Waschfrauenhände

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Waschfrauenhände weisen an den Fingerkuppen eine faltige und aufgequollene Haut auf. Die Erscheinung kann beispielsweise nach dem Tod oder beim Costello-Syndrom auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Waschfrauenhände?

Normalerweise ist die Haut an den Fingerkuppen glatt. Unter verschiedenen Umständen können sich jedoch die Waschfrauenhände, die auch als Spülhände bezeichnet werden, entwickeln. Dabei ist die Haut aufgequollen und faltig. In diesem Zustand wird sie auch Waschhaut genannt. Bei Waschfrauenhänden ist die Epidermis gequollen und gewellt.

Die Epidermis ist die Oberhaut. Sie ist die äußerste Schicht der Haut und dient so als Schutzhülle gegenüber der Umwelt. Von innen nach außen kann zwischen fünf verschiedenen Schichten unterschieden werden: Basalschicht, Stachelzellschicht, Körnerschicht, Glanzschicht und Hornschicht. Aus unterschiedlichen Gründen kann diese Hautschicht aufquellen.

Mögliche Ursachen für Waschfrauenhände sind beispielsweise übermäßiges Waschen, lange Feuchtigkeitsexposition oder das Costello-Syndrom. Auch die trockene, rissige und pergamentartige Haut an den Händen bei dystrophischen Geburten im Rahmen des Übertragungssyndroms wird als Waschhaut bezeichnet.

Ursachen

Wenn sich die Schwangerschaft über den erwarteten Geburtstermin fortsetzt, handelt es sich um eine Übertragung. Von einer Übertragung wird aber erst dann gesprochen, wenn der Geburtstermin um zwei Wochen überschritten ist. Etwa ein Prozent aller Schwangerschaften endet in einer Übertragung. Wenn ein Neugeborenes übertragen wurde, gilt es als Risikoneugeborenes. Die Waschfrauenhände gehören zu den objektiven Übertragungszeichen.

Diese werden auch als Runge-Zeichen bezeichnet. Infolge der Übertragung kann sich das Clifford-Syndrom entwickeln. Die Waschfrauenhände gehören zum Grad I des Clifford-Syndroms. In diesem Stadium weisen die Neugeborenen keine Käseschmiere auf. Sie haben kaum ausgeprägte Fettpolster und zeigen eine Hautatrophie. Beim Grad II des Clifford-Syndroms weisen die Neugeborenen zusätzlich zu den Waschfrauenhänden eine grüne Hautfarbe auf. Im Stadium III ist die Haut hingegen gelb gefärbt. Waschfrauenhände entwickeln sich aber am häufigsten unter feuchten Bedingungen. So ruft ein Wasserkontakt von 30 Minuten in der Regel Waschfrauenhände hervor. Der Kontakt kann beispielsweise beim Schwimmen, Baden, Arbeiten im Wasser oder beim Tragen von wasserundurchlässigen Handschuhen entstehen. Vermutlich entwickeln sich die Waschfrauenhände dadurch, dass die epitheliale keratinreiche Haut die Feuchtigkeit aufnimmt und sich daraufhin ausdehnt.

Da sich durch die Ausdehnung die Hautfläche vergrößert, kommt es zu einer Faltenbildung. Obwohl die gesamte Haut an den Händen und auch an den Füßen die Feuchtigkeit aufnimmt, bilden sich zunächst nur an den Fingern und Zehen Falten. Die Haut an den Fingern und Zehen hat eine dicke Keratinschicht aber keine Behaarung. Sie trägt somit auch keine Talgdrüsen, die schützende Öle abgeben können. Der Einstrom der Flüssigkeit in die Haut ist jedoch nur ein Einflussfaktor bei der Faltenbildung.

Durch einen nervalen Impuls ziehen sich die Blutgefäße in den Fingern zusammen. Auch dadurch wird die Faltenbildung provoziert. So kann nach einer Verletzung der Nerven bei Kontakt zu Wasser die Ausbildung von Waschfrauenhänden komplett ausbleiben. Nach einer Entfettung der Haut strömt zudem vermehrt Wasser in die Haut ein. Bei häufigerem Auftreten von Waschfrauenhänden steigt zudem das Risiko für das sogenannte Hausfrauenekzem.

