Waschfrauenhände

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 31. Oktober 2016
Symptomat.deSymptome Waschfrauenhände

Waschfrauenhände weisen an den Fingerkuppen eine faltige und aufgequollene Haut auf. Die Erscheinung kann beispielsweise nach dem Tod oder beim Costello-Syndrom auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Waschfrauenhände?

Normalerweise ist die Haut an den Fingerkuppen glatt. Unter verschiedenen Umständen können sich jedoch die Waschfrauenhände, die auch als Spülhände bezeichnet werden, entwickeln. Dabei ist die Haut aufgequollen und faltig. In diesem Zustand wird sie auch Waschhaut genannt. Bei Waschfrauenhänden ist die Epidermis gequollen und gewellt.

Die Epidermis ist die Oberhaut. Sie ist die äußerste Schicht der Haut und dient so als Schutzhülle gegenüber der Umwelt. Von innen nach außen kann zwischen fünf verschiedenen Schichten unterschieden werden: Basalschicht, Stachelzellschicht, Körnerschicht, Glanzschicht und Hornschicht. Aus unterschiedlichen Gründen kann diese Hautschicht aufquellen.

Mögliche Ursachen für Waschfrauenhände sind beispielsweise übermäßiges Waschen, lange Feuchtigkeitsexposition oder das Costello-Syndrom. Auch die trockene, rissige und pergamentartige Haut an den Händen bei dystrophischen Geburten im Rahmen des Übertragungssyndroms wird als Waschhaut bezeichnet.

Ursachen

Wenn sich die Schwangerschaft über den erwarteten Geburtstermin fortsetzt, handelt es sich um eine Übertragung. Von einer Übertragung wird aber erst dann gesprochen, wenn der Geburtstermin um zwei Wochen überschritten ist. Etwa ein Prozent aller Schwangerschaften endet in einer Übertragung. Wenn ein Neugeborenes übertragen wurde, gilt es als Risikoneugeborenes. Die Waschfrauenhände gehören zu den objektiven Übertragungszeichen.

Diese werden auch als Runge-Zeichen bezeichnet. Infolge der Übertragung kann sich das Clifford-Syndrom entwickeln. Die Waschfrauenhände gehören zum Grad I des Clifford-Syndroms. In diesem Stadium weisen die Neugeborenen keine Käseschmiere auf. Sie haben kaum ausgeprägte Fettpolster und zeigen eine Hautatrophie. Beim Grad II des Clifford-Syndroms weisen die Neugeborenen zusätzlich zu den Waschfrauenhänden eine grüne Hautfarbe auf. Im Stadium III ist die Haut hingegen gelb gefärbt. Waschfrauenhände entwickeln sich aber am häufigsten unter feuchten Bedingungen. So ruft ein Wasserkontakt von 30 Minuten in der Regel Waschfrauenhände hervor. Der Kontakt kann beispielsweise beim Schwimmen, Baden, Arbeiten im Wasser oder beim Tragen von wasserundurchlässigen Handschuhen entstehen. Vermutlich entwickeln sich die Waschfrauenhände dadurch, dass die epitheliale keratinreiche Haut die Feuchtigkeit aufnimmt und sich daraufhin ausdehnt.

Da sich durch die Ausdehnung die Hautfläche vergrößert, kommt es zu einer Faltenbildung. Obwohl die gesamte Haut an den Händen und auch an den Füßen die Feuchtigkeit aufnimmt, bilden sich zunächst nur an den Fingern und Zehen Falten. Die Haut an den Fingern und Zehen hat eine dicke Keratinschicht aber keine Behaarung. Sie trägt somit auch keine Talgdrüsen, die schützende Öle abgeben können. Der Einstrom der Flüssigkeit in die Haut ist jedoch nur ein Einflussfaktor bei der Faltenbildung.

Durch einen nervalen Impuls ziehen sich die Blutgefäße in den Fingern zusammen. Auch dadurch wird die Faltenbildung provoziert. So kann nach einer Verletzung der Nerven bei Kontakt zu Wasser die Ausbildung von Waschfrauenhänden komplett ausbleiben. Nach einer Entfettung der Haut strömt zudem vermehrt Wasser in die Haut ein. Bei häufigerem Auftreten von Waschfrauenhänden steigt zudem das Risiko für das sogenannte Hausfrauenekzem.

Waschfrauenhände können auch im Rahmen der Cholera auftreten. Die Cholera ist eine Infektionskrankheit, die vorwiegend den Dünndarm betrifft. Auslöser ist das Bakterium Vibrio cholerae. Die Infektion erfolgt meist über kontaminiertes Trinkwasser oder verunreinigte Nahrung. Die Bakterien produzieren Toxine, die Durchfall und starkes Erbrechen verursachen.

Dadurch kommt es zur Austrocknung (Exsikkose) und zu Elektrolytverlusten. Durch die Austrocknung zieht sich die Flüssigkeit aus der Haut zurück, sodass es zur Faltenbildung kommt. Allerdings liegt hier nur eine Faltenbildung und keine Aufquellung der Haut vor.

Die Waschfrauenhände machen sich durch eine schrumpelige und faltige Haut an den Fingerkuppen bemerkbar. Auch die Haut an den Zehen kann von dem Phänomen betroffen sein. Darüber hinaus machen Waschfrauenhände keinerlei Symptome. Allerdings ist zu beachten, dass die aufgequollene Haut empfindlicher ist als die Haut im Normalzustand, sodass es schneller zu Einrissen kommen kann.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose Waschfrauenhände kann allein anhand des klinischen Bildes gestellt werden. Faltige und aufgequollene Fingerkuppen können als Hinweis auf das Vorliegen von Waschfrauenhänden gewertet werden. Die Diagnose kann durch Erfragen der Ursache gesichert werden. Faltige Fingerkuppen nach Feuchtigkeitsexposition sind typisch für die Waschfrauenhände.

Behandlung & Therapie

Waschfrauenhände sind in der Regel nicht therapiebedürftig. Wenn die Feuchtigkeitsexposition beendet ist, bilden sich die Falten an den Fingern innerhalb weniger Stunden komplett zurück. Einzig die Waschfrauenhände, die im Rahmen der Infektionskrankheit Cholera auftreten können, sind behandlungsbedürftig.

Hier erfolgt eine Behandlung der Grunderkrankung mit Flüssigkeitsersatz, Ersatz von Zucker und Ersatz von Salzen. Die WHO empfiehlt die Verabreichung von einer Salz- und Glukoselösung in Wasser. Bei schweren Verläufen kommt zudem ein Antibiotikum vom Fluorchinolontyp zum Einsatz. Mithilfe dieser therapeutischen Maßnahmen kann die Sterblichkeit auf unter 1 Prozent gesenkt werden.




Vorbeugung

Waschfrauenhänden kann vorgebeugt werden, indem der Kontakt zu Wasser nicht länger als eine halbe Stunde dauert. Menschen, die berufsbedingt wasserundurchlässige Handschuhe tragen müssen, sollten regelmäßig Tragepausen einlegen. Da entfettete Haut deutlich mehr aufquillt als gefettete Haut, sollten die Hände regelmäßig eingecremt werden.

Waschfrauenhänden, die im Rahmen der Cholera auftreten, kann durch die Einhaltung hygienischer Standards entgegengewirkt werden. In Krisengebieten sollte auf hygienisch einwandfreies und desinfiziertes Trinkwasser geachtet werden. Impfungen gegen Cholera werden nur noch sehr selten eingesetzt.

Bücher über das Costello-Syndrom & Erbkrankheiten

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Waschfrauenhände?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: