Vorderer Kreuzbandriss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. November 2017
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Das vordere Kreuzband hat die Funktion das Kniegelenk zu stabilisieren. Es unterstützt die Drehbewegungen und die Bewegung nach vorn. Ist das vordere Kreuzband gerissen, so wird das Knie instabil. Weiterhin können Folgeschäden an den Knorpeln und den Menisken entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein vorderer Kreuzbandriss?

Krafteinwirkungen können das Kreuzband zerreißen. Es kann dabei angerissen oder vollständig gerissen sein. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes tritt separat auf oder ist Teil einer größeren Knieverletzung.

Durch den Riss ist das Knie schmerzhaft angeschwollen und in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Es entwickelt sich ein Gefühl der Instabilität und Unsicherheit. Durch das geschädigte Kreuzband kann es zu Wegknickereignissen kommen. Typischerweise verschieben sich dann Oberschenkel und Unterschenkel unkontrolliert gegeneinander.

Bei manchen Betroffenen entstehen die Beschwerden erst später, bei dauerhaften Belastungen. Typischerweise ist der Riss des vorderen Kreuzbandes häufig eine Sportverletzung. Bewegungsintensive Sportarten mit vielen Richtungswechseln können zu einer Kreuzbandruptur führen.

Ursachen

Häufigste Ursache für den vorderen Kreuzbandriss ist ein extremes Verdrehtrauma des Kniegelenks. Diese Rotation im Gelenk bei feststehendem Unterschenkel kann mehrere Verletzungen im Knie bewirken.

Neben dem vorderen Kreuzbandriss kann es zur Beschädigung der Seitenbänder und zu weiteren Begleitverletzungen an Knorpeln und Menisken kommen. Ein vorderer Kreuzbandriss entsteht immer durch eine ungewöhnliche Überbelastung und Krafteinwirkung auf das Kniegelenk. Es wurde dann außerordentlich stark gestreckt, gebeugt oder verdreht. Ein vorderer Kreuzbandriss braucht keine äußeren Einwirkungen. Er kann schon entstehen, wenn der Oberschenkelknochen gewaltsam überstreckt wird.

Da sehr starke Kräfte notwendig sind, können oft Vorschädigungen eine Rolle spielen. So kann das Kreuzband schon längere Zeit leicht angerissen sein oder Knorpel nur noch in degenerierter Form vorhanden sein. Auch ein Schlag von vorn kann das vordere Kreuzband reißen lassen. Fußball, Skifahren oder Kampfsportarten sind dafür bekannt, solche Verletzungen entstehen zu lassen.

Häufig kommt es auch zu der „unhappy triad“, einer unglücklichen Kombination von drei Verletzungsformen. Dann sind neben dem vorderen Kreuzband auch noch Innenseitenband und Innenmeniskus des Knies betroffen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung der gesunden Kreuzbänder und die verschiedenen Formen von Kreuzbandriss. Klicken, um zu vergrößern.

Sehr wichtig für die exakte Diagnose des vorderen Kreuzbandrisses ist die gründliche klinische Untersuchung. Ein erfahrener Arzt sollte nicht nur den Riss feststellen. Weiterhin ist auch das Ausmaß der Instabilität sehr wichtig.

Mit Bewegungstests lässt sich eine erste Verdachtsdiagnose erstellen. Da das Kniegelenk bei einem vorderen Kreuzbandriss oft nicht vollständig bewegt werden kann, ist die Untersuchung jedoch erschwert. Der Arzt ist darauf angewiesen, dass ihm der Patient so genau wie möglich den Unfall schildert. Um sich ein genaueres Bild zu machen, kann der Arzt eine Punktion des Kniegelenks durchführen.

Dazu sticht er mit einer Nadel in das gebeugte Knie. Die abgezogene Flüssigkeit wird dann genau untersucht. Es wird ermittelt, ob sich Hinweise auf eine Bandverletzung ergeben. Sicherheit, ob es sich wirklich um einen vorderen Kreuzbandriss handelt, bietet die Kernspintomografie (MRT). Sie macht das vordere Kreuzband sichtbar und lässt auch Begleitverletzungen erkennen.

