Wespenstich

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Ein Wespenstich ist normalerweise zwar schmerzhaft, aber harmlos. Problematisch wird er nur für Allergiker. Bei ihnen kann das Wespengift einen anaphylaktischen Schock auslösen, der im schlimmsten Fall tödlich endet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Wespenstich?

Wespen gehören zu den Insekten, genauer gesagt zu den Hautflüglern. Sie leben in großen Staaten zusammen und sind weltweit verbreitet. Wespen verfügen wie auch Hornissen oder Bienen über einen Giftstachel mit Widerhaken, der problemlos die menschliche Haut durchdringen kann.

Fühlen sie sich bedroht oder gestört, stechen sie und spritzen das Gift in die Haut ein, was Schwellungen, Rötungen und Schmerzen verursacht. Im Normalfall ist ein Wespenstich zwar schmerzhaft, aber harmlos. Gefährlich werden Wespenstiche erst bei mehreren hundert Stichen.

Menschen mit Wespenallergie können allerdings stärkere Symptome ausbilden, die im schlimmsten Fall schon bei einem einzigen Wespenstich gefährlich werden können. Ein anaphylaktischer Schock kann lebensbedrohlich werden. Gefährlich werden können auch Wespenstiche im Mund- und Halsbereich, weil die Atemwege zuschwellen können.

Ursachen

Wespen stechen dann, wenn sie sich gestört oder bedroht fühlen. Da sie vor allem im Spätsommer auch menschliche Nahrung wie Kuchen oder Wurst nicht verschmähen, suchen sie die Nähe der Menschen und werden oft sehr zudringlich.

Auch Fallobst wird mit Vorliebe von Wespen gefressen, sodass sich im Spätsommer und Herbst auch auf dem Boden viele Wespen finden. Im Gegensatz zu Bienen können Wespen beliebig oft stechen und Gift in die Wunde spritzen. Deshalb sind sie aggressiver und stechen schneller als Bienen. Gelangt das Wespengift in die menschliche Haut, löst es dort Rötungen, Schwellungen und Schmerzen aus.

Wie stark die Reaktion ausfällt, hängt von der Menge des Giftes und von der Einstichstelle ab und ist deshalb sehr unterschiedlich. Bei Allergikern reagiert das Immunsystem übermäßig stark auf das eingedrungene Gift und löst eine Reaktion aus, die von leichten Allgemeinreaktionen oder verstärkten Schwellungen bis hin zum anaphylaktischen Schock reichen können.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung des Rachens bei Insektentsich in den Atemwegen. Klicken, um zu vergrößern.

Die Diagnose eines Wespenstichs findet normalerweise durch direkte Beobachtung statt. Liegt keine Allergie vor, ist ein Wespenstich vergleichsweise harmlos. Die Haut um die Stichstelle schmerzt und schwillt an.

Die Schwellung ist oft am zweiten oder dritten Tag am stärkten und lässt erst nach einigen Tagen nach. Gefährlich ist ein Wespenstich normalerweise nicht. Das Gift ist nicht stark genug, um für Menschen tatsächlich gefährlich zu werden. Anders sieht das bei Menschen mit Wespengiftallergie aus. Bei ihnen zeigt sich in den ersten Stunden nach dem Stich (meist schon sehr früh) eine deutlich stärkere Reaktion.

Möglich sind starke Schwellungen, Kopfschmerzen, Übelkeit oder großflächige Hautreaktionen. Kommt es zu einem anaphylaktischen Schock, wird es lebensgefährlich. Bei diesem Kreislaufschock sinkt der Blutdruck so massiv ab, dass lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Es kann zu vollständigem Kreislaufversagen und dann zum Tod kommen, wenn nicht schnell lebensrettende Medikamente gegeben werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen ist ein einzelner Wespenstich zwar unangenehm und schmerzhaft, aber eher harmlos und führt selten zu Komplikationen. Anders sieht es aus, wenn die Wespe versehentlich mit einem Getränk in den Mundraum gelangt und im Mund oder Hals zusticht. Durch den Stich schwillt das Gewebe in den Atemwegen schnell an und löst eine lebensbedrohliche Atemnot aus.

Wenn nicht innerhalb kürzester Zeit ärztliche Hilfe erfolgt, droht der Tod durch Ersticken. Das Risiko von Komplikationen steigt mit der Anzahl der Stiche. Kinder können empfindlicher reagieren als Erwachsene. In der Nähe von Wespen empfiehlt es sich, Ruhe zu bewahren und nicht wild um sich zu schlagen, weil sie eher zustechen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Besonders gefährlich sind Wespenstiche für Menschen, die auf das Wespengift allergisch reagieren. Bei ihnen kann schon ein Stich ausreichen, um einen lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock auszulösen. Wenn jemand auf einen Wespenstich mit Schwindel, Atemnot, Beklemmungsgefühlen und Herzrasen reagiert, muss sofort ein Notarzt gerufen werden.

Menschen, die wissen, dass sie allergisch reagieren, sollten immer ein Notfallset bei sich tragen, damit im Notfall schnell reagiert werden kann. Bei einem Schockzustand sollte aber immer ein Notarzt gerufen werden.

Behandlung & Therapie

Ein gewöhnlicher Wespenstich sollte möglichst schnell gekühlt werden, um die Schwellung gering zu halten und die Schmerzen zu lindern. Bei einer allergischen Reaktion müssen sofort Notfallmedikamente gegeben werden.

Meist werden je nach Schweregrad drei unterschiedliche Medikamente verwendet: Antihistaminika, Kortikoideund Adrenalin. Diese Arzneimittel sind in einem sogenannten Notfallset enthalten, das Allergiker von ihrem Arzt verschrieben bekommen und ständig bei sich tragen sollten. Treten stärkere allergische Reaktionen auf oder muss Adrenalin aus dem Notfallset gespritzt werden, ist eine notärztliche Behandlung notwendig. Bei Anzeichen eines Schocks (zum Beispiel Schweißausbrüchen, Übelkeit und flachem Puls) sollte der Patient liegend und mit erhöhten Beinen gelagert werden.

So kann das Blut aus den Beinen zurück in den oberen Teil des Körpers laufen, in dem sich die lebenswichtigen Organe befinden. Auf Dauer kann die Gefahr einer allergischen Reaktion auf Wespengift durch eine Immuntherapie reduziert werden. In einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren wird das Immunsystem immer wieder mit kleinsten Mengen des Allergie auslösenden Wespengiftes konfrontiert, um es daran zu gewöhnen.

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Vorbeugung

Die Gefahr eines Wespenstichs kann durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen verringert werden. Vermieden werden sollten aggressive Bewegungen, zum Beispiel Wedeln oder Schlagen nach den Wespen. Allergiker sollten weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen, zum Beispiel im Freien keine Süßgetränke oder süßen Nahrungsmittel verzehren, Fallobst meiden und eventuell auf lange Röcke oder weite Ärmel verzichten, damit sich dort keine Wespen verfangen können. Außerdem sollten Allergiker immer ein Notfallset bei sich tragen. Dieses wird vom Arzt verschrieben und kann bei einem anaphylaktischen Schock das Leben retten.

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Quellen

  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Störiko, A.: Allergien. Falken, Niedernhausen 2001
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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