Wirbelkörperfraktur (Wirbelkörperbruch)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Die Wirbelkörperfraktur, auch als Wirbelkörperbruch bekannt, betrifft eine Beschädigung des wie ein Teller geformten Teils des Wirbels. Dieser zum Körperinnern befindliche Wirbelteil kann krankheitsbedingt oder durch ein Trauma, wie einen Unfall, verletzt werden. Der Wirbelkörperbruch ist schmerzhaft und je nach Art oder Stärke sind Verletzungen des Rückenmarks, der Bänder und Sehnen möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Wirbelkörperfraktur?

Eine Wirbelkörperfraktur betrifft ausschließlich den scheibenförmigen Wirbelkörper, der zugleich die Auflagefläche der Bandscheiben darstellt. Die Wirbelkörperfraktur selbst ist in unterschiedliche Typen einteilt, die die Art des Bruchs beschreiben.

Die Einstufung in Frakturen des A-Typs, B-Typs und C-Typs weist dabei zugleich auf die Art der Krafteinwirkung hin, die die Wirbelkörperfraktur ausgelöst hat. Es wird unterschieden zwischen Kompressionsbrüchen, die durch eine Stauchung der Wirbel entstehen und als A-Frakturen bezeichnet werden.

Bei Distraktionsbrüchen kommt es zu einer Überstreckung nach vorne oder hinten, während Rotationsbrüche durch eine Verdrehung der Wirbelsäule entstehen. Diese Rotationsbrüche des C-Typs gehören zu den schwersten Formen der Wirbelkörperfraktur, da bei dieser Ursache häufig auch Frakturen des restlichen Wirbels auftreten.

Ursachen

Die Wirbelkörperfraktur ist in vielen Fällen Folge einer Sportverletzung oder eines Unfallgeschehens. Dabei wird durch die übermäßige Belastung und Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule der Wirbelkörper Kräften ausgesetzt, die zu einer Wirbelkörperfraktur führen.

Die Bandscheiben reichen in diesen Fällen nicht aus den knöchernen Wirbelkörper zu schützen und den an unterschiedlichen Stellen plötzlich auf die Struktur einwirkenden Druck abzufedern. Neben der Wirbelkörperfraktur bei gesunden Patienten ist auch der Wirbelkörperbruch aus Krankheitsgründen möglich. Besonders häufig sind davon ältere Menschen betroffen, die noch dazu an einer die Knochenstruktur schwächenden Krankheit leiden.

Bei einer bestehenden Osteoporose kann ohne auffällige Krafteinwirkung auf den Knochen eine Wirbelkörperfraktur auftreten. Auch einige Krebserkrankungen greifen die Knochenstabilität an und führen schon bei einer normalen Bewegung zu einem Wirbelkörperbruch.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Wirbelkörperfraktur äußert sich durch einen starken Schmerz im Rücken. Nach einem Unfallgeschehen ist dies immer ein Indikator, einen Arzt für eine nähere Untersuchung zu konsultieren. Patienten mit einer bekannten Knochenerkrankung sollten ebenfalls bei neu auftretenden Rückenschmerzen die Ursache durch ihren behandelnden Arzt abklären. Dieser wird im bildgebenden Verfahren die Wirbelsäule auf Schäden untersuchen und zumeist schon auf dem Röntgenbild die Wirbelkörperfraktur feststellen.

Auch ein zunächst nur schmerzhafter Wirbelkörperbruch kann Empfindungsstörungen, Lähmungen der Extremitäten und dauerhafte Schmerzen verursachen. Inkontinenz und Darmlähmungen sind ebenfalls als Symptome und Folge der Wirbelkörperfraktur möglich. Heilt die Wirbelkörperfraktur aus, ist eine Verengung des Wirbelkanals durch die Veränderung der Oberfläche entlang der Bruchstellen als Spätfolge realistisch.

