Würmer im Stuhl bei Kindern

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Dieser Ratgeber soll ihnen Hilfe und Informationen über Würmer im Stuhl bei Kindern geben. Der Sommer ist ins Land gekommen. Gärten und Felder grünen und reifen. Wir sind glücklich, unseren Kindern eigenes Obst und Gemüse reichen zu können und denken nicht daran, welche Gefahren den Kindern durch den Genuss einer einzigen rohen Möhre oder auch nur durch das Spielen in Gartenerde erwachsen können.

Inhaltsverzeichnis

Anzeichen & Symptome

Während die meisten Kinder im Verlauf des Frühjahrs durch Sonnenschein und frische Luft zur Freude ihrer Eltern aufblühen, so wird doch hin und wieder ein kleines Mädchen mit blassem Gesicht und tiefliegenden Augen oder ein leicht ablenkbarer, zappeliger Junge wegen seines blassen Aussehens und seines schlechten Appetits dem Kinderarzt mit der Bitte um Hilfe vorgestellt.

Blasses Aussehen ist durchaus nicht immer das Zeichen einer echten Blutarmut, sondern oft nur ein Hinweis auf ein anderes Grundleiden, z.B. auf eine Verwurmung bzw. Würmer.

Ja, mitunter hat die Mutter selbst schon festgestellt, dass ihr Kind an Würmern leidet, denn mit dem Stuhl ist vor wenigen Tagen ein weißlicher Wurm von etwa 20 cm Länge von der Gestalt eines Regenwurms abgegangen.

Aus dieser genauen Beschreibung kann der Kinderarzt leicht erkennen, dass es sich hier um eine Infektion mit Spulwürmern handelt. Er hat nun die Aufgabe, den Eltern die biologisch hochinteressanten Zusammenhänge zu erklären. Überall dort, wo die Abwässerbeseitigung in den Häusern mangelhaft ist, wo man die menschlichen Ausscheidungen (Klärgruben) zum Düngen der Wiesen und Gärten in nächster Nähe der Wohnstätten verwendet, laufen die Kinder Gefahr, sich beim Spielen mit Spulwürmern zu infizieren.

Spulwürmer

Blasses Aussehen ist durchaus nicht immer das Zeichen einer echten Blutarmut, sondern oft nur ein Hinweis auf ein anderes Grundleiden, z.B. auf eine Verwurmung bzw. Würmer.

Denn mit den menschlichen Ausscheidungen sind befruchtete Spulwürmer in die Erde, aber auch auf das kopfgedüngte Gemüse gelangt. Schon das Verzehren einer Gartenmöhre, die roh und ungewaschen genossen wird, bringt die Spulwurmeier in den Magendarmkanal des Kindes. Dort schlüpfen innerhalb von 4 Tagen aus den Eiern kleine Larven von ¼ mm Länge aus, die sehr bald die Darmwand durchbohren und so in den Blutkreislauf des Menschen gelangen.

Auf dem Blutweg erreichen die Larven das Herz und auch die Lunge, durchbohren wiederum die kleinsten Blutgefäße und wandern danach in den Luftwegen der Lungen aufwärts bis zum Schlund. Daraufhin werden die Larven nach ihrer langen Wanderung erneut verschluckt und entwickeln sich nun im Dünndarm des Menschen zu geschlechtsreifen Spulwürmern. Ihre Weibchen werden bis zu 40 cm lang und legen ungefähr 20 Millionen Eier, die nun wieder mit dem Stuhl ausgeschieden werden.

Dieses biologische Geschehen, an dem unsere Kinder meist durch Unachtsamkeit ihrer Eltern oder durch unhygienische Lebensbedingungen beteiligt werden, verursacht nicht nur bei empfindlichen Kindern heftige Bauchschmerzen.

Es kann auch durch Knäuelbildung der Würmer zu einer Darmlähmung oder zu einem Darmverschluss kommen. In Seltenen Fällen wandern die ausgewachsenen Tiere nicht nur mit dem Stuhl ab, sondern auch aus dem Mund des Kindes heraus.

