Winterzwiebel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Dezember 2016
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Botanisch wird die Winterzwiebel auch als Allium fistulosum bezeichnet. Es gibt eine Reihe von Synonymen für die Art, wobei die bekanntesten vermutlich Frühlingszwiebel oder Lauchzwiebel sind. Andere Bezeichnungen sind Jungzwiebel, Jakobslauch, Johannislauch, Grober Schnittlauch oder Winterheckenzwiebel.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über die Winterzwiebel wissen

Die Winterzwiebel gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Es handelt sich um ausdauernde Pflanzen, die krautig wachsen und bis zu einem Meter hoch werden können. Ihre Mindestwuchshöhe beträgt dreißig Zentimeter. Die Laubblätter der Winterzwiebel sind hohl und rund. Die Blüten der Pflanze bilden sich zwischen Juni und August aus und besitzen eine weiße Färbung. Die Hüllblätter sind kürzer als die Stiele der Blüten, während die Staubblätter weit über deren Hülle hinaus ragen. Eine Einzelblüte ist etwa einen Zentimeter groß.

Die Reifezeit der Samen der Winterzwiebel ist im Juli und August. Selten reicht der Zeitraum bis in den September. Die horstbildende Pflanze entwickelt Zwiebeln, die eine lange und zylindrische Form aufweisen und weiß sind. Seltener sind rote Färbungen. Die Winterzwiebel ist also keine Speisezwiebel im eigentlichen Sinne, sondern ähnelt eher dem Porree. Die Bezeichnung "Zwiebel" ist irreführend.

Die Winterzwiebel wird bei Heilkundigen nicht nur zur Stärkung der Gesundheit eingesetzt, sondern findet auch Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Fiebererkrankungen und in der Cholesterinsenkung.

Im asiatischen Raum sind verschiedene Kulturtypen der Winterzwiebel bekannt. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Orient, wo sie schon vor rund 4000 Jahren angebaut wurde. In China wurde dem hingegen keine Speisezwiebel angebaut. Dies ist erst seit einigen Jahrzehnten der Fall. Außerdem wachsen Winterzwiebeln auch in Wildform in Sibirien. Von dort aus kam sie im 17. Jahrhundert nach Europa. Dabei wurde sie vermutlich über Russland transportiert. In England wurde sie 1629 eingeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte der Anbau der Winterzwiebel auch in Deutschland eine recht große Rolle. Neben der Kartoffel galt sie als eine der wichtigsten Gemüsesorten. Inzwischen ist die Winterzwiebel zur Kulturpflanze geworden. Angebaut wird sie heute vor allem in tropischen Gebieten. Sie verträgt Frost und kann daher bereits im Vorjahr ausgesät werden.

In Asien erfolgt der Anbau der Winterzwiebel meist nach dem Reis. Die optimale Temperatur für die Pflanze liegt bei maximal 25 und minimal 15 Grad Celsius. Zu finden sind Frühlingszwiebeln ganzjährlich, wobei sie in Herbst und Winter aus dem Treibhaus stammen. Häufig ist es jedoch so, dass Gemüse aus dem Treibhaus einiges an Geschmack einbüßt. Außerdem sind die Pflanzen oftmals stärker behandelt.

Am besten schmecken die Winterzwiebeln, die zwischen April und September aus dem Freilandanbau in die Läden kommen. Den Namen verdankt die Pflanze unter anderem ihrem leichten Zwiebelgeschmack, der allerdings nicht so penetrant ist wie bei handelsüblichen Küchen- beziehungsweise Speisezwiebeln.

Bedeutung für die Gesundheit

Die Winterzwiebel ist bekannt für ihre positive Wirkung auf die Gesundheit. So findet sie sich unter anderem in Heilpflanzen-Lexika. Sie besitzt eine Reihe unterschiedlicher Heilwirkungen, die von antibakteriell bis schleimlösend reichen.

In der Tat wird bei Heilkundigen die Winterzwiebel nicht nur zur Stärkung der Gesundheit eingesetzt, sondern findet auch Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Fiebererkrankungen und in der Cholesterinsenkung. Daneben wird der Winterzwiebel eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs nachgesagt. Sie kann neben ihrer Anwendung als Nahrungsmittel zusätzlich für Umschläge verwendet werden. Auch der Saft findet Anwendung. Die Winterzwiebel hilft gegen Kopfschmerzen, Halsentzündungen und Heiserkeit. Außerdem wird sie in der Heilkunde bei verschiedenen Arten von Stichen äußerlich angewendet. Hierzu gehören auch Wespenstiche. Daneben soll sie gegen Darmbeschwerden wie Koliken oder Durchfall helfen und auch Magenschmerzen bekämpfen. Andere Anwendungsgebiete sind Erfrierungen, Eiterbeulen, Würmer oder Blutarmut.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 34 Fettgehalt 0,4 g
Cholesterin 0 mg Natrium 17 mg
Kalium 212 mg Kohlenhydrate 7 g
Ballaststoffe 2,4 g Eiweiß 1,9 g