Komplikationen

Die Komplikationen im Zusammenhang mit einem Wirbelkörperbruch sind mitunter von der Art und Kompliziertheit des Bruchs und von einer erfolgten oder nicht erfolgten Behandlung abhängig. Die meisten Wirbelkörperfrakturen können, insofern rechtzeitig erkannt und behandelt, ohne größere Folgeschäden ausheilen, wobei mögliche Ursachen betrachtet werden müssen.

Die gravierendste Komplikation in diesem Zusammenhang ist die Querschnittslähmung, die durch ein Einklemmen und Verletzen des Rückenmarks bedingt sein kann. Dies kommt vor allem bei stark verschobenen Fragmenten der Wirbelkörper oder durch ein Zusammenfallen einzelner Wirbelkörper (meist im Zusammenhang mit Osteoporose) vor. Aber auch teilweise entstehende Lähmungen können, je nach Höhe des gebrochenen Wirbels, vorkommen.

So können etwa die Arme, die Beine oder auch die Darm- und Blasenentleerung betroffen sein. Eine Rückenmarksschädigung kann zudem zu Atemproblemen und neurologischen Störungen führen. Hierunter fallen Ausfälle der bewussten Wahrnehmung, Gefühlsstörungen und das Unvermögen, die eigenen Körperteile zielgerichtet zu verwenden.

Wird ein Wirbelkörper derart gebrochen, dass er dauerhaft in seiner Struktur geschädigt sein wird, kann es zu einer Schiefstellung des Rückens (Buckelbildung), einer Körpergrößenverringerung und zu chronischen Schmerzen kommen. Die operativen Verfahren zur Behandlung einer Wirbelkörperfraktur können, je nach Lokalisation und Bruch, ein Komplikationsrisiko mit sich führen, das vor allem im Zusammenhang mit möglichen Verletzungen des Rückenmarks steht.

Behandlung & Therapie

Die Wirbelkörperfraktur wird je nach Art und Schweregrad konservativ oder operativ behandelt. Bei einem unfallbedingten Bruch ist zunächst die Stabilisierung bis zur genaueren Diagnose wichtig, um weitere Schäden am Wirbel und dem Rückenmark zu verhindern.

Ergibt die Untersuchung, dass der Bruch sich mit einer weiteren Stabilisierung behandeln lässt, muss der Patient mit einer guten Schmerztherapie die Ausheilphase in relativer Ruhe, aber nicht in Bewegungslosigkeit durchleben. Auslösende Krankheiten wie Osteoporose werden in einer Kombinationstherapie mitbehandelt, um die Ursachen wirksam zu bekämpfen. Wirbelkörperbrüche im Bereich der Brustwirbelsäule werden durch den Brustkorb selbst ausreichend gestützt und auf zusätzliche Stützen kann zumeist verzichtet werden.

Erst, wenn zu befürchten ist, dass das Rückenmark durch den Wirbelkörperbruch geschädigt oder noch mehr beeinträchtigt wird, ist ein operativer Eingriff erforderlich. Dabei ist es das Ziel des Operateurs, die Wirbelkörperfraktur wieder mit unterschiedlichen Mitteln wie Platten, Schrauben oder körpereigenem Knochenmaterial zu stabilisieren. Der Druck wird bei der Korrektur der Wirbelkörperfraktur vom Rückenmark genommen und die entstandene Stellungsveränderung der Wirbelsäule möglichst komplett korrigiert.

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Vorbeugung

Eine Wirbelkörperfraktur lässt sich zumindest dann vermeiden, wenn bei unfallgeneigten Sportarten auf eine gute Ausrüstung und den korrekt erlernten Bewegungsverlauf Wert gelegt wird. Krankheitsbedingte Wirbelkörperbrüche können dagegen gut vermieden werden, indem die Grunderkrankung frühzeitig und sorgfältig behandelt wird. So lassen sich die Beeinträchtigungen der Knochenstruktur aufhalten oder zumindest verlangsamen und ein Wirbelkörperbruch abwehren.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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