Der Kinderarzt ist aber auch imstande, die Verwurmung eines Kindes festzustellen, wenn bisher die Spulwürmer nicht mit Sicherheit beobachtet wurden. Mit Hilfe des Röntgenverfahrens und durch Untersuchung des kindlichen Stuhls auf Wurmeier wird die Infektion erkannt. Die daraufhin notwendige Wurmkur wird am besten in einem Krankenhaus durchgeführt, um einen sicheren Erfolg zu erzielen. Viel wichtiger aber ist die Forderung, dass kein Kind ungewaschenes rohes Obst oder Gemüse zu sich nimmt, besonders auf dem Land, wo der Kontakt mit den Exkrementen von Tieren und Menschen eher wahrscheinlich ist.

Madenwürmer

Wesentlich harmloser als die Spulwürmer, dafür aber viel verbreiteter sind die Madenwürmer, die als kleine bewegliche weiße Fäden von etwa 10 mm Länge sehr oft in den Ausscheidungen der Kinder, aber auch bei Erwachsenen beobachtet werden. Oft sind Schul- und Kindergartenkinder, vorzugsweise aber Heimkinder, befallen, während Säuglinge meist verschont bleiben. Die Madenwürmer leben in den unteren Dünndarmabschnitten des Menschen.

Soweit sie nicht mit dem Stuhlgang ausgeschieden werden, wandern die Weibchen während der ersten Schlafstunde des Kindes unter dem Einfluss der Bettwärme aus dem After aus, um dort ihre Eier, etwa 11.000 an der Zahl, abzulegen. In Gegenwart von Sauerstoff reifen diese Eier innerhalb weniger Stunden aus und werden entwicklungsfähig. Das Herumkriechen der Würmer verursacht einen heftigen und lästigen Juckreiz, die Kinder kratzen daraufhin am Po und bringen damit die Wurmeier unter ihre Fingernägel. Von den Fingern werden die Wurmeier weiter verschmiert und gelangen schließlich wieder in den Mund und damit in den Magendarmtrakt des Kindes.

Auf diese Weise sorgt das Kind selbst immer wieder für seine Neuinfektion, denn aus den verschluckten Eiern entwickeln sich neue Madenwürmer. Durch leib- und Bettwäsche, durch Zimmerstaub und Spielzeug, aber auch durch Handgeben der Kinder untereinander können weitere Kinder oder Erwachsenen angesteckt werden.

Eine Mutter oder Vater muss immer dann an das Vorliegen von Madenwürmern denken, wenn ihre Kinder durch blasses Aussehen, zappliges Wesen, Überreizbarkeit und schlechtes Einschlafen auffallen. Breite Augenränder und vor allem der allabendliche Juckreiz, der das Kind zum Kratzen verleitet, sind wichtige Hinweiszeichen. Wenn dann die Würmer selbst im Stuhl, in der Wäsche oder unmittelbar am After beobachtet werden, dann gehört das Kind in die Hand des Arztes, der heute mit äußerst wirksamen Medikamenten ohne große Schwierigkeiten diese Darmparasiten beseitigen kann.

Damit dieser Erfolg jedoch erhalten bleibt und Neuinfektionen vermieden werden, ist der laufenden Körperhygiene allergrößte Beachtung zu schenken. Die Fingernägel der Kinder sind mit der Handbürste mehrmals täglich zu reinigen und mit einer Nagelschere oder Knipser ganz kurz zu schneiden. Außerdem wird durch das Tragen einer kleinen enganliegenden Leinenhose, die tagtäglich auszukochen ist, das Kratzen während der Nacht und damit die Neuinfektion verhindert.

Weiterhin sind bei Verwurmung eines Kindes stets auch die Geschwister zu untersuchen, um gegebenenfalls bei allen Familienmitgliedern gleichzeitig eine Kur vorzunehmen, damit gegenseitige Wiederansteckung der Geschwister untereinander unterbleibt.

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Bandwürmer

Eine Mutter oder Vater muss immer dann an das Vorliegen von Madenwürmern denken, wenn ihre Kinder durch blasses Aussehen, zappliges Wesen, Überreizbarkeit und schlechtes Einschlafen auffallen.

Schließlich muss noch der Bandwurm erwähnt werden, der meist als Rinderbandwurm nach dem Genuss von rohem oder ungenügend gebratenem Rindfleisch auch Kinder befallen kann. Dieser Darmparasit wird wegen seiner Länge von 4-10 cm und wegen seines raschen Wachstums sehr gefürchtet. Innerhalb von 70 tagen erreicht der Bandwurm eine Länge von 6 Metern. Die Mutter oder Vater schöpft Verdacht, wenn ein Kind trotz guten Appetits bei bester Ernährung abnimmt.

Bestätigt wird dieser Verdacht durch den Abgang von etwa 2 cm langen weißen Bandwurmgliedern, die wie Nudeln aussehen und die unbedingt dem Arzt gezeigt werden müssen, weil die sehr anstrengende Bandwurmkur, am besten auch in einem Krankenhaus, einem Kind nur unter der Bedingung zugemutet werden darf, dass der Nachweis eines Bandwurms völlig gesichert ist. Wenn auch durch tierärztlich Fleischbeschau finniges Fleisch verworfen wird, so kann sich nur der mit Sicherheit vor einem Bandwurm schützen, der nie rohes oder ungenügend gebratenes Fleisch zu sich nimmt.

Viele Eltern machen sich Gedanken, ob sie es verantworten können, für ihre kleinen Kinder als Spielgefährten einen Hund anzuschaffen, weil sie eine Ansteckung mit dem lebensgefährlichen Hundebandwurm fürchten. Solch ein Hundebandwurm kommt jedoch sehr sehr selten vor.

Man darf daher wohl sagen, dass bei einem sauber gehaltenen und gesunden Hund, der regelmäßig entwurmt und vom Tierarzt untersucht wird, die Vorteile einer Erziehung der Kinder zur Tierliebe und Fürsorge für Hilfsbedürftige wesentlich größer sind als die sehr seltene Gefahr einer Ansteckung durch die Eier des Hundebandwurms.

Hygienische Lebensführung, saubere Pflege der Kinder und peinliche Reinigung von Obst und Gemüse vermögen den Wurmbefall des Menschen weitgehend zu verhindern. Auch in dieser Beziehung liegt die Gesundheit der Kinder vor allem in den Händen ihrer Eltern.

Komplikationen

Wenn Würmer im Stuhl von Kindern beobachtet werden, handelt es sich meist um harmlose Madenwürmer. Zu Komplikationen kommt es in der Regel nicht. Es gibt jedoch sehr seltene Ausnahmen, wo dies doch stattfindet. Von der als Oxyuriasis bezeichneten Infektion mit Madenwürmern sind meist Kleinkinder betroffen. Häufig tritt als einziges Symptom dieser Wurminfektion ein unerträgliches Jucken am After in der Nacht auf, weil dann weibliche Madenwürmer aus dem Anus kriechen und dort ihre Eier ablegen.

Das Kind kratzt sich und infiziert sich oft erneut mit den Eiern, wenn es die ungewaschenen Finger in den Mund steckt oder vor dem Essen nicht die Hände wäscht. So kann eine zunächst erfolgreiche Behandlung mit Antiwurmmitteln immer wieder konterkariert werden. Kleinkinder leiden durch den quälenden Juckreiz am After unter massiven Schlafstörungen.

In der Folge kann es deshalb zu Konzentrations- und Verhaltensstörungen kommen. Manche Kinder sind neben der Wurmbehandlung deshalb dann auch auf eine psychologische Behandlung angewiesen. Dabei sollen die Kinder auch Verhaltensweisen lernen, die eine Neuinfektion verhindern.

Schwere Komplikationen sind extrem selten. Wenn die Wurmeier bei Mädchen in die Scheide gelangen, kann es dort zu einer schmerzhaften Entzündung mit Ausfluss kommen. Des Weiteren ist bei einem massiven Befall des Darms in äußerst seltenen Fällen eine lebensgefährliche Darmperforation möglich.

Bücher über Würmer im Stuhl bei Kindern

Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Rodeck, B., Zimmer, K.-P.: Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung. Springer, Heidelberg 2013
  • Wenk, P., Renz, A.: Parasitologie. Thieme, Stuttgart 2003

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