Weißwurz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Der Weißwurz ist eine schon seit der Antike genutzte Heilpflanze, die zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten war. Wegen ihres Aussehens besteht Verwechslungsgefahr mit dem Maiglöckchen. Die Beeren können mit Heidelbeeren verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Weißwurz

Der Weißwurz (Polygonatum odoratum, Polygonatum officinale, Polygonatum multiflorum), auch Salomonssiegel genannt, gehört zu den Spargelgewächsen. Er kommt auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde vor. Dort wächst hauptsächlich der Vielblütige Weißwurz und der Wohlriechende Weißwurz, der auch Echtes Salomonssiegel genannt wird.

Der Name Weißwurz bezieht sich auf die weißlichen Wurzeln der Pflanze. Salomonssiegel wird die Pflanze genannt, weil die Narben, die beim Absterben der Blütensprosse des vorherigen Jahres auf den Wurzelknollen entstehen, dem Siegel auf dem Ring Salomons ähnlich sehen sollen. Die Pflanze wächst mit geschwungenen Stängeln bis zu 60 Zentimeter hoch. Die Blätter sind grün und eiförmig. An den Stängeln sitzen mehrere, weiße, hängende, meist glockenförmige Blüten. Der Weißwurz blüht von Mai bis Juni.

Wegen ihres Aussehens besteht beim Weißwurz Verwechslungsgefahr mit dem Maiglöckchen. Die Beeren können mit Heidelbeeren verwechselt werden.

Die blauschwarzen Beeren reifen zwischen August und September. Diese Beeren sind giftig. Der Weißwurz wächst hauptsächlich in Laubwäldern. Der Vielblütige und der Wohlriechende Weißwurz unterscheiden sich durch ihre Stängel und die Anzahl der zusammenstehenden Blüten. Bei den Vielblütigen Weißwurz sind die Stängel rund und es sind drei bis fünf Blüten vorhanden, der Wohlriechende Weißwurz hat nur ein bis zwei Blüten und einen eckigen Stängel.

Die meisten Teile der Weißwurz-Pflanzen sind giftig. Nur die Wurzeln und die jungen Triebe können verwendet werden. Man kann Weißwurz auch im Garten anpflanzen. Er braucht einen nicht zu trockenen, kalkhaltigen Boden und einen Standort im Halbschatten.

Wirkung & Anwendung

Die Pflanze enthält Saponine. Diese verringern die Oberflächenspannung von Wasser. Im menschlichen Körper führen sie zu einer hämolytischen Wirkung. Dies bedeutet, dass die roten Blutkörperchen beispielsweise bei einem Bluterguss schneller abgebaut werden können. Das Allantoin im Weißwurz fördert den Zellaufbau und die Zellregeneration. Außerdem wirkt es auf die Haut beruhigend.

Der Weißwurz wirkt abschwellend, mild harntreibend, schleimlösend, hustenstillend, beruhigend, blutzuckersenkend und adstringierend (zusammenziehend). Im 17. Jahrhundert wurde er als Schönheitsmittel gegen Altersflecken und Sommersprossen eingesetzt. Auch als Aphrodisiakum wurde er in Liebestränken verwendet. Wegen seiner hämolytischen Wirkung wurde er auch bei Schnitten und Wunden zur schnelleren Wundheilung verwendet.

Auf Grund seiner adstringierenden Wirkung dient Weißwurz auch als Mittel gegen Durchfall und Hämorrhoiden. Diese adstringierende Wirkung ist auf die in der Pflanze enthaltenen Gerbstoffe zurückzuführen. Sie entzieht Bakterien, die sich auf der Haut oder Schleimhaut ansiedeln wollen, den Nährboden. Dadurch werden die Wundsekretion und die Schmerzen verringert und Wunden heilen schneller.

Da Weißwurz beruhigend wirkt, wird er auch bei Entzündungen im Magen- oder Darmbereich eingesetzt. Wegen seiner schleimlösenden Wirkung wird er nicht nur bei Husten, sondern auch bei Tuberkulose angewendet. Ebenso soll er bei Menstruationsbeschwerden helfen. Weißwurz soll auch bei Problemen mit dem Bindegewebe, Knochen oder Sehen sowie bei Arthrose hilfreich sein.

Er stärkt Nieren und Herz und hilft bei Beschwerden mit dem Zahnfleisch. Die ayurvedische Medizin nutzt Weißwurz als stärkendes und aphrodisierendes Mittel sowie gegen Unfruchtbarkeit. In der traditionellen chinesischen Medizin ist der Weißwurz ein Heilmittel gegen Herzkrankheiten. In der Volksheilkunde gilt Weißwurz als Mittel gegen Gicht und Scheidenausfluss.

In der Homöopathie wird Weißwurz unter dem Namen Polygonatum gegen Sommersprossen und Hautflecken genutzt. Bei Hautunreinheiten, Pickeln, Hautentzündungen und Prellungen wird der Weißwurz äußerlich angewendet. Ein Massageöl mit Weißwurz hilft bei Knochenbrüchen und Sportverletzungen. Für die innerliche Anwendung kann aus Weißwurz Tee oder eine Tinktur hergestellt werden. Für die äußere Anwendung dient ebenfalls eine Tinktur oder ein Öl. Verwendet werden die Wurzeln und die jungen Triebe der Pflanze.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Wurzeln des Weißwurz werden im Frühjahr und Herbst gesammelt und zerkleinert verwendet. Pulverisierte Wurzeln werden mit Wasser zu einem Brei vermengt. Dieser Brei wird bei Hautentzündungen, Wunden oder Nagelbettentzündungen aufgetragen. Für Prellungen und Verstauchungen wird eine Creme aus Weißwurz-Tinktur und Bienenwachs verwendet.

Zur Herstellung dieser Creme werden 20 Gramm Bienenwachs mit zwei Esslöffeln Sheabutter, 50 Milliliter Jojobaöl und 50 Milliliter Mandelöl in einem Topf vorsichtig erhitzt, nicht gekocht. Sobald alles geschmolzen ist, werden 20 Tropfen Weißwurz-Tinktur hinzugegeben. Unter ständigem Rühren lässt man die Masse zu einer geschmeidigen Creme abkühlen. In einer geschlossenen Dose kann diese Creme vier bis sechs Monate kühl gelagert werden. Sie hilft auch gegen Muskelschmerzen und stärkt das Bindegewebe, wenn sie in die entsprechenden Stellen einmassiert wird.

Zur Herstellung der Tinktur werden die gesäuberten Wurzeln sehr klein geschnitten und in ein Schraubglas gefüllt. Das Glas wird anschließend mit klarem, mindestens 50-prozentigem Alkohol, zum Beispiel Wodka aufgefüllt. Diese Mischung muss vier Wochen durchziehen, wobei sie täglich einmal durchgeschüttelt wird. Dann wird die Mischung abgeseiht und zur Aufbewahrung in eine dunkle Flasche umgefüllt.

Für innerliche Anwendungen dienen drei Mal täglich 10 bis 20 Tropfen. Für eine Wundauflage werden 10 Tropfen der Tinktur in 500 Milliliter Wasser gelöst. Zur Herstellung eines Weißwurz-Öls werden zerkleinerte Wurzeln in einem Schraubglas mit Olivenöl übergossen und zwei Wochen stehen gelassen. Dabei wird das Öl täglich durchgeschüttelt. Anschließend werden die Wurzeln entfernt und das Öl zur Behandlung von Rheuma, Prellungen oder Blutergüssen genutzt.

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