Vulvaveränderungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2017
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Als Vulvaveränderungen werden alle anormalen Veränderungen der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane bezeichnet. Dazu gehören somit Entzündungen, Fehl- und Rückbildungen der Vulvaschleimhaut sowie Vulvahaut, Verletzungen, Zystenbildungen und bös- oder gutartige Tumore. Häufig machen sich die Vulvaveränderungen durch Juckreiz, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie durch ein Brennen beim Urinieren bemerkbar.

Inhaltsverzeichnis

Definition Vulvaveränderungen

Vulvaveränderungen umfassen jegliche krankhafte Veränderungen der Vulva bzw. der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Die Vulva setzt sich aus dem Schamberg, den kleinen und großen Schamlippen, der Klitoris sowie dem Scheidenvorhof zusammen.

In diesem Bereich können diverse Erkrankungen auftreten, dessen Ursachen nicht immer geklärt werden können. Die Medizin kennt die Vulvaentzündung bzw. Vulvitis, eine Fehl- und Rückbildung der Schleimhaut bzw. Vulvadystrophie/Crauroris vulvae und die Geschwürbildung bzw. Ulcus vulvae acutum Lipschütz.

Die schwerste Form einer Vulvaveränderung stellt der Vulvakrebs dar. Da unter dem Begriff eine Vielzahl von Erkrankungen unterschiedlicher Ursachen gefasst werden, gibt es keine einheitliche Therapieform.

Die Vulvadystrophie/Crauroris vulvae nimmt einen chronischen Verlauf, welcher nicht hinreichend therapiert werden kann. Die meisten anderen Vulvaveränderungen können durch Antibiotika, Hormone oder einen chirurgischen Eingriff geheilt werden.

Ursachen

Welche Gründe für die Vulvaveränderungen vorliegen, unterscheidet sich je nach Krankheitsbild. Tritt eine Vulvitis auf, begründet sie sich meist in einer Infektion mit Bakterien, Pilzen, Parasiten oder Viren. Wenn eine Craurosis vulvae vorliegt, werden Autoimmunreaktionen als Grund vermutet.

Doch auch hormonelle und genetische Einflüsse können als Ursache in Betracht gezogen werden. Vulvaveränderungen können sich auch in der Bildung von Geschwüren ausdrücken. Das Ulcus vulvae acutum Lipschütz ist meist ein Nebeneffekt einer schweren Virusinfektion oder Allgemeinerkrankung.

Ferner fallen Vulvaverletzungen unter den Begriff Vulvaveränderungen. Häufig ist eine scharfe oder stumpfe Gewalteinwirkung der Grund. Weitere Ursachen stellen der Geschlechtsverkehr, das Einführen von Fremdkörpern und die Geburt dar. Vulvazysten als krankhafte Veränderung entstehen durch unterschiedliche Bakterien. Gutartige Vulvatumore als Erscheinungsbild von Vulvaveränderungen haben sehr vielfältige Ursachen.

Typische Symptome & Anzeichen

Vulvitis:

Ulcus vulvae acutum Lipschütz:

Craurosis vulvae:

Vulvaverletzungen:

Diagnose & Verlauf

Bei einem Verdacht auf Vulvaveränderungen kommen unterschiedliche Diagnosemethoden zum Einsatz. Auf die Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung der Vulva. Die Art ihrer Veränderung gibt meist schon Aufschluss über die Erkrankungsform. Auch eine Tastuntersuchung kann gegebenenfalls weitere Informationen verschaffen.

Im Rahmen der Blickuntersuchung kommt zudem eine Kolposkopie in Betracht. Mit einer Lupe kann der Arzt die Farbe, den Ausmaß und die Ausdehnung der Erkrankung besser beurteilen. Auch die Infektionsdiagnostik und die Biopsie gehören zu den typischen Diagnosemethoden. Die letztere Untersuchungsform wird insbesondere bei Verdacht auf Vulvakrebs eingesetzt.

