Wellness

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Wellness ist ein schillernder Begriff: Nahezu jeder hat ein vermeintlich klares Bild vor Augen, wenn er (oder sie) von „Wellness“ spricht, tatsächlich aber gibt es keine präzis umrissene Bedeutung. Wellness besitzt eine breite Palette an Inhalten. Die Unschärfe bringt ein paar Nachteile mit sich: Zu rasch und viel zu leicht lässt es sich im Windschatten des „life-styligen“ Wortes segeln – ohne dass deshalb etwas über die Qualität der einzelnen Aspekte mitgeteilt würde. Wellness bedeutet vieles – oder auch nichts.

Besonders deutlich wird das im Reisesektor bzw. im Gesundheitstourismus. Überspitzt formuliert: Jede Pension, die mit einer 8-qm-Sauna aufwartet, rühmt sich mittlerweile ihres „Wellnessbereichs“; jedes Hotel, das eine Ruderbank und ein Laufband im Keller versteckt, schwärmt vom „Fitness-Studio für einen ausgeglichenen Aufenthalt“. Das Irritierende: So ganz falsch liegen Hotel und Pension nicht einmal damit. Es stellt sich also die Frage, was das eigentlich ist, „Wellness“? Was steckt dahinter?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Wellness?

„Wellness“ wird von der Weltgesundheitsorganisation, der WHO, als „physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden“ definiert. Im täglichen Sprachgebrauch kommt dieses Wort immer dann zum Einsatz, wenn von Methoden und Anwendungen die Rede ist, die das körperliche Wohlbefinden steigern.

Funktion, Wirkung & Ziele

Wellness hat sich von einem Oberbegriff für einen körperlich-geistigen Zustand gewandelt hin zu einem Synonym für Inhalte. Die große Gemeinsamkeit steckt in der Absicht: Mit Wellness ist das Wohlbefinden gemeint wie auch die Art und Weise, auf die es erlangt wird. Weg und Ziel sind sozusagen identisch. Und was sind nun die Inhalte von Wellness? Die Ansätze, mit denen für Wellness geworben wird, sind stets gleich: Wellness soll ein Gegengewicht bilden zu dem modernen Leben und seinen potentiell schädigenden Auswüchsen.

Es soll für Ausgleich sorgen. Die Argumente sind dabei rasch zusammengetragen: Wir bewegen uns zu wenig, stressen uns im Job und im Privaten, ernähren uns von ungesundem Essen und auf ungesunde Weise – unsere Körper, unsere Seelen, unser Geist finden, kurz gesagt, zu keiner Erholung. Hier sorgt Wellness für Abhilfe. Das Konzept von Körper, Seele und Geist ist nichts Neues. Im harmonischen Zusammenspiel der drei Komponenten erkennt die Menschheit schon seit Jahrtausenden die Grundlage allen Wohlbefindens – auch wenn das nicht immer als „Wellness“ bezeichnet wurde. Und schon immer hat es Bestrebungen gegeben, die drei Komponenten entweder einzeln zu bedienen oder für alle drei zeitgleich hilfreiche Anwendungen zu finden – dann spricht man von „ganzheitlichen Methoden“.

„Wellness“ wird von der Weltgesundheitsorganisation, der WHO, als „physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden“ definiert.

Bei den ganzheitlichen Methoden sind besonders die aus dem asiatischen Bereich stammenden Lehren zu nennen. Yoga, Tai Chi, Qigong und andere Anwendungen verknüpfen Meditationstechniken und Kampfkünste miteinander, Körper und Geist sollen durch die Beherrschung in ein Gleichgewicht finden und zur Ruhe kommen. Diese Ruhe wiederum strahlt auf den kompletten Menschen zurück und sorgt für – „Wellness“, Wohlbefinden. Der Facettenreichtum gerade der östlichen „Techniken“ ist überwältigend. Manche widmen sich ausschließlich der Heilkunst (wie Ayurveda oder die TCM, die Traditionelle Chinesische Medizin), andere stellen die sportlichen Aspekte in den Vordergrund und laufen deshalb meist unter der Flagge „Kampfsport“. Immer aber werden Taekwondo, Karate, Judo und Jiujitsu auch von stark geistigen Aspekten begleitet, die für eine Läuterung sorgen sollen und somit für – Wellness, Wohlbefinden.

Wir im Westen orientieren uns dagegen verstärkt an den kosmetischen, medizinischen und unterhaltenden Facetten der Wellness. (Was nicht heißen soll, dass Yoga & Co nicht auch Spaß machen würden!) Ein Blick in die Programme von Fitnessstudios, Hotels oder auch der Volkshochschulen macht das deutlich. Da geht es um Hautbehandlungen (zum Beispiel Seifenmassagen, Hot-Chocolate) oder Schminktipps, da kommen spezielle Massagen zur Anwendungen (Lomi-Lomi beispielsweise oder Lymphdrainagen, Shiatsu, Fußreflexzonenmassagen), oder es gibt einfach nur Wohlfühl-Angebote, die dem Körper neue und entspannende Eindrücke vermitteln wie etwa das Softpack, das völlig druckfreie Schweben auf einem Wasserkissen.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, handelt es sich bei allen „Wellness“-Anwendungen um besonders sanfte Techniken. Um Zuwendungen, die den Körper (und damit Seele und Geist) nicht stressen, denn die Auswirkungen des Stress sollen ja gemildert werden durch die Wellness-Behandlungen. Das ist das eigentliche Ziel, die Absicht, die mit Wellness verbunden ist: Ausgleich zu schaffen und ein Gegengewicht zu den Belastungen, die vom Alltag und von einer vielleicht ungesunden Lebensweise herrühren. Zur Intensivierung des Effekts finden die Wellness-Anwendungen meist in einer betont ruhigen Atmosphäre statt. Von den Räumen geht eine beruhigende Wirkung aus (Feng Shui kommt hier manchmal ins Spiel), und spezielle Musiken oder Naturgeräusche schotten die Außenwelt ab. Hier finden die Gedanken zur Ruhe.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, kann alles, was mit Wellness zusammenhängt, nur positiv gewertet werden. Die einzige Gefahr mag in einer Übertreibung bestehen oder in der unglücklichen Auswahl des Anbieters von Wellness-Leistungen. Wellness ist immer ein Wirtschaftsfaktor, es wird viel Geld umgesetzt in diesem Bereich, viel verdient, die Konkurrenz ist groß.

Und manchmal tummeln sich hier wie überall anders auch die Scharlatane. Wer sich etwas Gutes tun will, wer etwas für seine Gesundheit, sein Wohlbefinden unternehmen möchte, sollte sich also gründlich informieren und folgendes im Auge behalten. Wellness hat zwei Zielrichtungen: Sie soll das momentane Wohlbefinden sichern bzw. wiederherstellen, und sie dient, ganz allgemein, der Vorbeugung, der Gesundheitsprophylaxe. Es wäre doch schade, wenn dies zu Lasten eines geschrumpften Geldbeutels ginge.

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Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Ernst, E.: Praxis Naturheilverfahren. Springer, Berlin 2005
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005

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