Wiesenknopf

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Der Wiesenknopf (Sanguisorba) zählt zu den Rosengewächsen und kommt vor allem in Nordamerika, in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel und in Asien vor.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Wiesenknopfs

Die Gattung Wiesenknopf ist eine krautige Pflanze, die eine Höhe von etwa 50 bis 200 cm erreicht und vorwiegend auf feuchten Wiesen zu finden ist. Die Blütenkolben haben eine leuchtend dunkelrote Farbe und sehen wie Knöpfe aus, wodurch die Pflanze auch ihren Namen erhielt. Der Wiesenknopf ist mit Heilkräutern wie dem Odermennig oder dem Mädesüß verwandt.

Er zählt ungefähr 30 Arten, wobei die bekanntesten der kleine und der große Wiesenknopf sind. Synonyme für die Pflanze sind Herrgottsbärtlein, Blutströpfchen, Blutkraut oder Wiesenbibernelle. Der Wiesenknopf ist winterhart und mehrjährig, seine Wurzeln sind rostfarben bis dunkelbraun. Die Blätter sind hellgrün gefärbt und weisen eine filigrane Fiederung auf. Die Blattränder sind gesägt, Blätter und Stängel weisen keine Behaarung auf. Die Blütenköpfe bilden etwa 40 Einzelblüten und erreichen eine Länge von 2 bis 6cm.

Die Pflanze blüht zwischen Juli und September, ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Gerbstoff, Pseudosaponine beziehungsweise Saponine. Im Kräutergarten wird häufig der kleine Wiesenknopf angebaut. Er ist nicht sehr anspruchsvoll und gedeiht besonders gut in schwerer und feuchter Erde, wobei sich sein Aroma besser in der Sonne entfalten kann. Der kleine Wiesenknopf hat im Gegensatz zum großen Wiesenknopf grünliche Blütenköpfe, die einen Durchmesser von 1 bis 3cm erreichen. Der kleine Wiesenknopf ist wintergrün und blüht zwischen Mai und August.

Wirkung & Anwendung

Der Wiesenknopf ist ein sehr altes Heilkraut, das vorwiegend zur Wundheilung beziehungsweise bei Blutungen verwendet wurde. Bekannt war die Pflanze bereits in der Antike beziehungsweise im Mittelalter, wo sie in zahlreichen Kräuterbüchern Erwähnung fand. Zur Zeit der Pest galt sie gemeinsam mit dem Wacholder als ein wichtiges Mittel zum Überleben. Außerdem verwendete man die Pflanze früher auch zur Bekämpfung von Tuberkulose und Lungengeschwüren.

Bei zu starker Regelblutung oder bei diversen Hautleiden, wobei sie als Presssaft den Speisen beigefügt oder auch in Wein angesetzt wurde. Pilger brachten das Saatgut der Pflanze nach Neuengland, von wo aus sie sich schließlich über Süd- und Mitteleuropa ausbreitete. Hildegard von Bingen bezeichnete das Wildkraut als Pimpernelle und schrieb ihm eine antiseptische Wirkung zu.

Die Blütenkolben haben eine leuchtend dunkelrote Farbe und sehen wie Knöpfe aus, wodurch die Pflanze auch ihren Namen erhielt.

Diese Eigenschaften sind bereits im botanischen Namen der Pflanze ersichtlich: So leitet sich die Bezeichnung Sanguisorba vom lateinischen Begriff „sanguis“ ab, was so viel wie „Blut“ bedeutet. „Sorbere“ hat die Bedeutung von „aufsaugen“. Darüber hinaus findet die Pflanze auch in der Küche Anwendung. Er schmeckt ähnlich wie die Gurke und wird auch für die bekannte Frankfurter Grüne Soße verwendet.

Empfehlenswert sind dabei vor allem die jungen Triebe und Blätter, die älteren weisen einen eher bitteren Geschmack auf. Die Blätter sind zum Beispiel für die Zubereitung von Kräuterbutter oder Kräuterquark sehr gut geeignet, außerdem können klare Suppen damit gewürzt werden. Allerdings sollten die Blätter erst nach dem Kochen hinzugefügt werden, da sonst das Aroma verschwindet.

Die Inhaltsstoffe des Wiesenknopfs haben außerdem eine entzündungshemmende, antioxidative, blutstillende sowie harntreibende Wirkung. Auf Grund dieser Eigenschaften wird die Heilpflanze bei Schleimhautentzündungen im Rachen- oder Mundbereich, zur Wundheilung, bei Frühjahrsmüdigkeit beziehungsweise bei Durchfall und Blähungen eingesetzt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der Wiesenknopf wird entweder pur, als homöopathisches Mittel oder als Tee verabreicht. In purer Form verwendet man ihn sehr oft gemeinsam mit dem Acker-Schachtelhalm zur Blutstillung. Die frischen Blätter können darüber hinaus auch zur Linderung von Sodbrennen beitragen. Den Tee verwendet man bei Entzündungen im Rachen- oder Halsbereich, wobei hier nur das Kraut verwendet wird. In der traditionellen chinesischen Medizin findet der große Wiesenknopf auch Anwendung bei blutigen Durchfällen oder Hämorrhoiden.

Für die Hausapotheke wird das blühende Kraut gemeinsam mit den Wurzeln getrocknet. Ein Tee aus dem kleinen oder großen Wiesenknopf wird mit kaltem Wasser angesetzt und zum Kochen gebracht. Er kann für Spülungen bei Zahnfleischentzündungen sowie als Mittel gegen Durchfall oder Hämorrhoiden verwendet werden. Von der frischen Pflanze benötigt man für einen Tee etwa drei Teelöffel pro 150ml Wasser, vom getrockneten Kraut kann man etwas weniger verwenden. Ein Tee kann aber auch mit der Wurzel der Pflanze zubereitet werden.

Dafür übergießt man einen Teelöffel der Wurzel mit 150ml heißem Wasser und lässt die Mischung 10 bis 15 Minuten lang ziehen, bevor man den Tee abseiht. Täglich können davon etwa drei bis vier Tassen getrunken werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Wurzel kalt anzusetzen. Dann wird sie bis zum Sieden erhitzt und nach einer Minute angeseiht. Bei starken Regelblutungen kann man jeweils 30g Wiesenknopf, Frauenmantelkraut beziehungsweise Hirtentäschelkraut mischen und fünf Teelöffel in 2 Glas Wasser ansetzen.

Wer unter einer Darminfektion leidet, kann 250g Tormentillwurzel und großen Wiesenknopf mischen, wobei jeweils vier Teelöffel in zwei Glas Wasser angesetzt werden. Bei leichten Verbrennungen wird die frisch geschälte Wurzel auf die Wunde gelegt, was zur Beschleunigung der Heilung beiträgt und infektionsvorbeugend beziehungsweise entzündungshemmend wirkt. Bei Entzündungen eignet sich außerdem eine verdünnte Tinktur.

Dafür werden 30 Tropfen Wiesenknopf-Tinktur in einem Glas Wasser aufgelöst und als Gurgellösung verwendet, um die Beschwerden zu lindern. Einige Studien diskutieren außerdem seine Wirkung gegen bösartige Tumorzellen. Vermieden werden sollte allerdings eine Überdosierung mit der Heilpflanze, da dies zu Magenbeschwerden beziehungsweise Übelkeit führen kann.

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