Vulvitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. November 2017
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Im empfindlichen weiblichen Genitalbereich können sich trotz intensiver Körperpflege entzündliche Vorgänge manifestieren, innerhalb derer die Vulvitis eine vorrangige Bedeutung besitzt. Die Vulvitis muss aufgrund ihres quälenden und unangenehmen Verlaufs umgehend behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Vulvitis?

Bei einer Vulvitis handelt es sich um ein Krankheitsbild, welche durch eine Entzündung gekennzeichnet ist. Hinter dem Wortteil Vulva verbergen sich die äußeren weiblichen Genitale, die Schamlippen. Die Endung -itis weist auf einen entzündlichen Prozess hin, welcher sich durch die typischen Entzündungszeichen darstellt.

Die Vulvitis bezieht sich ausschließlich auf die äußeren Bereiche des Geschlechts, kann sich bei einem ungünstigen Verlauf und bei fehlender Therapie auch auf die inneren Geschlechtsorgane ausbreiten. Dies geschieht bei einer Vulvitis häufig dadurch, dass die entzündungsauslösenden und damit infektiösen Keime verschleppt werden. Bei der Vulvitis gibt es die primäre und die sekundäre Verlaufsform.

Ursachen

Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen einer Vulvitis werden diese in die Auslöser einer primären und sekundären Vulvitis unterteilt. In der Regel kommt als Hauptursache für eine Vulvitis eine Infektion des Vulvabereichs in Frage, welche durch Bakterien wie Gono-, Staphylokokken oder Streptokokken (Kokken sind immer rund), Viren oder durch einen Pilz wie Candida albicans entstehen kann.

Eine weitere Kausalität zwischen der Vulvitis besteht zu den sogenannten Parasiten in der Form von Trichomonaden. Darüber hinaus können auch Vorerkrankungen wie die Zuckerkrankheit oder Leukämie, krankhafte Störungen der Leber oder der Haut zu einer Vulvitis beitragen.

Durch eine fehlende Hygiene der weiblichen Geschlechtsorgane kann eine Vulvitis ebenfalls ensttehen. Durch eine unsachgemäße Hygiene beim Waschen werden darüber hinaus auch Keime in Richtung Vulva getragen. Diese können aus der Harnröhre oder aus dem Afterbereich stammen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Vulvitis wird von betroffenen Frauen meist schnell wahrgenommen, weil sich eindeutige Zeichen einer Entzündung einstellen. Durch Schwitzen oder mechanische Verletzungen der Vulva können die Symptome einer Vulvitis im weiteren Verlauf extrem zunehmen.

Typisch für eine Vulvitis sind Rötungen des weiblichen Genitalbereichs, schmerzhafte Beschwerden wie ein Brennen und ein Juckreiz sowie ein mehr oder weniger starkes Anschwellen. Darüber hinaus werden die Schmerzen bei einer Vulvitis durch das Harnlassen verstärkt. Auch beim Tragen der Unterwäsche und beim Geschlechtsverkehr intensivieren die schmerzhaften Erscheinungen bei einer Vulvitis. Bei vielen Frauen kommt es bei einer Vulvitis sogar zu einer Größenzunahme der Lymphknoten.

Bei der Diagnose einer Vulvitis sind sowohl die Beschwerden als auch eine visuelle Untersuchung sowie die labortechnische Untersuchung eines Abstriches auf Mikroorganismen sinnvoll.

Komplikationen

Eine Vulvitis kann in ihrem Verlauf eine Reihe von Komplikationen mit sich bringen. Betroffene Frauen verspüren in erster Linie einen quälenden Juckreiz. Dieser wirkt sich negativ auf Wohlbefinden und Lebensqualität aus und ruft oft auch Folgebeschwerden wie Blutungen oder Rötungen infolge des Kratzens hervor.

Das typische Brennen beim Wasserlassen kann ein Vermeidungsverhalten herbeiführen, welches oftmals in Nierenbeschwerden mündet. Bei vielen Frauen führt eine Vulvitis zu einer Größenzunahme der Lymphknoten, wodurch es wiederum zu Fieber und anderen Beschwerden kommen kann. Die häufigste Komplikation einer Vulvitis ist allerdings die Ansteckung des Partners.

Dadurch kann es zu einer erneuten Scheideninfektion und einer Verschleppung der Erkrankung kommen. Im schlimmsten Fall steigt die Entzündung über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter oder die Eileiter und Eierstöcke auf. Eine Infektion dieser Organe kann zu Unfruchtbarkeit führen. Die Vulvitis-Therapie verläuft meistens frei von Komplikationen.

Dennoch können Probleme auftreten, wenn die Patientin empfindlich auf die verordneten Antibiotika und Antiseptika reagiert. Hausmittel können ernste gesundheitliche Probleme hervorrufen, wenn sie ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Dann kann es zu einer Zunahme der Beschwerden kommen, oft verbunden mit schmerzhaften Rötungen und der Entstehung von Pusteln.

Behandlung & Therapie

Für die Behandlung der Vulvitis stehen verschiedene Konzepte zur Verfügung, die jedoch regelmäßig in der Praxis durchgeführt werden müssen, bis die Beschwerden abklingen.

Zeigen sich im Rahmen der Erhebung der Anamnese, dass die Vulvitis durch eine andere Grunderkrankung entstanden ist, wird zunächst eine Behandlung dieser gesundheitlichen Beeinträchtigung angestrebt. Je nachdem, ob es sich um eine Vulvitis handelt, welche bereits die gesamte Scheide und den Gebärmutterhals betrifft und möglicherweise durch einen gelblichen Ausfluss charakterisiert ist, kommen verschiedene Arzneistoffe zum Einsatz.

Ob es sich um infektiöse Erreger handelt, welche auf Antibiotika ansprechen, wird erst nach der mikrobiologischen Begutachtung des Abstriches entschieden. Neben den Antibiotika können in Abhängigkeit von Krankheitserreger der Vulvitis auch antiparasitisch oder fungizid wirkende Arzneistoffe verabreicht werden.

In bestimmten Fällen der Vulvitis ist ebenfalls die Anwendung von Antiseptika oder Cremes mit weiblichen Hormonen (Östrogene) relevant. Gegen den Juckreiz bei der Vulvitis helfen kortisonhaltige Salben und Sitzbäder mit pflanzlichen Zusätzen wie Kamille.

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Vorbeugung

Wenngleich auch einzelne Grundkrankheiten eine Vulvitis begünstigen, so ist die Einhaltung der richtigen Hygiene ein wesentlicher Faktor, um eine Vulvitis zu vermeiden. Nicht nur junge Frauen, sondern gerade ältere Menschen mit demenziellen Erkrankungen oder körperlichen Einschränkungen sollten in dieser Hinsicht Unterstützung erhalten, um eine Vulvitis zu vermeiden.

Im Rahmen aufklärender Gespräche ist es als Prophylaxe gegen eine Vulvitis auch wichtig, junge Mädchen auf die entsprechenden Zusammenhänge hinzuweisen. Als Vorbeugung gegen eine Vulvitis helfen zudem das Tragen sauberer Unterwäsche und die Vermeidung einer Keimverschleppung durch einen Verzicht auf gemeinsame Handtücher und Waschutensilien.

Bücher über Scheideninfektionen

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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