Vorhofseptumdefekt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Unter einem Vorhofseptumdefekt (auch ASD genannt) bezeichnet der Mediziner ein Loch in der Scheidewand, welches zwischen den Herzvorhöfen auftritt. Das Loch stellt vor der Geburt keine Auffälligkeit dar, kann jedoch, wenn es nicht zusammenwächst, mitunter für Beschwerden sorgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Vorhofseptumdefekt?

Der Mediziner bezeichnet das Loch, welches zwischen den Herzvorhöfen in der Scheidewand zu erkennen ist, als „Foramen ovale“; jenes schließt sich jedoch wenige Wochen nach der Geburt von selbst. Wenn nicht, spricht man von einem Vorhofseptumdefekt. Streng genommen handelt es sich um eine kongenitale Fehlbildung. Etwa zehn Prozent aller Herzfehler, sind ein Vorhofseptumdefekt. Der Vorhofseptumdefekt zählt zu den Shuntvitien und verursacht im Regelfall - bis zum 50. oder 60. Lebensjahr - keine Beschwerden.

Ursachen

Das Blut fließt von links (linker Vorhof) direkt über den Vorhofseptumdefekt nach rechts (rechter Vorhof). Dies deshalb, da in der linken Vorkammer des Herzens ein höherer Druck vorhanden ist. Nach dem das Blut im rechten Vorhof ist, wird es über die Hauptkammer direkt in die Lungenschlagader weitergeleitet.

Auf Grund des Vorhofseptumdefekts besteht jedoch eine Volumenbelastung, sodass sich die rechte Hauptkammer sowie der rechte Vorhof vergrößern. Die Lunge wird in weiterer Folge überflutet. Jedoch besteht, anders als beim Ventrikelseptumdefekt, keine Gefahr, dass eine pulmonale Hypertension (Lungenhochdruck) entsteht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Personen, die von einem Vorhofseptumdefekt betroffen sind, sofern zwischen den beiden Vorhöfen nur eine sehr kleine Verbindung besteht, haben - vor dem 50. Lebensjahr - keine Beschwerden. Jedoch sind es die im Alter zunehmenden Leistungseinbußen, die mitunter Beschwerden verursachen. Große Öffnungen können aber bereits im Säuglingsalter Probleme bereiten. So sind die Patienten schneller müde und weisen auch eine enorme Leistungsminderung auf.

Die Atemnot, vor allem in Verbindung mit körperlicher Anstrengung, ist ein weiteres Anzeichen eines Vorhofseptumdefekts. Auf Grund der veränderten Blutströmungs- und Druckverhältnisse kann sich ein Blutgerinnsel bilden. Aus diesem Grund besteht des Weiteren die Gefahr, dass sich die Thromben direkt durch den Vorhofseptumdefekt verlagern und vom rechten in den linken Vorhof gelangen und sodann direkt in den Körperkreislauf weitertransportiert werden.

Mögliche Folgen sind verstopfte Hirngefäße, die in weiterer Folge einen Hirnschlag (Schlaganfall) verursachen. Vor allem sind Betroffene anfälliger für etwaige Infektionskrankheiten, die sich vorwiegend im Bereich der Atemwege auftreten. Die Prognosen sind gut. Der Krankheitsverlauf kann mittels Therapie derart positiv gestaltet werden, dass der Vorhofseptumdefekt zur Gänze behoben wird und somit die Gefahren etwaiger Thrombosen gar nicht mehr gegeben sind.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Mediziner kann relativ schnell den Verdacht äußern, dass es sich um einen Vorhofseptumdefekt handelt. Vor allem die Herzgeräusche (beim Abhören) oder auch die typischen Merkmale, die der Patient beschreibt, lassen den Schluss zu, dass mitunter ein Vorhofseptumdefekt vorliegt. Klagt der Patient über keine Beschwerden, kann dennoch die Diagnose - jedoch rein zufällig, im Rahmen einer Routine-Untersuchung des Herzens - gestellt werden.

Damit der Mediziner den Beweis erbringen kann, dass ein Vorhofseptumdefekt vorliegt, ist eine Ultraschalluntersuchung notwendig. Mittels Ultraschalluntersuchung beziehungsweise Echokardiographie ist es möglich, dass die Blutströmung durch die Öffnung nachgewiesen werden kann. Auf Grund der Mehrbelastung ist das Vorhofseptumdefekt auch am Röntgenbild zu erkennen.