Waschfrauenhände können auch im Rahmen der Cholera auftreten. Die Cholera ist eine Infektionskrankheit, die vorwiegend den Dünndarm betrifft. Auslöser ist das Bakterium Vibrio cholerae. Die Infektion erfolgt meist über kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Nahrung. Die Bakterien produzieren Toxine, die Durchfall und starkes Erbrechen verursachen.

Dadurch kommt es zur Austrocknung (Exsikkose) und zu Elektrolytverlusten. Durch die Austrocknung zieht sich die Flüssigkeit aus der Haut zurück, sodass es zur Faltenbildung kommt. Allerdings liegt hier nur eine Faltenbildung und keine Aufquellung der Haut vor.

Die Waschfrauenhände machen sich durch eine schrumpelige und faltige Haut an den Fingerkuppen bemerkbar. Auch die Haut an den Zehen kann von dem Phänomen betroffen sein. Darüber hinaus machen Waschfrauenhände keinerlei Symptome. Allerdings ist zu beachten, dass die aufgequollene Haut empfindlicher ist als die Haut im Normalzustand, sodass es schneller zu Einrissen kommen kann.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose Waschfrauenhände kann allein anhand des klinischen Bildes gestellt werden. Faltige und aufgequollene Fingerkuppen können als Hinweis auf das Vorliegen von Waschfrauenhänden gewertet werden. Die Diagnose kann durch Erfragen der Ursache gesichert werden. Faltige Fingerkuppen nach Feuchtigkeitsexposition sind typisch für die Waschfrauenhände.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In vielen Fällen treten die Waschfrauenhände schon nach dem Tod eines Patienten auf. In diesem Falle ist natürlich keine besondere Behandlung mehr notwendig. Dabei handelt es sich um ein gewöhnliches Symptom, das in der Regel nicht vermieden werden kann. Nicht selten treten die Waschfrauenhände allerdings auch bei einer Cholera auf. In diesem Fall ist die Behandlung durch den Arzt zwingend notwendig, da es sonst zum Tod des Betroffenen kommt. Weiterhin leiden die Patienten auch an Fieber, Erbrechen und Durchfall.

Sollten daher diese Beschwerden zusammen mit den Waschfrauenhänden auftreten, so ist ein dringender Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus notwendig. In den meisten Fällen verschwinden die Waschfrauenhände allerdings von alleine, nachdem die Wasserexposition beendet wurde. Daher muss dabei auch kein Arzt aufgesucht werden. Der Besuch beim Doktor ist nur dann notwendig, wenn die Beschwerde über einen längeren Zeitraum anhält. Dabei kann in erster Linie ein Allgemeinmediziner aufgesucht werden, wenn die Ursache der Waschfrauenhände für den Patienten unbekannt ist. Die weitere Behandlung erfolgt dann durch einen Facharzt.

Behandlung & Therapie

Waschfrauenhände sind in der Regel nicht therapiebedürftig. Wenn die Feuchtigkeitsexposition beendet ist, bilden sich die Falten an den Fingern innerhalb weniger Stunden komplett zurück. Einzig die Waschfrauenhände, die im Rahmen der Infektionskrankheit Cholera auftreten können, sind behandlungsbedürftig.

Hier erfolgt eine Behandlung der Grunderkrankung mit Flüssigkeitsersatz, Ersatz von Zucker und Ersatz von Salzen. Die WHO empfiehlt die Verabreichung von einer Salz- und Glukoselösung in Wasser. Bei schweren Verläufen kommt zudem ein Antibiotikum vom Fluorchinolontyp zum Einsatz. Mithilfe dieser therapeutischen Maßnahmen kann die Sterblichkeit auf unter 1 Prozent gesenkt werden.