Besonders interessant für die Heilwirkung der Winterzwiebel sind die enthaltenen ätherischen Öle und Gerbstoffe. Die Pflanze enthält zudem insulinähnliche Stoffe wie Schwefelverbindungen und Alliin. Daneben enthalten sie die Vitamine B3, B6 und C und sekundäre Pflanzenstoffe, denen ebenfalls ein positiver Effekt auf die Gesundheit nachgesagt wird. Zu erwähnen sind hier beispielsweise Sulfide und Quercetin. Flavonoide gehören zu den Stoffen, die in vielen Heilpflanzen enthalten sind. Die enthaltenen Mineralien sind gesund und decken zudem teilweise den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Hierzu gehören auch Spurenelemente wie Kalium und Eisen. Daneben findet sich auch Beta-Carotin in der Winterzwiebel.

Winterzwiebeln enthalten außerdem kaum Fett und sind damit auch für Figurbewusste interessant. In 100 Gramm Winterzwiebeln sind gerade einmal 23 Kalorien und 0,5 Gramm Fett enthalten. Auf die gleiche Menge der Pflanze kommen zwei Gramm Eiweiß, drei Gramm Kohlenhydrate und 1,5 Gramm Ballaststoffe.

Unverträglichkeiten & Allergien

Zu systematischen Unverträglichkeiten gegen Winterzwiebeln kommt es nur sehr selten. Reaktionen sind zudem recht harmlos. In schlimmen Fällen kann es zu Husten, Rhinokonjunktivitis oder Atemproblemen kommen. Manche Menschen können Winterzwiebeln außerdem nicht verdauen, weshalb es zu Beschwerden im Verdauungstrakt kommen kann. Bemerkbar machen sich diese Unverträglichkeiten durch Krämpfe, Blähungen oder Durchfall.

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Einkaufs- & Küchentipps

Angeboten werden Winterzwiebeln meistens im Bund. Sie finden sich in nahezu jedem gut sortierten Supermarkt. Beim Kauf sollte vor allem auf die Frische der Zwiebeln geachtet werden. Die kleinen Zwiebeln sollten nicht verletzt sein oder mitgenommen wirken. Ist das Grün der Winterzwiebel noch frisch und knackig, ist das Gemüse in der Regel in Ordnung.

Allzu lange sollten Frühlingszwiebeln allerdings nicht gelagert werden. Im Kühlschrank halten sie sich maximal drei Tage. Danach sollten sie verbraucht werden. Der maximale Lagerungszeitraum verlängert sich durch das Abschneiden des Grüns auf fünf Tage. Daneben besteht die Möglichkeit, Winterzwiebeln einzufrieren. Dieser Prozess kann sich jedoch negativ auf den Geschmack des Gemüses auswirken. Die Vorbereitung der Winterzwiebel erfolgt durch Entfernen des Grüns und der Wurzelansätze. Die Pflanze wird gewaschen und vorsichtig getrocknet. Danach kann die Außenhaut abgezogen und die Zwiebeln zerkleinert werden. Je nach Rezept eignet die Winterzwiebel sich besonders als Brotgarnitur oder Rohkost.

Zubereitungstipps

Das Gemüse passt zu nahezu jedem herzhaften Gericht. Dies verbindet die Winterzwiebel mit der Küchenzwiebel. Die Frische ist besonders im Frühling sehr beliebt und das sanfte Aroma lässt sich mit fast allem kombinieren. Aufgrund ihrer Zartheit ist sie vor allem für die Gerichte geeignet, die nicht oder nur kurz gegart werden.

Besonders gerne wird die Winterzwiebel für Kräuterquark, Saucen oder Dips verwendet. Sie macht sich aber auch in Suppen oder Pilzgerichten gut. Haupteinsatzgebiete sind außerdem Eierspeisen und Gemüsegerichte. In der Asiaküche wird die Winterzwiebel besonders häufig verwendet. Auch als Beiwerk steuert sie einiges bei. Sie passt zu verschiedenen Wok-Gerichten oder zu Fisch. Beliebt sind beispielsweise gebratene Mungosprossen mit Winterzwiebeln, Lachsspieße oder Zanderfilets. Ebenso lässt sie sich für Aufläufe, in Tortillas oder Sandwichs verwenden. Als Beilage eignen sich Winterzwiebeln auch in gefüllten Tomaten oder Paprika.

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