Warum bekommt man graue Haare und graue Schläfen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Juli 2017
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Was immer man von den Männern mit grauen Schläfen halten mag, ob man sie den jugendlichen Helden mit der einfarbigen tiefschwarzen oder hellblonden Surferfrisur vorzieht oder nicht, steht hier nicht zur Rede. Eines aber ist gewiss: das graue, das melierte, das weiße Haar gilt, wenn auch durchaus nicht immer mit Recht, als Zeichen des reiferen Alters. Die Redensarten „über Nacht weiß werden“ und „über Nacht alt werden“ meinen das gleiche.

Inhaltsverzeichnis

Graue Haare & graue Schläfen

Während Männer eher geneigt sind, mit der reiferen Männlichkeit ihres grauen Haares bewusst ein wenig zu prahlen – mit männlicher Selbstverständlichkeit geben sie das natürlich nicht zu, ebenso wenig wie sie wahrhaben wollen, etwas von Kosmetik zu halten – sind Frauen meist ängstlich bemüht, ihre ersten grauen Schläfen zu verbergen, auch wenn sie bis dahin nicht gewillt waren, ihr Haar färben zu lassen.

Nur jüngere Frauen handeln dann und wann umgekehrt und lassen sich als Ausnahme von der Regel eine einzelne Strähne weiß färben, wie sie in manchen Familien übrigens erblich vorkommt. Aber welche Ausnahme würde man einer jüngeren Dame nicht bewilligen, wenn sie schön gemacht wird.

Warum bekommt man graue Haare?

Während Männer eher geneigt sind, mit der reiferen Männlichkeit ihres grauen Haares bewusst ein wenig zu prahlen, sind Frauen meist ängstlich bemüht, ihre ersten grauen Schläfen zu verbergen.

Offenbar also ist nicht nur Rot oder Blond, sondern auch Grau eine Haarfarbe, die es in sich hat, so dass es sich lohnt, ihrem Geheimnis nachzuspüren. Im Gegensatz zur Hautfarbe ist die Palette des menschlichen Haares reich an Tönen, Farben und Nuancen. Ihre Qualität hängt vom Pigmentgehalt der Haarrinde ab. Das Pigment wird von besonderen Zellen gebildet: seine Menge und Verteilungsart ergeben die verschiedenen Farbtonwerte.

Luftgehalt und Oberflächenstruktur des Haarschaftes vermitteln zusätzliche Varianten an Glanz, Glätte und Schimmer. Nur Albinos, die wir an ihrer weißen Haut, ihrem weißen Haar, an der rosa Iris und tiefroten Pupille erkennen, sind auf Grund erblicher Bedingungen ganz und gar außerstande, Pigment zu bilden.

Diese Veranlagung ist jedoch selten, häufig kommen dagegen, ebenfalls angeboren, beim gleichen Menschen in verschiedenen Haarbereichen auch verschiedene Farbtöne vor.

Im allgemeinen verläuft das Haarwachstum so, dass ursprünglich helleres Haar gegen Schluss der Wachstumsperiode zunächst nachdunkelt und erst viel später von Fall zu Fall grau wird. Das Nachdunkeln ist uns beim Hellblond am geläufigsten, geschieht aber genauso beim Brünett und selbst beim Rot.

Graue Haare & Schläfen kein Anzeichen für das Alter

Wenn auch das Ergrauen weitgehend als Alterszeichen gilt, lässt sein Eintreten keinen verbindlichen Rückschluss auf das tatsächliche Lebensalter zu. Von persönlichen Unterschieden abgesehen, gibt es Familien, in denen schon jeder Dreißigjährige grau ist und andere, in denen kaum je ein Grauhaariger vorkommt. Solche Beobachtungen erhellen die Relativität der Beziehung zwischen Lebensalter und Ergrauen und haben bei manchen Forschern dazu geführt, Grauwerden als obligate Alterserscheinung überhaupt abzulehnen.

Das Ergrauen des Haares geht, gleich in welchem Lebensalter, allmählich vor sich. Trotzdem tauchen in zeitlichem Zusammenhang mit Katastrophen, Schrecksituationen und Unfällen immer wieder Berichte über plötzliches Haarergrauen auf. Dabei ist es die unerwartete seelische Belastung, die das spontane Weißwerden oder Ergrauen bewirkt haben soll.

Bei solchen Erzählungen darf man zunächst nicht übersehen, dass der Begriff „plötzlich“, mit dem wir im normalen Sprachgebrauch ein in Sekundenschnelle ablaufendes, momentanes Ereignis bezeichnen, hier zumeist recht freizügig, auf das Erlebnis des Erzählers bezogen, angewendet wird, das sich bei näherer Betrachtung im Verlauf einer ganzen Nach, eines oder mehrerer Tage vollzogen hat. Dadurch erhält der Vorgang in den Augen des Arztes, der naturwissenschaftlich-kritisch denken muss, wenn er nicht der Scharlatanerie verfallen will, ein wesentlich anderes Gesicht.