Der Mediziner erkennt eine deutliche Vergrößerung der rechten Herzseite. Des Weiteren sind am Röntgenbild auch vergrößerte Arterien zu sehen. Im Regelfall bleibt der Mediziner jedoch bei der Ultraschalluntersuchung, da er hier genau den Defekt erkennen kann. Mitunter besteht auch die Möglichkeit, dass die Auswirkungen bereits erkannt werden beziehungsweise wie stark vergrößert die rechte Herzseite ist und wie groß die Öffnung tatsächlich ist, welche schlussendlich das Problem darstellt.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei dieser Erkrankung erst im relativ hohen Alter zu Beschwerden oder zu Komplikationen. Aus diesem Grund wird die Krankheit auch erst sehr spät erkannt und behandelt. Die Betroffenen leiden dabei an einer starken Müdigkeit und an einer Abgeschlagenheit.

Die Leistung sinkt deutlich ab und die Patienten können gewöhnliche Tätigkeiten des Alltages nicht mehr ohne Weiteres ausführen. Auch die Durchführung von sportlichen Betätigungen ist dabei nicht mehr möglich. Weiterhin kann es zu einem Infarkt im Hirn oder im Herzen kommen und die Betroffenen erkranken häufig an Infekten oder an Entzündungen. Vor allem die Atemwege können davon betroffen sein, sodass es häufig zu Atembeschwerden kommen kann.

Die Lebensqualität es Patienten wird durch die Krankheit erheblich verringert und eingeschränkt. Die Behandlung erfolgt hierbei in den meisten Fällen durch einen operativen Eingriff. Je früher die Erkrankung dabei diagnostiziert wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines positiven Krankheitsverlaufes. Eventuell wird allerdings die Lebenserwartung des Betroffenen durch die Krankheit verringert. Die Betroffenen sind auch weiterhin auf regelmäßige Untersuchungen bei Ärzten angewiesen, um Komplikationen zu vermeiden.

Therapie & Behandlung

Liegt auf Grund des Vorhofseptumdefekts eine Missbildung - etwa in Form einer Vergrößerung der rechten Herzseite vor - muss die Verbindung geschlossen werden. Auch dann, wenn keine Veränderung des Herzens sichtbar ist, der Patient jedoch über die typischen Beschwerden klagt. Der Verschluss ist des Defekts - auf zwei Arten - möglich.

Seit Jahren wird die Verbindung im Rahmen eines kleinen Eingriffs verschlossen. Dabei führt der Mediziner einen dünnen Draht durch die Leistenvene ein, welche bis zum rechten Vorhof geschoben wird. An der Drahtspitze befestigt der Mediziner im Vorfeld zwei geschlossene Schirmchen. Jene werden zwischen die Öffnung geschoben, bis sie dort erliegen. Danach öffnet der Mediziner die Schirmchen, spannt sie sozusagen auf und kann somit die Öffnung verschließen. Jene Operation ist ein sehr einfacher und schonender Eingriff.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Öffnung zu vernähen oder mittels „Kunststoff-Flickes“ zu verschließen. Jene Technik ist nur in Verbindung mit einer großen Herzoperation möglich; im Rahmen des Eingriffs muss der Patient immer wieder an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Nach jenem Eingriff ist vor allem die lange Erholungszeit wichtig. Jener Eingriff stellt eine größere Operation dar und wird vor allem dann durchgeführt, wenn es sich um eine relativ große Öffnung handelt beziehungsweise bereits enorme Beschwerden bekanntgegeben wurden.

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Vorbeugung

Da es sich um einen angeborenen Herzfehler handelt, können keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden. Wurde der Vorhofseptumdefekt diagnostiziert, muss jedoch mit dem Mediziner über die Behandlung gesprochen werden. Bleibt der Defekt unbehandelt und verursacht Beschwerden, können durchaus andere Erkrankungen (Hirnschlag) auftreten, welche jedoch verhindert werden hätten können.

Bücher über Herzfehler

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herrmann-Lingen, C., et al.: Psychokardiologie. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2008
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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