Weiße Lichtnelke

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Weiße Lichtnelke (Silene alba oder Silene latifolia ssp. alba) wird auch als Weißes Leimkraut beziehungsweise weiße Nachtnelke bezeichnet. Ihre hübschen weißen Blüten öffnen sich erst in der Dämmerung vollständig. Dann verströmt sie einen verlockenden Duft, der ihre Bestäuber, die Nachtschmetterlinge anzieht. Die ähnlich aussehende Acker-Lichtnelke (Silene noctiflora) ist sehr selten zu finden. Sie ist als Wildkraut auf Getreideäckern heimisch.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Weißen Lichtnelke

Die Weiße Lichtnelke ist in Europa und Asien nicht selten. Auch rund um das Mittelmeer ist sie weit verbreitet. Sie bevorzugt Standort im Flachland und in den Mittelgebirgen. Je nach Hangneigung und Exposition ist sie aber auch in Höhen bis zu 1500 m anzutreffen. In Nordamerika ist diese Lichtnelke eine Einwanderin. Die Pflanze gehört zur umfangreichen Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Ihre Zuordnung zur Gattung Silene ist dagegen nicht eindeutig. Teilweise wird sie in botanischen Lehrbüchern auch als Melandrium oder Lychnis geführt. Die Nelkenverwandtschaft kann man unter anderem daran erkennen, dass Kelch und Blütenkrone deutlich voneinander abgegrenzt sind. Oftmals ist, wie bei der Gattung Silene, noch ein zusätzlicher Außenkelch zu erkennen. Die Weiße Lichtnelke fühlt sich, in der freien Natur wie auch im Garten, an warmen und sonnigen Standorten wohl, die ihr reichlich Nährstoffe bieten.

Dort blüht die zweijährige Pflanze von Mai bis September. Sie verbreitet sich dann von selbst und pflegt an ganz unterschiedlichen Stellen wieder aufzutauchen. Wenn sie ihre zahlreichen kleinen Samenkörner verstreut hat, schmücken die trockenen Samenkapseln den winterlichen Garten. Verschiedene Zuchtformen eignen sich auch für den Steingarten.

Wirkung & Anwendung

Der deutsche Name Weißes Leimkraut bezieht sich auf klebrige Stellen an den Blütenstielen, welche die Ameisen fernhalten sollen. Der englische Name der Weißen Lichtnelke, White Champion, deutet möglicherweise auf die Tatsache hin, dass die Pflanze auch über den dekorativen Aspekt hinaus vielseitig verwendet wird. Die Naturheilkunde benutzt tatsächlich verschiedene Zubereitungen aus Wurzel, Spross und Blüten der Lichtnelke.

Im Frühling wird das frische Kraut der Pflanze gesammelt, die je nach Standort 20 bis über 100 Zentimeter hoch werden kann. Im Herbst ist Zeit für das Sammeln der Wurzel. Sie ist dann mit Nährstoffen angefüllte und kann manchmal sehr tief reichen. Aus den Wurzeln und Blättern können Abkochungen hergestellt werden. Blätter und Sprosse verarbeitet man zu auch Tee. Alle Bestandteile werden auch ausgepresst als frischer Pflanzensaft verabreicht.

Die hauptsächlichen Anwendungsgebiete von Weißem Leimkraut sind Hautkrankheiten und Krankheiten der Atemwege. Der Gehalt der Heilpflanze an Saponinen ist verantwortlich für die den Schleim verflüssigende Wirkung bei Husten, Heiserkeit und Erkrankungen der Nebenhöhlen. Saponine wirken außerdem fungizid und antibiotisch. Diese Erkenntnis begründet unter anderem die Verwendung von Silene alba äußerlich in Form von Waschungen und Umschlägen bei Hautkrankheiten.

Die Nelkenverwandtschaft der Weißen Lichtnelke kann man unter anderem daran erkennen, dass Kelch und Blütenkrone deutlich voneinander abgegrenzt sind.

Auch eine harntreibende Wirkung, die Senkung des Cholesterinspiegels, eine Wirkung auf den Blutdruck und die Anregung des Immunsystems werden dem Stoff zugeschrieben. Durch den Gerbstoffgehalt der Pflanze wirken Tees und andere Zubereitungen adstringierend. Das verstärkt die bakterizide und fungizide Wirkung des Saponins. Spülungen und Gurgeln unterstützen daher den Heilungsprozess bei Schleimhauterkrankungen und Erkältung.

Zink, das ebenfalls in der Pflanze enthalten ist, ist ein lebenswichtiges Spurenelement, welches für den Stoffwechsel und für die Funktion des Immunsystems von großer Bedeutung ist. Die Homöopathie verwendet Zubereitungen von Silene latifolia ssp. alba in Dilutionen und Globuli. Am häufigsten werden Potenzen von C12 bis C200 verwendet.

Saft oder Brei aus den zerstoßenen Wurzeln der Weißen Lichtnelke wurde, ebenso wie die Wurzel des Echten Seifenkrautes, in früheren Zeiten oft als Ersatz für Seife beim Wäschewaschen und zur Körperreinigung verwendet. Die darin enthaltenen Saponine verringern die Oberflächenspannung des Wassers. Das zeigt sich daran, dass durch Rühren und Schütteln ein leichter Schaum erzeugt werden kann.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Weiße Lichtnelke erfreut nicht nur das Auge, sondern auch den Gaumen. Ihre frischen jungen Blätter und Blüten lassen sich als Beimischung für einen wohlschmeckenden Wildkräutersalat verwenden. Sie überzeugen durch ihren leicht süßlich milden Geschmack. Auch leicht gedünstet, so wie Spinat zubereitet, oder als Zutat für eine wohltuende Frühlingssuppe lassen sie sich verwenden. Im grünen Smoothie wirken die Inhaltsstoffe, gerade nach den Wintermonaten, belebend und vitalisierend.

Die Pflanzenheilkunde wendet die Weiße Lichtnelke zusätzlich zu den oben erwähnten Atemwegs- und Hauterkrankungen auch zur Vorbeugung und zur begleitenden Behandlung bei so unterschiedlichen Erkrankungen wie Gicht, Rheuma und Krebs an. Die Wirkstoffe werden als Abkochungen des Krautes oder der Wurzel sowie als Teeaufguss nutzbar gemacht. Wegen seines adstringierenden, gerbenden und antibakteriellen Effektes soll der Tee auch der Bildung von Zahnbelag vorbeugen sowie Zahnfleischblutung und Entzündungen im Mundraum lindern.

Die traditionelle Volksmedizin hat die Weiße Lichtnelke bei Frauenleiden eingesetzt. Eine Essenz aus den Blüten wurde außerdem bei leichten Depressionen gegeben. Dieser Extrakt sollte die Lebensfreude und Entscheidungsfreudigkeit des Patienten erhöhen. Wichtig, wie bei allen Pflanzen, die medizinisch wirksame Bestandteile enthalten, ist auch bei Verwendung der Weißen Lichtnelke, dass sie nicht ständig in hoher Dosierung zur Selbstbehandlung eingesetzt wird. In sehr großen Mengen, die allerdings bei den hier erwähnten Pflanzenzubereitungen kaum erreicht werden, können nämlich Saponine und Gerbsäure der Gesundheit erheblichen Schaden zufügen.

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