Wiesensalbei

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Der Wiesensalbei (Salvia pratensis) gehört zur Familie der Lippenblütler. Er wirkt ähnlich wie der verwandte Gartensalbei, ist aber in seiner Wirkung deutlich milder.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Wiesensalbei

Der Wiesensalbei ist eine ausdauernde Pflanze, die lichte Standorte bevorzugt. Sinkt die Lichtdosis nur um 20 Prozent, kann der Wiesensalbei schon steril werden. Die Pflanze ist durch eine bis zu einem Meter lange Pfahlwurzel fest in der Erde verankert. Sie wird bis zu 60 Zentimeter hoch. Die aufrechten Stängel sind vierkantig geformt. An ihnen sitzen grundständig Blätter. Sie sind deutlich größer und weicher als die Blätter des Gartensalbeis.

Am Grunde sind die Blätter herzförmig. Die Deckblätter des Blütenstandes sind eher klein. Von Ende April bis zum späten Sommer zeigen sich die blau-violetten Blüten des Wiesensalbeis. Es handelt sich dabei um vormännliche Lippenblüten. Die einzelnen Blüten sind zwischen zwei und drei Zentimetern lang und zweilippig. Sie sind fünfteilig und langröhrig. Der Kelch ist glockenartig geformt.

Der Wiesensalbei mag kalkhaltige und nährstoffhaltige Böden. Er kommt in Europa und seltener auch in Kleinasien vor. In Deutschland findet man ihn häufig auf Deponien oder Holzabladeflächen. Auch entlang von Bahnstrecken, an Wegrändern, auf Feldern oder Grasflächen und in Parkanlagen fühlt sich der Wiesensalbei wohl.

Wirkung & Anwendung

Im Grunde lässt sich der Wiesensalbei ähnlich wie der Gartensalbei verwenden. Die Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavonoide. Diese Stoffe wirken adstringierend (zusammenziehend), blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend und anregend. Die Anwendungsgebiete sind dementsprechend vielfältig. Hauptsächlich ist der Wiesensalbei für seine schweißhemmende Wirkung bekannt.

Bei zu starkem Schwitzen wirkt er regulierend auf die Schweißbildung. Der Salbei wird deshalb gerne in der Pubertät oder in den Wechseljahren angewendet. Hier neigen Frauen häufig durch Hormonumstellungen zu Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen. Der Salbeitee hilft in diesen Fällen aber nicht nur weil er schweißtreibend wirkt, sondern auch weil er östrogenhaltige Substanzen enthält.

Dadurch kann er bei zahlreichen Wechseljahrsbeschwerden und bei Menstruationsbeschwerden helfen. Auch Nachtschweiß kann mit einem Tee aus Wiesensalbei gelindert werden. Für einen Salbeitee benötigt man einen Teelöffel mit getrockneten Salbeiblättern. Die getrockneten Blätter werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen, sollte der Tee abgedeckt ziehen. Die Ziehzeit beträgt etwa fünf Minuten. Es wird empfohlen, täglich zwei bis vier Tassen Salbeitee zu trinken.

Der Wiesensalbei mag kalkhaltige und nährstoffhaltige Böden. Er kommt in Europa und seltener auch in Kleinasien vor.

Der Tee wird auch gerne zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Hier wirkt der Salbei gut aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe. Zudem stärkt Salbei die Lungenfunktion. Er wird deshalb nicht nur bei infektiösen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, sondern kann auch bei Raucherhusten helfen. Bei Heiserkeit und Kehlkopfentzündungen empfiehlt es sich, mit dem Tee zu gurgeln.

Alternativ lassen sich aus dem Wiesensalbei mit etwas Aufwand auch leckere Salbeibonbons herstellen. Diese können bei Bedarf gelutscht werden und kommen im Gegensatz zu den kommerziellen Bonbons ganz ohne Zusatzstoffe aus. Salbeitee kann stillenden Müttern in der Abstillphase verabreicht werden. Der Tee bremst die Milchproduktion, sodass ein Milchstau verhindert werden kann. Zusammen mit Birkenblättern und getrockneter Schafgarbe wird Salbei in der Naturheilkunde auch unterstützend bei der Behandlung von Diabetes verabreicht.

Der Tee wirkt aber nicht nur innerlich, er kann auch äußerlich für Waschungen, Spülungen und Bäder verwendet werden. Äußerlich angewendet lindert der Tee den Juckreiz bei Insektenstichen. Auch schlecht heilende Wunden, Ekzeme oder Geschwüre können von der entzündungshemmenden und desinfizierenden Wirkung des Wiesensalbeis profitieren.

Zur Schweißhemmung kann der Tee unterstützend auch äußerlich angewendet werden. Insbesondere übermäßiges Schwitzen an den Füßen lässt sich durch Salbeifußbäder gut behandeln. Vaginale Spülungen mit Salbei helfen zudem gegen Weißfluss. Aus den Blättern des Wiesensalbeis lässt sich ein ätherisches Öl gewinnen. Im Handel ist aber in der Regel nur das ätherische Öl des Gartensalbeis erhältlich. Von der Wirkung her ähneln sich beide Öle.

Niedrig dosiert kann das ätherische Öl auch innerlich angewendet werden. Es wirkt hier insbesondere auf den Verdauungstrakt. Eine kräftigende, entkrampfende und appetitanregende Wirkung kann beobachtet werden. Auch als ätherisches Öl wirkt der Salbei antibakteriell und entzündungshemmend. Des Weiteren bleibt auch die schweißhemmende Wirkung erhalten. Äußerlich angewendet wirkt das ätherische Öl des Wiesensalbeis wundheilend. Zudem soll es rheumatische Beschwerden lindern. Ebenso wie der Gartensalbei lässt sich auch der Wiesensalbei als Küchenkraut verwenden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der Wiesensalbei ähnelt in seiner Wirkung dem Gartensalbei. Allerdings ist die Wirkung des Gartensalbeis stärker. Deshalb wurde der Gartensalbei auch deutlich besser erforscht und erhielt zudem von der Kommission E eine positive Monografie. Die Anwendung wird von der Kommission insbesondere bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut empfohlen.

Auch zur Behandlung von leichten Verdauungsbeschwerden sei der Salbei geeignet. Ebenso erwähnt die Kommission E die schweißhemmende Wirkung. Da der Wiesensalbei dem Gartensalbei sehr ähnelt, können diese positiven Empfehlungen durchaus übernommen werden. Aufgrund der stärkeren Wirkung sollte allerdings falls möglich auf den Gartensalbei zurückgegriffen werden.

Trotzdem ist es gut zu wissen, was der Wiesensalbei alles kann. Ist grad kein Gartensalbei zur Hand, findet sich in der näheren Umgebung sicherlich irgendwo der Wiesensalbei. Dieser kann dann genau so verwendet werden wie sein Verwandter und bringt vermutlich ähnliche Erfolge. Eventuell müssen die Anwendungsdauer und die Dosierung angepasst werden. Fertigarzneimittel, die aus dem Wiesensalbei hergestellt werden, gibt es allerdings nicht.

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