Ursachen für Graue Haare & graue Schläfen

Wenn auch das Ergrauen weitgehend als Alterszeichen gilt, lässt sein Eintreten keinen verbindlichen Rückschluss auf das tatsächliche Lebensalter zu.

Daran liegt es zunächst, dass bisher kein derartiges Ereignis, was den Zeitfaktor „plötzlich“ anbetrifft, der Kritik standhält – die naturwissenschaftliche Medizin heute sowohl ein plötzliches Weißwerden als auch in Analogie zur seelischen Verursachung anderer Krankheiten ein plötzliches Weißwerden aus seelischer Ursache plausibel finden könnte.

Bleibt zu erklären, wodurch die vielen Fehlurteile, die immer wieder die Legenden oder die bis heute jedenfalls noch unbewiesene Wirklichkeit vom Grau- oder Weißwerdens über Nacht nähren, zustande kommen. Zunächst gibt es Allgemeinkrankheiten mit und ohne Fieber, die nicht nur zum Haarausfall innerhalb eines Tages führen, sondern, vollends bei Älteren, deren Haar an sich schon grau war, als erstes die noch vorhandenen pigmentierten Haare in Mitleidenschaft ziehen können, so dass nur der schon weiße Rest übrigbleibt.

Gleiches kann sich, wenn er in höherem Alter auftritt, beim bekannten kreisrunden Haarausfall ereignen, so dass sich dann der Eindruck eines plötzlichen Weißwerdens aus seelischer Ursache verdichtet. So ist vielfach der Schreck nicht Ursache, sondern Folge der Haarerkrankung und um so größer, je mehr Haare von ihr betroffen sind.

Nicht selten wird übrigens vergessen, dass er trotz der einschränkenden Bezeichnung „kreisrund“ den ganzen Kopf oder den gesamten Körper befallen kann. Schließlich wird beim kreisrunden Haarausfall die Annahme plötzlichen Ergrauens aus seelischer Ursache gelegentlich dadurch gestützt, dass diese, wie es zuweilen vorkommt, erstmals nach Migräneanfällen oder umschriebenen Neuralgien einsetzt.

Verhältnismäßig neu und im vorliegenden Zusammenhang wichtig ist die schon erwähnte Beobachtung, dass pigmentiertes Haar offenbar leichter und früher ausfällt als pigmentarmes oder pigmentlos-weißes Haar. Ferner ist nicht zu vergessen, dass nach kreisrundem Haarausfall auch bei Jüngeren das Haar oft weiß nachwächst und zuweilen auch weiß bleibt. Nicht immer hat die junge Frau mit der weißen Strähne diese einfärben lassen oder durch Generationen ererbt.

Gelegentlich ist sie Folge der geschilderten Erkrankung, über deren Ursache man allgemein nicht viel Genaueres sagen kann, als dass sie nach wie vor unbekannt ist.

Nachdem nun schon soviel vom Ergrauen, von Silberhaar und weißen Strähnen die Rede war, ist am Ende nicht mehr zu verheimlichen, dass wir noch immer nicht genau wissen wie das Grauwerden das einzelnen Haares vor sich geht. Entweder wächst von einem bestimmten Zeitpunkt an nur noch pigmentloses Haar nach, oder die Haare ergrauen allmählich von der Spitze her, oder der Haarschaft verliert an zusehends mehr und mehr Stellen sein Pigment.

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Weitere Gründe für Graue Haare & graue Schläfen

Jede Theorie hat ihre Anhänger, aber für alle drei stehen die schlüssigen Beweise noch aus. Außerdem ist das Ergrauen nicht nur eine Frage des vorhandenen Pigments, sondern auch der Form und Menge der in der Haarrinde eingelagerten Luftblasen. Je zahlreicher diese sind, desto silbriger schimmert das einzelne Haar, und je mehr graue Strähnen vorhanden sind, desto grauer und melierter wirkt der ganze Kopf.

Der durch die Luftblasen bedingte Lichtreflex kann so erheblich sein, dass selbst stark pigmentiertes Haar silbergrau erscheint. Diese Tatsache, dass die Wissenschaft trotz allen Eifers und aller Neugier auch das Grauwerden des einzelnen Haares noch nicht ganz zu ergründen vermochte, mag uns darüber hinwegtrösten, dass auch für das plötzliche Ergrauen das stichhaltige Beispiel noch fehlt.

Die Medizin hat verständlicherweise zunächst noch einige vordringlichere Sorgen, zumal das Ergrauen der Gesundheit ganz allgemein keinen Abbruch tut. Nicht nur zwischen Himmel und Erde, auch zwischen Scheitel und Sohle gibt es Dinge, die unserer Schulweisheit noch verschlossen sind, wäre hier Shakespeare zu ergänzen. So bleiben denn auch die „Männer mit den grauen Schläfen“ nach wie vor ein wenig von Geheimnis umwittert.

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