Wassergeburt

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 3. Januar 2017
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In Deutschland werden jährlich etwa 5000 Säuglinge per Wassergeburt zur Welt gebracht. Diese Geburtsmethode ist eine bestimmte Form der Entbindung, die in einer mit Wasser gefüllten Gebärwanne stattfindet. Durch eine Wassergeburt ergeben sich Vorteile für die Schwangere und das Ungeborene.

Inhaltsverzeichnis

Was für eine Wassergeburt spricht

Eine Wassergeburt hat einige Vorteile. Die Geburt ist ein sehr intimer Moment. Im Schutz des Wassers hat die Schwangere mehr Privatsphäre und fühlt sich wohler. Hinzu kommt, dass eine Wassergeburt weniger schmerzhaft für die Mutter ist. Die Gebärdende kann sich durch das warme Wasser entspannen und empfindet die Wehen als weniger schmerzhaft.

Im Wasser herrscht Schwerelosigkeit. Dieser Umstand wirkt sich positiv auf die Beweglichkeit der werdenden Mutter aus. Das warme Wasser beruhigt zudem die Muskulatur und kann den Vorgang der Geburt beschleunigen. Unangenehme Begleiterscheinungen einer Geburt, wie der Dammriss, treten bei Wassergeburten weniger häufig auf.

Für Mutter und Kind ist der Vorgang stressfreier als eine reguläre Geburt. Wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind, zum Beispiel die Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche, kann eine Wassergeburt vollzogen werden. Wassergeburten stellen bei einer ordentlichen Durchführung und beim Ausschluss möglicher Kontraindikationen, wie Infektionen mit bestimmten Viren, kein erhöhtes Risiko im Vergleich zu konventionellen Geburten dar.

Wie läuft eine Wassergeburt ab?

Eine Wassergeburt kann in einem Geburtshaus, in einer Klinik oder ambulant stattfinden. Nicht jede Einrichtung verfügt jedoch über eine Geburtswanne. Die Schwangere kann sich vor der Geburt bewusst für die Wassermethode entscheiden und sich vorab an die Wanne gewöhnen. Zudem werden Kurse angeboten, die auf die spezielle Geburtsmethode vorbereiten. Während des gesamten Prozesses befindet sich die Gebärende in der Wanne.

Das heißt, dass nicht nur die Eröffnungs- und Austreibungsphase, sondern auch die Nachgeburtsphase in dieser Vorrichtung stattfinden kann. Die Temperatur des Wassers kann den Vorgang beeinflussen. Während warmes Wasser gerade am Anfang einen beruhigenden Effekt hat, kann etwas kälteres Wasser in einer späteren Geburtsphase beschleunigend wirken. Eine Hebamme und gegebenenfalls ein Arzt begleiten die Schwangere während der gesamten Wassergeburt.

Währenddessen werden die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter kontinuierlich beobachtet um bei einer Komplikation sofort handeln zu können. Zudem ist mindestens eine weitere Person im Raum, um der Schwangeren bei Problemen so schnell wie möglich aus dem Wasser zu helfen. Wenn erwünscht oder nicht anders möglich, kann die Wassergeburt jederzeit abgebrochen werden und außerhalb der Wanne fortgesetzt werden.

Nach der Austreibungsphase wird das Kind nach nur wenigen Sekunden aus dem Wasser gehoben und holt zum ersten Mal selbständig Luft. Säuglinge atmen erst ein, wenn sie an der Wasseroberfläche sind, da sie einen angeborenen Tauchreflex haben. Das Kind wird bis dahin über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Sobald das Kind auf der Welt ist, wird es, wie bei einer regulären Geburt, gereinigt und von der Mutter abgenabelt. Die Nachgeburtsphase, bei welcher der Mutterkuchen abgestoßen wird, kann ebenfalls im Wasser durchgeführt werden.

Voraussetzungen für eine Wassergeburt

Es gibt verschiedene Voraussetzungen die erfüllt sein sollten, um eine sichere Wassergeburt durchführen zu können. Wichtig ist, dass die 37. Schwangerschaftswoche bereits abgeschlossen ist. Zudem sollte das Kind normal in der Gebärmutter liegen. Ungeborene in Steißlage sollten nicht über eine Wassergeburt zur Welt gebracht werden.

Die Gefahr ist, dass im Wasser in diesem Fall nicht genug Sicht für die Geburtshelfer besteht um mögliche Komplikationen zu verhindern. Zudem sollte ausgeschlossen sein, dass die Mutter Zwillinge erwartet. Ferner wird von einer Wassergeburt abgeraten, wenn eine Periduralanästhesie nötig wird.

Die Periduralanästhesie, kurz PDA, meint die Betäubung von rückenmarksnahen Regionen zum Zweck eines schmerzfreien medizinischen Vorgangs. Unter einer PDA kann die Mutter bei Schwierigkeiten während der Geburt die Wanne nicht selbstständig verlassen. Daher raten Experten von einer Geburt im Wasser unter dieser Betäubung ab. Zudem sollte gesichert sein, dass das Baby einen normalen Herzschlag hat.

Bei einer unregelmäßigen Herzfrequenz ist eine herkömmliche Geburt vorzuziehen, da die Hebammen und Ärzte das Kind außerhalb der Wanne schneller versorgen können. Eine weitere Voraussetzung ist, dass während der Schwangerschaft keine Infektionen auftraten. Wichtig ist zudem, das keine Vorerkrankungen wie eine Infektion mit Hepatitis B-Viren oder Diabetes mellitus vorliegt.

Was bedeutet eine Wassergeburt fürs Kind?

Eine Wassergeburt ist angenehmer für das Kind, als eine reguläre Geburt. Im Körper und im Fruchtwasser ist es warm. Eine Geburt im warmen Wasser statt an der Luft ist demnach ein geringer Temperaturunterschied und mit weniger Stress verbunden. Wasser hat zudem eine dämpfende Wirkung. Das Kind nimmt Licht und Geräusche zunächst nur in abgeschwächter Form wahr, was weniger belastend ist. Eventuelle Verspannungen des Kindes lösen sich zudem leichter im Wasser als an der Luft.

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Welche Risiken birgt eine Wassergeburt?

Eine Wassergeburt birgt nur sehr geringe Risiken für Mutter und Kind. Gefährlich kann es werden, wenn trotz einer Kontraindikation, wie zum Beispiel einer Steißlage des Kindes, eine Wassergeburt durchgeführt wird. Die Angst, die Neugeborenen könnten in der Wanne zu viel Wasser einatmen und sich verschlucken ist unbegründet.

Aufgrund des Tauchreflexes der bei allen Säuglingen angeboren ist, wird das Kind erst an der Wasseroberfläche einatmen. Eine Infektion des Kindes durch austretendes Blut während der Geburt ist zudem sehr unwahrscheinlich. Eine Wassergeburt ist bereits eine anerkannte alternative Methode zur herkömmlichen Geburt im Bett. Wenn alle Sicherheitskontrollen ordentlich stattfinden und die Voraussetzungen für eine solche Geburtsmethode erfüllt sind, stellt sie kein höheres Risiko für Mutter und Kind dar als eine reguläre Geburt.

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