Wachsamkeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. März 2017
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Als Wachsamkeit wird im allgemeinen Konsens die Fähigkeit bezeichnet, äußere Bedrohungen erkennen zu können. Sie ist verwandt mit den Begriffen der Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Evolutionsbiologisch ist die Wachsamkeit essenziell zum Überleben, wobei sie sich nicht nur auf äußere Einflüsse, sondern auch auf den eigenen Geist richtet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Wachsamkeit?

Geprägt wird Wachsamkeit von der eigenen Aufmerksamkeit für die Umgebung zum jetzigen Zeitpunkt. Sie nimmt Bezug zum Bewusstsein und spielt eine wichtige Rolle in der Meditation. Der Yoga Meister Swami Sivananda beschäftigte sich in seinem Werk „How to Cultivate Virtues“ mit dem Ausdruck „Alertness“, welcher mit Wachsamkeit gleichzusetzen ist. Dabei erklärt er den Begriff mit Lebhaftigkeit und Frische. Zudem bezeichnet er die Wachsamkeit als Einstellung der Aufmerksamkeit. Im Bereich des Yoga ist Wachsamkeit überaus wichtig, da sie hilft, das eigene Selbst zu erkennen und damit zu arbeiten. Daneben setzt er „wachsam sein“ mit „hellwach sein“ gleich.

Unkonzentrierte, abgelenkte Menschen sind nicht wachsamt. Dies kann wiederum durch verschiedene Übungen verbessert werden, bei denen auch Yoga, Selbstfindung und eine hohe Konzentrationsfähigkeit eine Rolle spielen. Damit kann Wachsamkeit auch als das Gegenteil von Unaufmerksamkeit und Schläfrigkeit bezeichnet werden.

Als Wachsamkeit wird im allgemeinen Konsens die Fähigkeit bezeichnet, äußere Bedrohungen erkennen zu können.

Neben negativen Gegenpolen, gibt es allerdings auch positive Eigenschaften, die im Gegensatz zur Wachsamkeit stehen. Dazu gehören Entspannung, Hingabe, Vertrauen sowie Hoffnung und Zuversicht. Neben Schläfrigkeit und Unaufmerksamkeit sind negativ konnotierte Gegensätze Unbesonnenheit, Vergesslichkeit sowie Fahrlässigkeit.

Handlungen und Emotionen werden von Gedanken oder Wünschen gesteuert. Wachsame Menschen treten in der Regel mit mehr Scharfsinn und Ruhe auf und können so maßgeblich unerwünschte Gedanken besser beeinflussen und Wünsche beiseite schieben.

Funktion & Aufgabe

In erster Linie hat Wachsamkeit die Aufgabe, den Menschen zu schützen. Sie kann mit dem Instinkt von Tieren gleichgesetzt werden. Wer wachsam ist, kann Gefahren schneller erkennen und schneller handeln. Damit sinkt unter anderem die Wahrscheinlichkeit von Unfällen. Menschen, die sich jedes Schrittes den sie tun, bewusst sind, sind außerdem offener für ihre Umwelt und nehmen ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr. Sie laufen nicht blind durchs Leben und haben in der Regel eine bessere Grundstimmung. Wachsamkeit kann helfen, den Tunnelblick des Alltags zu reduzieren und wieder die Augen auf etwas anderes zu richten.

Ein Beispiel für den Gebrauch erhöhter Wachsamkeit ist das Autofahren. Mit den Jahren und der Erfahrung neigen Menschen dazu, das Autofahren zu automatisieren. Der tagtägliche Arbeitsweg wird nicht mehr hochkonzentriert zurückgelegt, sondern beispielsweise während wichtiger Telefonate. Diese Automatisierung lenkt ab und erhöht die Reaktionszeit. Der Weg ist zwar bekannt und wird wie üblich gefahren, die Wachsamkeit nimmt jedoch mit jedem Mal, das die gewohnte Strecke gefahren wird, ab. Kommt es in dieser Situation zu einem unerwarteten Zwischenfall, ist es häufig schwer, angemessen zu reagieren.

Bewusste Wachsamkeitsübungen hingegen sorgen für eine erhöhte Wachsamkeits- und Konzentrationsfähigkeit. Einzelne Berufsgruppen benötigen mehr Wachsamkeit als andere. So ist die Eigenschaft besonders wichtig für Polizisten und andere Sicherheitsberufe, die ständig vorsichtig und auf der Hut sein müssen. Das Gleiche gilt für medizinische Berufe, da hier bereits kleine Unvorsichtigkeiten oder Unachtsamkeiten fatale Folgen haben können. Menschen, denen eine besondere Aufgabe in der Gesellschaft zukommt, sollten ebenso wachsam sein wie Personen mit handwerklichen Berufen. Auch hier kann es schnell zu Unfällen kommen, die auf Unvorsicht beruhen.

Daneben hilft Wachsamkeit auch dabei, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, auszubauen und zu halten. Freundschaften beruhen auf gegenseitigem Respekt und Verständnis. Um ein möglichst korrektes Bild von einer Person bekommen zu können, ist Wachsamkeit daher vonnöten.

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Krankheiten & Beschwerden

Einige psychische Erkrankungen gehen mit einer erhöhten Wachsamkeit einher. In vielen Fällen weitet sich diese zunächst harmlose Wachsamkeit zu einem Zwang aus, der Druck auf die betroffenen Personen ausübt. So kann aus der eigentlich positiven Eigenschaft schnell Paranoia werden. Bei manchen Betroffenen kann es sogar zu Halluzinationen kommen, die durch die stetige Anspannung und Unruhe ausgelöst werden. Krankheiten, bei denen dies der Fall ist, sind insbesondere verschiedene Angststörungen. Panikattacken stehen oftmals in Wechselwirkung zu erhöhter Wachsamkeit.

Große Menschenmengen können bei ängstlichen Menschen bei Bewusstwerdung starke Beklemmtheitsgefühle und Angstattacken auslösen. Diese gehen mit einer übertriebenen Aufmerksamkeit und Wachsamkeit einher. Ähnlich sieht es bei posttraumatischen Belastungsstörungen aus.

Stress und Hektik hingegen können die Wachsamkeit stark verringern. Wer in Eile ist, neigt dazu, Dinge zu vergessen oder zu übersehen. Das Gleiche gilt für Personen, die psychisch oder physisch beeinträchtigt sind und sich zu sehr auf dieses Defizit konzentrieren. Hierunter leidet auch die Wachsamkeit. Dabei können Menschen mit Depressionen so in ihrer eigenen Welt und in ihrem Inneren gefangen sein, dass sie ihre Umwelt nicht mehr oder nur halb wahrnehmen.

Besonders beeinflusst werden die Wahrnehmung und Wachsamkeit außerdem von Medikamenten und Drogen. Fast alle illegalen Drogen beeinflussen die Wahrnehmung und beeinträchtigen die Wachsamkeit. Während manche sie verringern, erhöhen andere sie zu einem ungesunden Maß. Dies gilt im Übrigen nicht nur für illegale Drogen – Alkohol hat den gleichen beeinträchtigenden Effekt auf die Wachsamkeit.

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