West-Nil-Fieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Das West-Nil-Fieber ist eine meist harmlos verlaufende Infektionserkrankung. Medizinische Maßnahmen dienen in der Regel lediglich der Symptombekämpfung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das West-Nil-Fieber?

Beim West-Nil-Fieber handelt es sich um eine durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit. Das West-Nil-Fieber verdankt seine Bezeichnung dem West-Nil-Bezirk, der im afrikanischen Uganda liegt. Im Jahr 1937 wurde hier erstmals der Nachweis einer Infektion mit dem auslösenden Virus des West-Nil-Fiebers erbracht.

Da beim West-Nil-Fieber in vielen Fällen Symptome ausbleiben, ist eine Angabe zur weltweiten Häufigkeit des West-Nil-Fiebers kaum möglich. Allerdings tritt das West-Nil-Fieber vornehmlich in warmen Klimazonen auf wie etwa in Teilen Afrikas, Indiens oder Südostasiens. Darüber hinaus kam es während der Sommermonate des Jahres 2002 auch in Nordamerika zu einer Epidemie durch das West-Nil-Fieber.

Beim Menschen unterliegt eine Infektion mit dem West-Nil-Fieber nicht der Meldepflicht. Sind allerdings Tiere mit dem Virus befallen, das das West-Nil-Fieber hervorruft, liegt eine Tierseuche vor, die anzeigepflichtig ist.

Ursachen

Die Ursache für das West-Nil-Fieber ist eine Infektion mit dem sogenannten West-Nil-Virus (WNV). Überträger des Virus, das für das West-Nil-Fieber verantwortlich ist, sind unter anderem Insekten und im Besonderen Stechmücken.

Da das West-Nil-Fieber von Tieren auf den Menschen übertragen wird, trägt die Virusinfektion die Bezeichnung Zoonose: Häufig sind zunächst wilde Vögel vom West-Nil-Fieber betroffen; Stechmücken, die Kontakt mit am West-Nil-Fieber erkrankten Tieren hatten, können das Virus dann auf den Menschen übertragen.

Verursacht werden kann das West-Nil-Fieber des Weiteren durch eine Infektion, die von Mensch zu Mensch erfolgt: Geschehen kann eine solche Übertragung beispielsweise bei der Transplantation von Organen oder Bluttransfusionen. Möglicherweise kann außerdem eine Übertragung des für das West-Nil-Fieber verantwortliche Virus von stillenden Müttern auf deren Säuglinge stattfinden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Das West-Nil-Fieber kann kaum aufgrund vorliegender Symptome diagnostiziert werden. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass mögliche Symptome unspezifisch sind und das West-Nil-Fieber häufig auch gänzlich symptomfrei verläuft.

Eine gesicherte Diagnose ist beim West-Nil-Fieber daher vor allem mithilfe von Blutproben möglich: Bei Betroffenen, die mit dem West-Nil-Fieber infiziert sind, ist der Erreger meist im Blut nachweisbar. Auch Antikörper, die sich bei vorliegendem West-Nil-Fieber in Blut oder Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit bilden, ermöglichen eine Diagnose.

Die Inkubationszeit beträgt beim West-Nil-Fieber in der Regel einige Tage. Geht das West-Nil-Fieber mit Symptomen einher, so ähneln diese meist den Symptomen einer leichten Grippeerkrankung. Überwiegend verläuft das West-Nil-Fieber dann selbstlimitierend; das bedeutet, dass sich die Symptome innerhalb einiger Tage selbstständig zurückbilden.

Bei einer deutlichen Mehrheit der Betroffenen verläuft die West-Nil-Grippe ohne Komplikationen. Risikofaktoren für das Auftreten von Komplikationen beim West-Nil-Fieber sind beispielsweise andere körperliche Erkrankungen oder ein hohes Lebensalter.

Komplikationen

In den meisten Fällen verläuft das West-Nil-Fieber unproblematisch und klingt nach etwa sieben Tagen wieder ab. Für den Verlauf der Erkrankung spielen gewisse Faktoren eine Rolle wie das Alter der Patienten, das Immunsystem sowie körperliche Erkrankungen und psychische Faktoren. Komplikationen sind eher selten und wenn, dann sind meistens hauptsächlich ältere oder immungeschwächte Menschen betroffen.

Bei diesen Menschen kann es zu einer Herzmuskelentzündung, Hirnhautentzündung oder zu Lähmungen kommen. Bei einem schweren Verlauf ist es sinnvoll, dass die Patienten stationär behandelt werden, damit der Verlauf besser überwacht werden kann. Das betrifft besonders ältere Menschen oder Menschen mit einer Immunschwäche, weil bei ihnen die Krankheit lebensbedrohlich sein kann.

Zu Todesfällen kommt es eher selten, aber manche Patienten behalten nach überstandener Krankheit noch eine längere Zeit Spätfolgen zurück, besonders wenn das Gehirn auch betroffen war. Aber selbst Menschen mit einem unproblematischen Verlauf können noch Monate nach dem West-Nil-Fieber unter Gliederschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisproblemen und Müdigkeit leiden.

Behandlung & Therapie

In der Mehrzahl der Fälle bedarf das West-Nil-Fieber keiner medizinischen Behandlung. Eine Heilung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Tage. Geht das West-Nil-Fieber mit starken Beschwerden einher, so kann eine sinnvolle Maßnahme unter anderem das Einhalten von Bettruhe durch den Betroffenen sein.

Begleitend hierzu kann bei starkem West-Nil-Fieber in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Linderung auftretender Symptome erfolgen; entsprechende Maßnahmen können etwa eine Fiebersenkung und/oder eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit umfassen.

Nur in sehr seltenen Fällen wird beim West-Nil-Fieber eine fachärztliche Betreuung im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes notwendig; sinnvoll kann ein solcher Schritt beispielsweise sein, wenn im Zusammenhang mit dem West-Nil-Fieber ein stark erhöhtes Komplikationsrisiko vorliegt (wie etwa das Risiko, Entzündungen an Gehirn oder Herz zu erleiden).

Gezielte medikamentöse Präparate zur Bekämpfung des West-Nil-Fiebers liegen der Medizin derzeit nicht vor.

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Vorbeugung

Dem West-Nil-Fieber kann nur begrenzt vorgebeugt werden, da bisher noch keine Impfstoffe existieren, die beim Menschen gegen das West-Nil-Fieber eingesetzt werden können. Maßnahmen, die der individuellen Prophylaxe gegen das West-Nil-Fieber dienen können, zielen auf die Vermeidung von Mückenstichen in Gebieten, die vom West-Nil-Fieber betroffen sind: Sinnvoll kann hierzu etwa das Auftragen von Anti-Mücken-Sprays sein. Und auch das Tragen langer Kleidung kann dazu beitragen, Mückenstiche und somit das West-Nil-Fieber zu vermeiden.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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