Aussicht & Prognose

Waschfrauenhände sind im Normalfall gut behandelbar. Die typischen Beschwerden lassen sich durch einfache Maßnahmen und pflegende Salben lindern. Bei Rissen und anderen Verletzungen an den Händen versprechen medizinische Präparate eine schnelle Besserung und damit meist auch eine positive Allgemeinprognose. Kommt es allerdings immer wieder zu einer Überlastung der Hände, können sich mitunter chronische Beschwerden entwickeln, die einer langwierigen Behandlung bedürfen.

Betroffen sind vor allem Menschen, die ihre Hände im Beruf erheblich belasten oder unter einer Zwangserkrankung leiden, die sie zum übermäßigen Händewaschen zwingt. Bleiben die Risse und Verhornungen an den Händen unbehandelt, kann es zu schweren Entzündungen und Infektionen kommen. Daraus können sich wiederum schwere Komplikationen wie zum Beispiel chronische Schmerzen und Funktionsstörungen entwickeln.

Generell ist die Aussicht auf eine Heilung jedoch gut. Insofern die Waschenfrauenhände gut behandelt werden, nehmen die typischen Symptome zumindest nicht zu. Begleitend dazu muss die zugrunde liegende Ursache ermittelt und im Rahmen therapeutischer oder medizinischer Maßnahmen behandelt werden. Geschieht dies, bevor sich chronische Beschwerden entwickelt haben, sind die Heilungsaussichten bei Waschfrauenhänden in der Regel sehr gut.

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Vorbeugung

Waschfrauenhänden kann vorgebeugt werden, indem der Kontakt zu Wasser nicht länger als eine halbe Stunde dauert. Menschen, die berufsbedingt wasserundurchlässige Handschuhe tragen müssen, sollten regelmäßig Tragepausen einlegen. Da entfettete Haut deutlich mehr aufquillt als gefettete Haut, sollten die Hände regelmäßig eingecremt werden.

Waschfrauenhänden, die im Rahmen der Cholera auftreten, kann durch die Einhaltung hygienischer Standards entgegengewirkt werden. In Krisengebieten sollte auf hygienisch einwandfreies und desinfiziertes Trinkwasser geachtet werden. Impfungen gegen Cholera werden nur noch sehr selten eingesetzt.

Das können Sie selbst tun

Gegen Waschfrauenhände hilft in erster Linie Schonung. Wer bei der Arbeit mit Flüssigkeiten und Chemikalien Handschuhe trägt, reduziert die Belastung der Haut erheblich und trägt zur Abheilung von Rissen und Hornhaut bei. Nach Möglichkeit sollte auch heißes Wasser und der direkte Sonnenkontakt vermieden werden, denn beides macht die Hände empfindlicher gegenüber anderen Umwelteinflüssen.

Über Nacht können die Hände mit dünnen Baumwollhandschuhen oder pflegenden Cremes aus der Apotheke geschützt werden. Begleitend dazu empfiehlt sich die Verwendung von Feuchtigkeitscreme oder Vaseline. Entsprechende Pflegeprodukte sollten jedoch keine reizenden Stoffe enthalten und generell möglichst schonend sein. Bewährt haben sich unter anderem Reinigungsmilch, stark fetthaltige Seifen und Pflegeprodukte mit dem Wirkstoff Cetaphil. Geeignete Heilmittel aus der Natur sind etwa Ringelblumensalbe, Rosenwasser, Sonnenblumenöl und Mandel-Pflegeöl. Eine Avocadomaske verspricht eine akute Linderung und kann etwa mit Zitronensaft oder Olivenöl kombiniert werden. Auch Anwendungen aus reifen Bananen, Salbei-Extrakt oder Melkfett reduzieren Waschenfrauenhände.

Bei andauernden oder besonders starken Beschwerden sollte allerdings ein Hautarzt konsultiert werden. Womöglich liegt den rissigen Händen eine ernsthafte Hauterkrankung zugrunde, die einer medizinischen Behandlung bedarf.

Bücher über das Costello-Syndrom & Erbkrankheiten

Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Stiefel, A., Geist, C., Harder, U.: Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates, Stuttgart 2012

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