Wiesen-Klee

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Der Wiesen-Klee mit seinen kugelförmigen Blüten ist auf heimischen Wiesen weit verbreitet und wird seit dem frühen Mittelalter als Heilpflanze gegen unterschiedliche Beschwerden eingesetzt. Besonders bedeutend ist sein hoher Gehalt an hormonähnlichen Pflanzenstoffen, die ihn als sanfte und natürliche Alternative zur herkömmlichen Hormonersatztherapie interessant machen. Frauen in den Wechseljahren profitieren besonders von seiner östrogenähnlichen Wirkung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Wiesen-Klee

Der Wiesen-Klee oder Trifolium pratense beschreibt eine Pflanzenart innerhalb der Schmetterlingsblütler und ist auch unter der Bezeichnung Rotklee bekannt. Er war ursprünglich nur in Europa und Mittelasien beheimatet, ist durch Einbürgerung heute jedoch auf allen Kontinenten anzutreffen.

Der Wiesen-Klee erreicht Wuchshöhen von zehn bis dreißig Zentimetern und besitzt spitz zulaufende, ovale oder elliptische Blätter, die eine weiße Zeichnung in der Mitte aufweisen. Die bis zu achtzehn Millimeter großen kugeligen und zart duftenden Blüten sind von dunkelrosa bis roter Farbe und erscheinen ab dem Frühsommer. Der wilde Wiesen-Klee gedeiht in Europa auf trockenen Futter- und Fettwiesen, auf Waldlichtungen, an Wegrändern, in Feldern und in Halbtrockenrasen.

Als Naturheilmittel und proteinreiche Futterpflanze für Nutzvieh wird der Wiesen-Klee in China und vielen Ländern Osteuropas im großen Stil kultiviert. Er gedeiht am besten in nährstoffreichen und kalkhaltigen Böden mit hohem Lehm- und Tonanteil und ist im Flachland ebenso anzutreffen wie in Gebirgslagen von bis zu 2600 Metern Höhe.

Wirkung & Anwendung

Der Wiesen-Klee enthält neben Wachsen, Fetten, ätherischen Ölen, Spurenelementen und Gerbstoffen hohe Mengen an Isoflavonoiden, die für die menschliche Gesundheit bedeutend und in ähnlicher Konzentration auch im Soja nachweisbar sind. Diese sekundären Pflanzenstoffe werden auch als Phytoöstrogene bezeichnet und sind von der Struktur und Wirkung dem weiblichen Hormon Östrogen sehr ähnlich.

Deshalb werden die Blüten und Blätter des Wiesen-Klees für die Herstellung unterschiedlicher Präparate verwendet, die Frauen die hormonelle Umstellung während der Menopause erleichtern. Wiesen-Klee enthält mit Biochanin, Daidezin, Genistein und Formononetin vier der insgesamt fünf Isoflavonoiden. Diese sind in gelöster Form in den Zellen der Pflanze vorhanden und kommen in Wiesen-Klee-Extrakten zur Anwendung. Seit einigen Jahren werden Präparate auf Basis von Wiesen-Klee als pflanzliche Alternative zur Hormonersatztherapie immer bedeutender.

Als Teeaufguss oder innerlich angewandte Tinktur entfaltet der Wiesen-Klee seine entzündungshemmende Wirkung gegen Rheuma, Gicht und andere Gelenkserkrankungen.

Rotklee-Extrakt kann in Form von Kapseln und flüssigen Präparaten eingenommen werden, die speziell für Frauen in der Menopause hergestellt sind. Zusätzliche Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und natürliche Öle in solchen Arzneimitteln unterstützen Immunsystem und Stoffwechsel und leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln. Neben dem Pflanzenhormon Phytoöstrogen ist auch die stark entzündungshemmende und blutreinigende Wirkung des Rotklees für die menschliche Gesundheit von Bedeutung.

Teeaufgüsse werden innerlich angewandt und aus den frisch gesammelten oder getrockneten Blütenköpfchen und Blättern zubereitet. Diese werden mit kochendem Wasser übergossen und sollten etwa zehn Minuten lang ziehen. Nach dem Abseihen ist der Tee schlückchenweise zu trinken, wobei drei Tassen täglich als maximale Menge angegeben werden. Für eine optimale Wirkung empfiehlt sich die Anwendung über mindestens vier bis sechs Wochen. Die getrockneten Blätter können auch Kräuterteemischungen beigefügt werden, um ihre sanfte hormonstabilisierende Wirkung zu entfalten.

Alternativ lässt sich eine Tinktur herstellen, indem die Kleeblüten mit Weingeist übergossen und in ein Schraubglas gefüllt werden. Nach mehreren Wochen kann die Mischung abgeseiht werden. Sie eignet sich zur innerlichen Anwendung, kann aber auch pur oder in Umschlägen auf die Haut aufgetragen und als Badezusatz verwendet werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die östrogenähnliche Wirkung der Isoflavonoide schützt Frauen und Männer vor unterschiedlichen Beschwerden und Erkrankungen, die mit einem gestörten oder veränderten Hormonhaushalt zusammenhängen. Die Einnahme von Präparaten auf Basis von Wiesen-Klee kann das Risiko, an Brust-,Eierstock- und Gebärmutterkrebs sowie Prostatatumoren zu erkranken, nachweislich reduzieren.

Wenn mit zunehmendem Alter die Hormonproduktion bei Männern und Frauen nachlässt, kann die Einnahme von Arzneistoffen auf Basis von Wiesen-Klee oder der Genuss des Tees als Ergänzungstherapie eingesetzt werden. Typische Wechseljahrbeschwerden wie Schweißausbrüche, Hitzewallungen und psychische Symptome wie Unausgeglichenheit, Nervosität, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen können durch die Anwendung von Wiesen-Klee wirksam gelindert werden.

Von der positiven Wirkung auf den Hormonhaushalt profitieren nicht nur Frauen und Männer mittleren Alters, sondern auch junge Menschen, denn Östrogen spielt in jedem Alter eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Ein Mangel dieses Hormons kann zu Konzentrationsstörungen, einer verminderten Durchblutung der inneren Organe und einem hohen Cholesterinspiegel führen und die Stimmung, den Schlaf und den Fettstoffwechsel negativ beeinträchtigen.

Rotklee-Extrakt oder Tee senkt daher das Risiko für Arteriosklerose, Übergewicht und seelische Störungen. Zahlreiche Studien belegen zudem eine vorbeugende Wirkung des Wiesen-Klees gegen Osteoporose, da die Phytoöstrogene die Knochendichte erhalten.

In der Naturheilkunde wird der Rotklee seit Jahrhunderten gegen Entzündungen ebenso eingesetzt wie gegen chronische Hauterkrankungen, grippale Infekte und Geschwüre. Als Teeaufguss oder innerlich angewandte Tinktur entfaltet der Wiesen-Klee seine entzündungshemmende Wirkung gegen Rheuma, Gicht und andere Gelenkserkrankungen. Durch seine antioxidativen Eigenschaften schützt er die Zellen vor freien Radikalen und senkt dadurch das Risiko für Tumorerkrankungen.

Darmentzündungen, Verstopfung und Durchfall können durch die Anwendung von Rotkleetee ebenfalls gelindert werden. Viele Heiltherapeuten setzen Tinkturen aus Wiesenklee erfolgreich gegen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Ekzeme oder Akne ein. In der Homöopathie kommen Kleeextrakte gegen Infektionen der Ohrspeicheldrüse und Erkrankungen der oberen Atemwege zum Einsatz.

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