Der Verlauf der Vulvaveränderungen steht in Abhängigkeit zu den vorliegenden Ursachen. Einige Formen dieser Erkrankung können einen chronischen Verlauf nehmen. Andere Vulvaveränderungen sind wiederum problemlos therapierbar.

Komplikationen

Vulvaveränderungen können sehr unterschiedlich sein, sodass eine allgemeine Vorhersage der Beschwerden und Komplikationen in den meisten Fällen nicht möglich ist. Allerdings führen diese Veränderungen in den meisten Fällen zu einem sehr unangenehmen Juckreiz. Auch Rötungen oder Schmerzen können dabei auftreten.

Die Betroffenen leiden mitunter an Schwellungen und an einem Scheidenausfluss. Im Inneren der Scheide kann es aufgrund der Vulvaveränderungen zu Geschwüren und damit auch zu brennenden Schmerzen kommen. Die Patientinnen leiden dabei an einem hohen Fieber und in einigen Fällen auch an Schmerzen beim Wasserlassen. Auch beim Geschlechtsverkehr treten die Schmerzen auf und können sich damit sehr negativ auf die Beziehung zum Partner auswirken.

In den meisten Fällen führen die Vulvaveränderungen auch zu psychischen Beschwerden oder zu einer starken Gereiztheit. Da es bei dieser Krankheit nicht zu einer Selbstheilung kommt, sind die Betroffenen immer auf eine Behandlung angewiesen. Ohne Behandlung verstärken sich die Symptome weiterhin.

Die Behandlung der Vulvaveränderungen kann mit Hilfe von Cremes oder Salben durchgeführt werden. Dabei treten keine Komplikationen auf. In der Regel werden damit die Beschwerden vollständig gelindert. Nur in wenigen Fällen sind die Betroffenen auf einen operativen Eingriff angewiesen, um die Beschwerden zu lindern. Auch die Lebenserwartung der Patientin wird durch die Vulvaveränderungen nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Vulvaveränderungen hängt von dem ursächlichen Krankheitsbild ab. Bei einer Vulvitis wird die Therapieform durch die Art des Erregers bestimmt. Häufig kommen Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder zum Einsatz.

Ferner können einschlägige Salben Symptome wie einen starken Juckreiz mildern. Ähnlich gestaltet sich auch die Behandlung eines Ulcus vulvae acutum Lipschütz. Die Therapie bei dieser Erkrankung wird jedoch noch durch Bettruhe und die Einnahme von Antibiotika sowie Entzündungshemmern unterstützt. Die Crauroris vulvae kann durch östrogen-, progesteron- und kortisonhaltige Salben gemildert werden.

Bestehen Vulvaverletzungen werden diese meist durch örtliche Maßnahmen behandelt. Bei Blutergüssen kann ein Druckverband oder eine Kälteanwendung helfen. In Einzelfällen ist auch ein chirurgischer Eingriff notwendig. Lag eine offene Verletzung der Vulva vor, entstehen manchmal Narben. Diese können beim Beischlaf Schmerzen hervorrufen. Ein operativer Eingriff kann Abhilfe verschaffen.

Auch Zysten werden häufig durch chirurgische Maßnahmen entfernt, um die verstopften Gänge der Drüsen freizulegen. Werden gutartige Vulvatumore diagnostiziert, wird eine operative Therapie empfohlen. Nur so kann verhindert werden, dass sich daraus Vulvakrebs entwickelt. Die Behandlungsmethoden für Vulvaveränderungen sind somit sehr vielfältig.

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Vorbeugung

Für Vulvaveränderungen gibt es vielfältige Vorbeugungsmaßnahmen. Zum einem ist eine sorgfältige Intimhygiene wichtig. Eine zu häufige Anwendung von Seife schadet jedoch dem Scheidenmilieu. Erkrankungen, die durch Viren, Pilze und Bakterien hervorgerufen werden, kann durch eine konsequente Anwendung eines Kondoms vorgebeugt werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen können vor schweren Verläufen der Vulvaveränderungen schützen.

Bücher über Scheidenentzündung (Vaginitis)

Quellen

  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013
  • Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, duale Reihe. Thieme, Stuttgart 2013

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