Vogelknöterich

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Beim Vogelknöterich handelt es sich um ein Unkraut, das nahezu überall auf der Welt bekannt ist. Vielleicht hat es deshalb unzählige Namen. Es wird beispielsweise auch Chrottechrutt oder auch Hansl am Weg genannt. Dazu gibt es Bezeichnungen wie Swienegras, Tennengras, Unvertritt oder Wegerich und viele andere mehr. So unterschiedlich wie die Namen, sind die Schwerpunkte in der heilkundlichen Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Vogelknöterichs

Der Name Vogelknöterich ist aus dem Griechischen als auch aus dem Lateinischen abgeleitet. Während Poly „der Knoten“ bedeutet und sich wohl auf die Form des Stängels mit seinen vielen Knoten bezieht, ist „Aviculare“ von dem lateinischen „aviculus“ abgeleitet, dem Vogel (Verkleinerungsform). Diesen Namen erhielt die Pflanze, weil sie bei vielen Vogelarten sehr beliebt ist und als Hauptfutterquelle dient. Bauern sollen die Pflanze früher auch an ihre kranken Schweine verfüttert haben, weshalb sie zusätzlich auch Saugras genannt wurde.

Der Vogelknöterich gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) und ist ein wahrer Kosmopolit. Nur in tropischen Gebieten sowie in Indien, Polynesien und Südafrika kommt er bislang noch nicht vor. Seine Heimat ist ganz Mitteleuropa von der Ebene bis hin zu bergigen Gebieten. Er ist vom Nährstoffbedarf ziemlich anpassungsfähig und wächst gerne an Feldrändern, Äckern und in der Nähe von Ansiedlungen. Beim Vogelknöterich handelt es sich um eine sogenannte einjährige Pflanze.

In der Anwendung soll der Vogelknöterich gegen fiebrige Infektionen helfen.

Zunächst wächst er etwa 40-50 cm in die Höhe, danach legen sich die verzweigten Stängel an den Boden und bilden einen grünen flächenförmigen Bewuchs. Die Blüten sind länderspezifisch je, rosa, grünweißlich oder auch rötlich – auch Mischfarben und Nuancen dazwischen sind möglich. Die Früchte selbst haben eine nussförmige Ausprägung und sind von schwarzpurpurner Färbung. Die Blütezeit beträgt von Mai bis November.

Wo sich dieses Kraut einmal angesiedelt hat, ist es nur schwer wieder einzudämmen, denn die Wurzeln ragen bis zu 80 cm ins Erdreich. Darüber hinaus ist diese Pflanze sehr resistent und wird auf unterschiedliche Arten, wie beispielsweise dem Huftritt, vermehrt.

Wirkung & Anwendung

Die Pflanze enthält Kieselsäure, Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren sowie Flavonoide und Sapoin. Eine Besonderheit: Je nach Bodenbeschaffenheit sollen die Inhaltsstoffe in ihrer Konzentration variieren. Insbesondere die Gerbstoffe sind verantwortlich für die gut bekannten, entzündungshemmenden Eigenschaften von Tinkturen und Tees. In der Anwendung soll der Vogelknöterich gegen fiebrige Infektionen helfen sowie bei Entzündungen und Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut antiseptisch wirken.

Auch bei Durchfall, Blasen- und Nierenerkrankungen sowie rheumatischen Problemen wird der Pflanze eine positive Wirkung in der unterstützenden Heilbehandlung nachgesagt. Früher wurden bei der Behandlung von Patienten mit Lungentuberkulose gute Ergebnisse erzielt. Mittlerweile sieht man bei diesem Krankheitsbild allerdings von einer Therapierung mit Vogelknöterich ab: Es wurden bereits bessere Mittel entwickelt.

Weitere äußerliche Anwendungen sind bei Erbrechen und Problemen mit der Magenschleimhaut angeraten. Sogar bei eitrigen Entzündungen des Ohres und bei Brustgeschwüren soll das Mittel helfen. Die Kosaken bedienen sich der Pflanze bis heute als Aphrodisiakum. Durch die Beimischung im Tee soll diese Wirkung erzielt werden. Vogelknöterich findet als Droge ihre Verwendung in Aufgüssen, Tinkturen oder Tees. Auch äußerliche Umschläge sind für eine lokale Behandlung möglich.

Sogar für das Räuchern ist das Kraut geeignet, und wird gerne mit der Kreuzblume oder mit Zedernholz als Mischung empfohlen. Die bekannteste Anwendung aber ist wohl der Knöterichgeist. Um einen Knöterichgeist anzusetzen, werden möglichst frische Knöterichkräuter gesammelt. Für den Geist werden Wurzeln verwendet, die klein geschnitten in ein Glas gegeben und mit 60 Prozent Schwedenbitter übergossen werden. Das Glas wird gut verschlossen in die Sonne gestellt.

Am besten geht das auf einer Fensterbank. Nun darf alles für einige Wochen ruhen. Danach die Kräuter über ein Sieb einfach vorsichtig abgießen und den Knöterichgeist in eine dunkle Flasche umfüllen. Nun kann die Flüssigkeit als Tinktur für äußerliche Anwendungen oder tröpfenweise mehrmals am Tag für innerliche Therapien genutzt werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Antibiotika aus der Natur – ein Widerspruch? Bei bakteriellen Erkrankungen sieht die Schulmedizin oft Antibiotika vor, die wegen ihrer Nebenwirkungen immer häufiger in die Kritik gelangen. Dabei kann eine sogenannte „bakteriostatische Wirkung“ auch durch den Einsatz von Heilpflanzen erzielt werden. Denn klassische Antibiotika sind im Grunde synthetische Nachbildungen von Stoffwechsel-Produkten. Und zwar von Pilzen. Da es sich bei Pilzen nun um Pflanzen handelt, sind auch Antibiotika in ihrer Urform eigentlich pflanzliche Naturmittel.

Antibiotika soll dem Immunsystem helfen, sich selbst zu helfen – genauso darum geht es auch bei der Homöopathie. Auch der Vogelknöterich gehört zu den stark antibakteriell wirkenden Pflanzen und wird von Heilkundigen in die Gruppe der natürlich wirkenden Antibiotika einsortiert. Deshalb werden bei Racheninfekten gerne Gurgellösungen eingesetzt, die die Vermehrung von Bakterien behindern. Eine vorbeugende Maßnahme kann die unregelmäßige Anwendung dieser Lösungen sein, die auch bei Zahnfleischentzündungen ihre Wirkung tun sollen.

Da die Pflanze auch bei diversen anderen viralen Infekten eingesetzt wird, kann in der kalten Jahreszeit auch der Einsatz von Tees die Erkältung abwenden oder lindern. Vom regulären Einsatz von Vogelknöterich wird mittlerweile übrigens abgeraten. Sie findet ihren Einsatz noch als Zusatzstoff in Arzneien oder findet ihre Anwendung in der Homöopathie.

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