jedem Fall behandlungsbedürftig. Vielfach wird es nur durch Zufall diagnostiziert, da die Betroffenen beschwerdefrei sind. In anderen Fällen erlernen die Patienten sogenannte Vagusmanöver, die aus Bewegungen, Schlucken von kalten Getränken oder anderen Aktionen bestehen, die den Vagusnerv stimulieren und den Herzschlag wieder normalisieren.

Neben diesen einfachen Methoden besteht die Möglichkeit der medikamentösen Behandlung beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom. Herzmedikamente, die geeignet sind, die Tachykardie zu unterbrechen sind in Tablettenform oder auch als Injektionen erhältlich. Sie werden in der Regel dann eingenommen, wenn sich die Symptome zeigen, und sind keine Dauermedikamente zur Behandlung des Wolff-Parkinson-White-Syndroms.

Bei einem besonders schwerwiegenden Anfall von Herzrasen kommt ein Defibrillator zum Einsatz. Durch den verabreichten Stromstoß wird der Impulskreis unterbrochen und der Herzschlag normalisiert sich wieder. Ist die genaue Position des Kent-Bündels bekannt, besteht außerdem die Möglichkeit, die Anomalie des Wolff-Parkinson-White-Syndroms mit einer hohen Erfolgsquote zu beseitigen.

Dabei wird über einen Herzkatheter die betreffende Muskelstelle im Herzen mit Strom soweit erhitzt, dass die Zellen dort gezielt absterben und vom Wolff-Parkinson-White-Syndrom ausgelöste Tachykardien gar nicht mehr erst entstehen können.

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Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen sind beim angeborenen Wolff-Parkinson-White-Syndrom nicht möglich. Dies gilt für das eigentliche Auftreten der Erkrankung ebenso wie für die ohne Ankündigung auftretenden Phasen des Herzrasens. Die Herzgesundheit sollte aber bei einem Wolff-Parkinson-White-Syndrom aber regelmäßig kontrolliert werden.

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Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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