Wie Sie sich gut von einem Kaiserschnitt erholen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Januar 2017Geprüfte Qualität
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Nahezu jedes dritte Baby wird in Deutschland durch einen Kaiserschnitt geboren. Früher war es üblich, dass sich die Mutter nach der Geburt rund sechs bis acht Wochen schont, um sich zu erholen. Selbst wenn dies nach einer natürlichen Entbindung mittlerweile nicht immer erforderlich ist und so gehandhabt wird, nach einem Kaiserschnitt ist diese Ruhephase sehr wichtig. Ein paar Tipps gilt es zu beachten, um sich schneller von einem Kaiserschnitt zu erholen.

Inhaltsverzeichnis

Wenn ein Kaiserschnitt nötig ist

Bei einem Kaiserschnitt, der für die Ärzte ein Routineeingriff ist, kommt das Baby nicht auf natürlichem, sondern auf operativem Wege auf die Welt. Es wird durch einen Bauchschnitt und nicht durch den Geburtskanal geholt. Der Kaiserschnitt ist eine Alternative, wenn eine natürliche Geburt aus verschiedenen Gründen nicht möglich, das heißt, die Gesundheit der Mutter und/oder des Kindes gefährdet ist. In folgenden Fällen ist dies beispielsweise der Fall:

Auch ohne dass spezielle Gründe vorliegen, entscheiden sich heutzutage viele Mütter für eine Schnittgeburt. Mit ein bisschen Geduld und Achtsamkeit können sich Frauen schneller von einem Kaiserschnitt erholen.

Keine schweren Dinge heben

Nach dem Kaiserschnitt muss bedacht werden, dass zu Hause nichts Schweres gehoben werden darf. Dies gilt auch für ein älteres Geschwisterchen, falls sich eines im Haushalt befindet. Dieses möchte meist gern einmal auf den Arm genommen werden. Als Faustregel gilt, dass nichts, das schwerer ist als das Baby, getragen werden sollte.

Rund sechs Wochen lang darf weder schwer gehoben noch sich körperlich angestrengt werden, damit die Wunde ohne Komplikationen verheilen kann. Bewegungen, bei denen ein Bücken erforderlich ist, werden eine Zeit lang ebenso schwierig sein. Daher sind auch anstrengende Arbeiten im Haushalt wie Staubsaugen erst einmal tabu.

Langsam wieder laufen lernen

Nach einem Kaiserschnitt bestehen in den ersten Tagen danach meist Schmerzen, insbesondere beim Aufstehen und Bewegen. Dies ist völlig normal, da der Kaiserschnitt immerhin eine große Bauchoperation ist, bei der zahlreiche Nerven verletzt werden. Nach einem Tag geht es der Mutter vielleicht schon gut genug, um vorsichtig ein bisschen herumzulaufen.

Bis ein schmerzfreies Bewegen möglich ist, werden jedoch noch einige weitere Tage vergehen. Je früher mit den ersten Gehversuchen begonnen wird, umso besser ist es für den Kreislauf und Heilungsprozess. Dennoch sollte nichts überstürzt, sondern das Laufen langsam wieder gelernt werden.

Schmerzmittel helfen

Für einen Kaiserschnitt muss die Bauchdecke geöffnet werden, sodass in der ersten Phase danach operationsbedingte Schmerzen auftreten. Es ist möglich, dass schon für kleinste Bewegungen, beispielsweise das Aufrichten im Bett, Hilfe benötigt wird. Auch beim Husten oder Lachen werden Schmerzen bestehen.

Die Wunde kann in diesen Momenten geschützt und die Schmerzen können etwas gelindert werden, wenn die Hände dabei auf den Bauch gehalten werden. Doch die Mutter ist diesen postoperativen Schmerzen nicht hilflos ausgeliefert, sondern sie kann Medikamente einnehmen, die auch für das Baby, wenn es gestillt wird, nicht schädlich sind.

Die Wunde richtig pflegen

Am Tag nach dem Kaiserschnitt wird der Verband entfernt. Die Naht darf nun nass werden, sodass auch ein Duschen möglich ist. Danach ist es jedoch wichtig, dass die Wunde mit einem sauberen Handtuch stets vorsichtig trocken getupft wird. Auf keinen Fall darf auf der Wunde herumgetrieben werden. Die Fäden, mit denen die Narbe häufig vernäht wird, lösen sich nach ungefähr drei Wochen von selber auf oder sie werden nach rund zehn Tagen entfernt.

Bei Anzeichen, die für eine Entzündung sprechen, beispielsweise wie Rötungen, Schwellungen, eine Wundflüssigkeit oder Schmerzen, sollte dem Arzt oder der Hebamme Bescheid gegeben werden. Wenn die Operationswunde oberflächlich abgeheilt ist, kann die Narbe mit einer Ringelblumensalbe behandelt werden.

Damit auf die Narbe kein Druck erzeugt wird, empfiehlt es sich, in den ersten Wochen keine enge Kleidung zu tragen. Die Unterhose sollte eine Nummer größer sein. Es dauert etwa sechs Wochen, bis die Narbe vollständig verheilt ist. Diese Zeitspanne sollte auch zur Erholung nach dem Kaiserschnitt genutzt werden. Während die Nahtstelle in den ersten Monaten schwulstig und rötlich ist, verblasst sie im Laufe der Zeit immer mehr. Nach spätestens zwei Jahren ist sie nur noch als ein heller, dünner Strich erkennbar.

Auf Sport oder Geschlechtsverkehr erst einmal verzichten

Leichte und schonende Übungen, insbesondere für den Beckenboden, können schon bald nach dem Kaiserschnitt gemacht werden. Auf Gymnastik oder Sport, bei dem die Bauchmuskeln beansprucht werden, sollte allerdings verzichtet werden, bis die Narbe verheilt ist. Der Rückbildungskurs kann etwa sechs Wochen danach beginnen. Nach etwa acht bis zehn Wochen darf erst zu anstrengenderen Übungen übergegangen werden.

Aufgrund des Wochenflusses nach dem Kaiserschnitt, der hochbakteriell ist und daher zu Infektionen führen kann, sollte auch der Geschlechtsverkehr drei bis fünf Wochen lang vermieden werden. Ein Risiko birgt zudem die Operationsnarbe. Auch diese sollte erst einmal gut verheilt sein und sich nicht mehr öffnen.

Rat von der Hebamme holen

Vor dem Geburtstermin ist es ratsam, zu einer freien Hebamme Kontakt aufzunehmen, die Mutter und Kind zu Hause betreut. Sie kontrolliert beispielsweise das Verheilen der Naht sowie die Rückbildung der Gebärmutter und ist auch in allen anderen Fragen oder Problemen der optimale Ansprechpartner.

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Schonen, wo es nur geht

Nach dem Kaiserschnitt sollte nichts übereilt werden, da der Kaiserschnitt eine große Operation ist. Auch zu Hause, wo die Mutter auf sich selber gestellt ist, heißt es, sich sechs Wochen lang nach dem Kaiserschnitt zu schonen.

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