Weißtanne

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Weißtanne (Abies alba) ist ein europäischer Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse. Sie wird im Volksmund auch häufig als Edeltanne oder Silbertanne bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Weißtanne

Die Weißtanne kann bis zu fünfzig Meter hoch werden. Der Durchmesser des Baumstamms beträgt zwischen zwei und vier Metern. Die jungen Weißtannen besitzen eine hellgraue und glatte Rinde. Ab einem Baumalter von etwa vierzig Jahren bildet sich eine weißliche Borke aus. Dieser weißen Borke verdankt die Weißtanne ihren Namen. Die innere Rinde ist hingegen rötlich-braun. Das Holz der Weißtanne ist sehr hell und wenig widerstandsfähig.

Dies ist sicherlich einer der Gründe, warum der Bestand an Weißtannen in den letzten 100 bis 200 Jahren stark abgenommen hat. Normalerweise kann eine Weißtanne 500 bis 600 Jahre alt werden. Eingeschleppte Schädlinge, Beißschäden durch Rehe und Rotwild und die Holzwirtschaft bedrohen die alte Tannenart jedoch. Die Krone der Tannen ist sehr unterschiedlich. Junge Bäume haben oft eine sehr spitze Krone, bei älteren Bäumen zeigt sich eine charakteristische Storchennestkrone.

Der Stamm wächst in der Regel sehr gerade. Von ihm gehen horizontal die Äste ab. An den Ästen sitzen die Tannennadeln. Sie sind eher kurz gestielt und fühlen sich ledrig an. Sie werden um die drei Zentimeter lang und etwa drei Millimeter breit. Größe und Form unterscheiden sich je nach Lage der Nadeln. Nadeln, die im Licht wachsen, sind kürzer und schmaler, als Nadeln, die im Schatten wachsen.

Die Weißtanne bildet drei bis fünf Zentimeter lange weibliche Blütenzapfen aus. Diese sind zartgrün gefärbt und deutlich häufiger zu finden als die männlichen Blütenzapfen. Das Hauptverbreitungsgebiet des Baumes findet sich in Mittel- und Südeuropa. Die Weißtanne bevorzugt gemäßigtes Klima und eine Lage im Hochgebirge. In kühleren Gegenden ist sie aber auch im Flachland zu finden.

Wirkung & Anwendung

Zu medizinischen Zwecken werden insbesondere die Tannennadeln und die Spitzen der Zweige der Weißtanne genutzt. Per Wasserdampfdestillation wird aus diesen Pflanzenteilen ein ätherisches Öl gewonnen. Das Öl ist von klarer Farbe und duftet holzig, balsamisch, warm und frisch. Zu 80 bis 90 Prozent besteht das ätherische Öl der Weißtanne aus Monoterpenen. Das ist typisch für ätherische Öle, die von Nadelhölzern stammen.

Bei der Weißtanne dominieren Limonene und alpha-Pinen. Vier bis neun Prozent des Öls bestehen aus Estern und insbesondere aus Bornylacetat. Sesquiterpene und Monoterpenole sind in Spuren enthalten. Im Gegensatz zu den anderen Nadelölen hat das Öl der Weißtanne einen sehr hohen Anteil an Pinen. Das Pinen ist verantwortlich für den frischen und klaren Duft des Öls.

Auf körperliche Ebene wirkt das ätherische Öl der Weißtanne stark antiviral und antibakteriell. Es regt das Immunsystem an und hat zudem eine entzündungshemmende Wirkung. Durch seine durchblutungsfördernde Wirkung erwärmt es zudem Haut und Gewebe. Auf geistiger Ebene wirkt das ätherische Öl stimmungsaufhellend, kräftigend und stabilisierend. Es macht Geist und Psyche frei und klar.

Die Weißtanne bildet drei bis fünf Zentimeter lange weibliche Blütenzapfen aus. Diese sind zartgrün gefärbt und deutlich häufiger zu finden als die männlichen Blütenzapfen.

Ein bewährtes Anwendungsgebiet des Öls sind Erkältungskrankheiten. Hier kann es für Inhalationen oder Einreibungen genutzt werden. In Kombination mit Zitrusölen eignet es sich zudem hervorragend für Raumluftdesinfektionen. Studien zeigen, dass sich die Keimzahl in Räumen durch eine Desinfektion mit Weißtanne und Zitrusölen drastisch senken lässt. Die schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften kann man sich bei der Behandlung von Arthritis oder Arthrose zu Nutzen machen.

In der Aromatherapie gilt das ätherische Öl der Weißtanne als eines der bedeutendsten Öle für die psychische Behandlung. Es wird gerne in der Rekonvaleszenz, bei Konzentrationsschwäche und geistiger Erschöpfung eingesetzt. Doch nicht nur das ätherische Öl kann medizinisch genutzt werden. Aus den Nadeln und den jungen Spitzen lässt sich auch ein Tee zubereiten. Der Absud kann im Badewasser auch bei Erkältungen oder Blasenentzündungen genutzt werden.

Nadeln und Tannenspitzen lassen sich zudem zu einem Sirup verarbeiten. Dafür werden die jungen Triebe der Weißtanne in Einmachgläser gefüllt. Dazu kommen Wasser, Zucker und Zitronenscheiben. Die Mischung wird in den Gläsern aufgekocht. Anschließend muss der Sirup gut verschlossen für etwa zwei Wochen in der Sonne ziehen. Anschließend kann er abgeseiht und in Flaschen aufbewahrt werden.

Der Weißtannen-Sirup wirkt auswurffördernd und schleimlösend. Er kommt deshalb bevorzugt bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz. Die jungen Tannenspitzen für diesen Sirup sollten im Mai gesammelt werden. Die Tannennadeln können aber ganzjährig gesammelt und weiterverarbeitet werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Weißtanne wird seit Jahrhunderten medizinisch genutzt. Erstmals wurde sie sogar schon im ersten Jahrhundert von Dioskurides erwähnt. Für die Kelten und Germanen war sie ein magischer Baum und galt als Sinnbild für Kraft, Stärke und Hoffnung. Auch Hippokrates und Hildegard von Bingen nutzten die heilenden Inhaltsstoffe der Weißtanne. Der Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp empfahl Weißtannen-Bäder bei rheumatischen Beschwerden.

Auch den Tee nutzte er damals schon zur Behandlung von Erkältungskrankheiten. Aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts galt ein aus Tannenspitzen hergestellter Trank als Mittel gegen Skorbut. Obwohl die Weißtanne von der Kommission E bisher keine Monografie erhielt, wird sie auch in der Schulmedizin genutzt.

Hier kommen Präparate, die aus der Weißtanne hergestellt wurden, überwiegend zur Therapie von Atemwegserkrankungen zum Einsatz. Auch in vielen muskelentspannenden Bädern sind Extrakte aus der Weißtanne enthalten. Um die heilsame Wirkung der Weißtanne zu würdigen und um auf den bedrohten Bestand aufmerksam zu machen, wurde die Weißtanne 2004 zum Baum des Jahres ernannt.

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