Der Verlauf der Erkrankung wird beeinflusst vom Alter des Patienten, der Bewegungsaktivität und dem Zeitpunkt der Diagnostik bzw. dem Beginn der geeigneten Therapie. Wird der vordere Kreuzbandriss konsequent konservativ oder operativ behandelt, so bestehen gute Aussichten auf das Wiedererlangen voller Funktionsfähigkeit. Allerdings müssen die Beinmuskeln dauerhaft gut trainiert werden.

Komplikationen

Wird ein vorderer Kreuzbandriss umgehend behandelt, treten normalerweise keine größeren Komplikationen auf. Bei einer unzureichenden Physiotherapie und bei älteren Patienten kann eine Ruptur jedoch zu einem verfrühten Gelenkverschleiß führen. Aus einer Arthrose resultieren chronische Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und andere Folgebeschwerden.

Im Rahmen einer Kreuzband-Operation können ebenfalls Probleme auftreten. In einigen Fällen kommt es beispielsweise zu Blutungen, Gelenkinfektionen, Thrombosen oder Verletzungen an den Nerven, Muskeln oder Gefäßen. Auch postoperative Komplikationen sind nicht auszuschließen. Gelegentlich kommt es nach der Kreuzband-Operation zu Bewegungseinschränkungen oder einer Lockerung des Transplantats.

In Einzelfällen tritt ein Meniskusschaden oder ein Bruch der Kniescheibe auf. Eine bleibende Instabilität bleibt nur in Ausnahmefällen erhalten. Wenn der Patient Schmerzmittel einnimmt, ist dies immer mit gewissen Risiken und Nebenwirkungen verbunden.

Neben typischen Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Hautirritationen kann selten auch eine allergische Reaktion auf das Arzneimittel auftreten. Wird das Medikament über einen längeren Zeitraum eingenommen, werden zunehmend auch die inneren Organe, vor allem Nieren, Leber und Herz, belastet. Manchmal entwickelt sich auch ein Suchtverhalten oder der Patient verspürt nach der Absetzung Entzugserscheinungen.

Behandlung & Therapie

Als erste therapeutische Maßnahme bei einem vorderen Kreuzbandriss soll das Gelenk stabilisiert werden. Unmittelbar nach dem Unfallereignis muss das Bein geschont und hoch gelagert werden. Weiterhin macht Kühlung Sinn und das Anlegen eines Druckverbandes. Gegen die Schmerzen kann ein Arzt verschiedene Schmerzmittel und Entzündungshemmer verschreiben oder auch direkt spritzen.

Als konservative Therapiemethoden werden die Kältetherapie und die Physiotherapie eingesetzt. Die genaue Therapieform richtet sich nach dem Ausmaß der klinischen und der subjektiv erlebten Instabilität. Hat der Patient nur ein geringes Belastungsniveau und wenig Instabilität, kann ein nicht-operatives Behandlungsverfahren ausreichend sein. Empfohlen ist ein spezielles Kraft- und Koordinationstraining für das betroffene Knie.

Für sehr bewegungsintensive Patienten, Kinder und Jugendliche wird ein vorderer Kreuzbandersatz empfohlen, ein operativer Eingriff. So können wiederkehrende Wegknickereignisse sowie Folgeschäden vermieden werden. Eine Operation kann erst nach einer Schonphase erfolgen, wenn das Knie wieder vollständig abgeschwollen ist.

Bei einer Operation wird das gerissene vordere Kreuzband durch körpereigenes Sehnentransplantat ersetzt. Häufig werden dafür die innenseitigen Oberschenkelbeugesehnen verwendet. Allgemeine Operationsrisiken kommen vor, sind jedoch bei dieser Methode sehr selten.

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Vorbeugung

Um einem vorderen Kreuzbandriss vorzubeugen, macht ein gründliches Aufwärmen der Muskulatur vor jeder sportlichen Betätigung Sinn. Übungen zur Koordinationsfähigkeit sind ebenfalls empfohlen. Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung sind eine gut trainierte Beinmuskulatur, umsichtiges sportliches Verhalten und eine geeignete Sportausrüstung.

Bücher über Kreuzbandriss

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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