Wallenberg-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. Oktober 2016
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Beim Wallenberg-Syndrom verschließen sich die Arteria vertebralis oder die Arteria cerebelli inferior posterior. Die Erkrankung wird synonym auch als Wallenberg-Foix Syndrom oder Viesseaux-Wallenberg bezeichnet. Infolgedessen tritt ein Infarkt in einem bestimmten Bereich des Hirnstamms auf, der sogenannten dorsolateralen Medulla oblongata. Grundsätzlich handelt es sich um eine seltene Art von Schlaganfall.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Wallenberg-Syndrom?

Prinzipiell stellt das Wallenberg-Syndrom ein Hirnstammsyndrom dar, wobei es sich speziell um ein sogenanntes Alternans-Syndrom handelt. Im Rahmen des Wallenberg-Syndroms kommt es zu vielfältigen Symptomen, die von den jeweils beeinträchtigen neurologischen Arealen abhängen.

Seine erste Erwähnung fand das Wallenberg-Syndrom im Jahr 1808 durch Gaspard Vieusseux. Seinen Namen erhielt es jedoch in Anlehnung an den Arzt Adolf Wallenberg. Er beschrieb das Wallenberg-Syndrom im Jahr 1895 zum ersten Mal. 1901 erfolgte der erste Befund der Erkrankung per Autopsie.

Ursachen

Die primäre Ursache für die Entstehung des Wallenberg-Syndroms liegt in erster Linie in einer Ischämie, die das Stromgebiet der Arteria vertebralis betrifft. In der Folge davon verschließt sich die Arteria cerebelli posterior inferior. Außerdem werden die dorsolaterale Medulla oblongata und bestimmte Bereich des Kleinhirns infarziert.

Dadurch werden spezielle Bahnen im Rückenmark geschädigt. Auch bestimme Kerngebiete, zum Beispiel jene des Nervus statoacusticus und des Nervus vagus, werden beeinträchtigt. Neben einem Verschluss der Arterien kann es sich um eine starke Verengung der Blutgefäße handeln. Dabei sind unter Umständen auch die Äste der jeweiligen Arterien betroffen.

Einige dieser Äste sind für die Versorgung der Medulla oblongata zuständig. Die Folge ist ein Infarkt des seitlichen verlängerten Marks. Dadurch zeigen sich charakteristische Ausfallerscheinungen. Grundsätzlich ist im überwiegenden Teil der Fälle die Arteria vertebralis vom Wallenberg-Syndrom betroffen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Wallenberg-Syndrom umfasst zahlreiche charakteristische Symptome. Häufig kommt es zu ipsilateralen Zeichen, zum Beispiel einem verringerten Cornealreflex, Störungen der Sensibilität im Gesicht oder einer Lähmung der Stimmbänder. Darüber hinaus sind ein Horner-Syndrom, eine Hemiataxie sowie eine Parese des Gaumensegels möglich.

Zudem treten in einigen Fällen dissoziierte Störungen in Bezug auf die Wahrnehmung von Schmerzen und Temperatur auf. Diese Symptome zeigen sich jedoch ausschließlich am Körper und nicht Gesichtsbereich. Manche Patienten leiden an einer Fallneigung in Richtung der betroffenen Seite und klagen über einen ipsilateralen Nystagmus.

Ist der Nucleus spinalis nervi trigemini beeinträchtigt, geht das Schmerzempfinden auf der ipsilateralen Gesichtshälfte verloren. Der Cornealreflex ist stark verringert oder fehlt vollkommen. Bei einer Schädigung des Tractus spinothalamicus bleibt die Wahrnehmung von Temperatur oder Schmerz auf jener Körperhälfte aus, die dem Infarkt gegenübersteht.

Läsionen des Kleinhirns oder der unteren Kleinhirnschenkel resultieren in der Regel in einer Ataxie. Bei geschädigten hypothalamospinalen Fasern ist die sympathische Übertragung von Signalen beeinträchtigt. Infolgedessen kommt es unter Umständen zum sogenannten Horner-Syndrom.

Ist der Nucleus Deiter in Mitleidenschaft gezogen, treten Schwindelanfälle und Augenzittern auf. Weitere mögliche Symptome des Wallenberg-Syndroms sind Heiserkeit, Hemiataxie, Dysarthrie und Hypakusis. Darüber hinaus sind Trigeminusstörungen möglich.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Stellung der Diagnose des Wallenberg-Syndroms erfolgt im ersten Teil der Untersuchung die Anamnese. Dabei bespricht der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem erkrankten Patienten dessen Krankengeschichte. Im Zuge dessen werden genetische Belastungen, bestimmte Vorerkrankungen, chronische Krankheiten und der persönliche Lebensstil der Person analysiert.

Die Anamnese gibt dem Arzt erste Hinweise für die Diagnose. Im Anschluss daran werden diverse klinische Untersuchungen durchgeführt. Dabei werden insbesondere die typischen Symptome eines Wallenberg-Syndroms abgeklärt. Leidet der betroffene Patient an mehreren charakteristischen Beschwerden, erhärtet sich der Verdacht auf das Vorliegen eines Wallenberg-Syndroms.

Die Prognose bei einem Wallenberg-Syndrom ist stark abhängig von der Lokalisation und der Größe des Bereichs, der durch den Schlaganfall beschädigt wurde. Mittels Rekanalisation gehen bei einem Teil der Patienten die Symptome des Wallenberg-Syndroms nach einigen Wochen bis Monaten zurück. Beim überwiegenden Teil der erkrankten Personen zeigen sich allerdings auch noch nach mehreren Jahren neurologische Beschwerden und Funktionsstörungen.

Behandlung & Therapie

Prinzipiell erfolgt die Therapie des Wallenberg-Syndroms ausschließlich symptomatisch. Bei Schwierigkeiten beim Schlucken ist in einigen Fällen das Einsetzen einer Magensonde erforderlich. Auch wird unter Umständen eine logopädische Behandlung verordnet, um Beschwerden beim Schlucken und Sprechen zu lindern.

Teilweise kommen auch Arzneimittel zum Einsatz, um Schmerzen zu reduzieren. Zur Therapie von chronischen Schmerzen eignet sich in diesem Fall Gabapentin. Da die betroffenen Arterien in der Regel zu klein sind, ist eine chirurgische Rekanalisation meist nicht möglich.

Langfristig gesehen ist die Prävention weiterer Schlaganfälle notwendig. Die entsprechenden Maßnahmen orientieren sich in erster Linie an den individuellen Risikofaktoren. So kommt zum Beispiel eine Aspirin-Therapie zum Einsatz, sodass die Gefahr eines erneuten Schlaganfalls sinkt.

Bei Vorhofflimmern sind Gerinnungshemmer notwendig. In einigen Fällen werden weitere Arzneistoffe genutzt, beispielsweise Präparate zur Behandlung von hohem Blutdruck. Zudem ist bei einem Teil der Patienten die Änderung des Lebensstils hilfreich.

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Vorbeugung

Aussagen bezüglich der Prävention eines Wallenberg-Syndroms sind nur bedingt möglich. Denn nicht in jedem Fall lässt sich der Erkrankung vorbeugen. Jedoch spielen bestimmte Faktoren des persönlichen Lebensstils eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit. Zentral ist hierbei insbesondere die Gesundheit der Blutgefäße und des Herz-Kreislauf-Systems.

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