Weichteiltumor

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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Unter einem Weichteiltumor versteht man eine gut- oder selten bösartige Geschwulst des Weichteilgewebes. Die Benennung eines Weichteiltumors erfolgt nach ihrem Auftrittsort und in Unterscheidung der Gut- oder Bösartigkeit. Diagnose und Behandlung erfordern kompetente ärztliche Betreuung und erfolgen häufig in spezialisierten Zentren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Weichteiltumor?

Ein Weichteiltumor ist eine Geschwulst, die vom Weichteilgewebe ausgeht. Die wichtigsten Weichteilgewebe sind Bindegewebe, Fettgewebe, Muskelgewebe und Nervengewebe.

Nach ihrem Auftrittsort werden die Weichteiltumore benannt, beispielsweise als Fibrom im Bindegewebe und Neurofibrom im Nervengewebe.

Mit nur 2% sehr selten, sind bösartige Weichteiltumore, die Weichteilsarkome, also Weichteilkrebs, genannt werden; beispielsweise Fibrosarkom oder Neurofibrosarkom. Sarkome entstehen meist in den Beinen, von wo sie sich über die Blutgefäße in andere Körperteile und Organe ausbreiten und Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Sie können jedoch auch in anderen Körperregionen auftreten.

Ursachen

Die Ursachen von Weichteiltumoren konnten wissenschaftlich noch nicht geklärt werden. Als Risikofaktoren für Weichteilsarkome vermutet man heute Kontakt mit Giftstoffen wie Asbest, Dioxin oder Polyvinylchlorid. Nachgewiesen wurde eine zunehmende Häufigkeit der bösartigen Weichteiltumore bei Erwachsenen, die in ihrer Kindheit eine Strahlentherapie zur Bekämpfung anderer Krebserkrankungen erhalten haben.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Beide Arten des Weichteiltumores äußern sich anfangs in einer schmerzlosen Schwellung, von Betroffenen oftmals als Prellung fehlgedeutet. Der gutartige Weichteiltumor verursacht keine weiteren Symptome, erst bei der Ausbreitung des Sarkoms treten zusätzliche Beschwerden wie Schmerzen, Bewegungseinschränkungen der betroffenen Körperteile und ein schlechter Allgemeinzustand mit unkontrollierbarer Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Blässe auf.

Patienten mit länger bestehenden und schnell wachsenden Schwellungen sollten einen Arzt aufsuchen. Dieser wird zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Weichteiltumoren einen Ultraschall einleiten. Mit MRT oder CT wird gegebenenfalls festgestellt, ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Nötig ist zudem eine Biopsie, um die Aggressivität des Sarkoms und damit die Therapierbarkeit festzustellen.

Patienten können die Wahrscheinlichkeit eines Sarkoms selbst herausfinden, indem sie sich auf folgende Merkmale beobachten:

Schnelles Wachstum des Geschwulsts, Schmerzen, unbeabsichtigter Gewichtsverlust und Nachtschweiß. Eindeutig ist auch die Verschiebbarkeit: Während gutartige Weichteiltumore unter der Haut verschoben werden können, sind Sarkome starr.

Verlauf und Prognose eines Sarkoms sind abhängig von seiner Größe und Lage und bereits ausgebildeten Metastasen. Wurde der Krebs vollständig entfernt, so besteht eine gute Prognose, regelmäßige Untersuchungen sind jedoch unabdingbar.

Komplikationen

Ein gutartiger Weichteiltumor nimmt bei entsprechender Behandlung meist einen positiven Verlauf und hat keine größeren Beschwerden zur Folge. Komplikationen können auftreten, wenn der Tumor sich ausbreitet und auf benachbarte Strukturen drückt. Druck auf Blut- und Lymphgefäße beispielsweise, kann Schwellungen im Gewebe hervorrufen, während eine Belastung von Nerven oder Knochenhaut mit starken Schmerzen verbunden ist.

Ein Metastasierung kann außerdem mit einem körperlichen und geistigen Leistungsabfall einhergehen. Im Verlauf der Erkrankung kommt es dann beispielsweise zu Gewichtsverlust, Fieber und anderen Allgemeinbeschwerden, die das Risiko von ernsten Komplikationen bergen. Ein bösartiger Weichteiltumor nimmt häufiger einen negativen Verlauf und führt im schlimmsten Fall zum Tod.

Eine Biopsie, die der Diagnose eines Tumors dient, kann Komplikationen wie Blutungen, Verletzungen und Infektionen hervorrufen. Bei einem bösartigen Tumor besteht ein geringes Risiko, dass bei der Gewebeentnahme Krebszellen verschleppt werden. Bei der Behandlung mittels Strahlen- oder Chemotherapie sind Spätfolgen wie Schäden an der Schleimhaut, Haarausfall und bleibende Schädigungen am Magen-Darm-Trakt nicht auszuschließen.

Im Rahmen einer Operation werden in Einzelfällen Gewebestrukturen verletzt oder es tritt eine Infektion auf. Verordnete Arzneimittel können die üblichen Nebenwirkungen hervorrufen. Bei länger andauernder Einnahme sind bleibende Organschäden denkbar.

Behandlung & Therapie

Gutartige Weichteiltumore benötigen keine Behandlung und müssen nur bei Schmerzen oder wahrgenommener Störung durch den Betroffenen operativ entfernt werden.

Patienten mit Sarkomen werden in spezialisierten Zentren behandelt, wo die für den Patienten und den Erkrankungsfortschritt bestmögliche Therapie bestimmt wird. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Weichteiltumors: Operabel, inoperabel oder bereits metastasiert?

Operable Sarkome werden, wie der Name schon sagt, operativ möglichst vollständig entfernt. Anschließend oder, im Idealfall, noch während der Operation erfolgt eine Bestrahlung. Diese erfordert ein spezielles Strahlengerät, das noch nicht jedes Zentrum vorweisen kann.

Ist der Tumor aufgrund seiner Größe inoperabel, so versuchen die Behandler mit präoperativer Therapie in Form von Bestrahlungen, Chemotherapie oder isolierter hypertherme Extremitätenperfusion (ILS), das Sarkom zu verkleinern. Bei der ILS spült der Arzt den betroffenen Körperteil mit einer aufgeheizten Behandlungslösung. Ist das Sarkom durch diese präoperative Therapie operabel geworden, richtet sich die Therapie nach den Leitlinien der operablen Sarkome.

Fortgeschrittene Weichteiltumore, die bereits Metastasen entwickelt haben, erfordern eine Chemotherapie. Nach dieser ist es in einigen Fällen möglich, Tumor und Metastasen operativ zu entfernen. Wurde das Sarkom jedoch sehr spät diagnostiziert und ist der Krebs sehr weit fortgeschritten, so kann mit Chemotherapie oder Bestrahlung nur noch eine Besserung der Beschwerden erzielt werden, eine Heilung muss als sehr unwahrscheinlich betrachtet werden.

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Vorbeugung

Da keine eindeutigen Ursachen der Weichteiltumore bekannt sind, können nur allgemeine Maßnahmen zur Prävention empfohlen werden. Hierzu gehören die Vermeidung von Kontakt mit krebsauslösenden Giftstoffen und die Reduktion von Strahlenbelastung. Wichtig sind zudem regelmäßige Untersuchungen vorhandener Geschwulste und die Besprechung von Größenveränderungen mit dem behandelnden Arzt.

Bücher über Weichteiltumor

Quellen

  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014
  • Sauer, R.: Strahlentherapie und Onkologie. Urban & Fischer, München 2009

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