Vogelgrippe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Die Vogelgrippe oder aviäre Influenza ist eine Viruskrankheit, die weltweit verbreitet ist. Überwiegend sind hiervon Vögel bzw. Geflügel betroffen. Allerdings haben sich, vor allem in Asien, auch einige hundert Menschen mit der Vogelgrippe angesteckt.

Inhaltsverzeichnis

Definition Vogelgrippe

Die Vogelgrippe wird auch als aviäre Influenza bezeichnet und ist seit über 100 Jahren bekannt. Dabei existieren nur wenige aber dafür sehr krankmachende Vogelgrippeviren. Gerade die Viren des Subtyps Influenza A/H5N1 können in der Nutzgeflügelhaltung schwere Schäden anrichten.

Viele Tiere können durch diese Infektion verenden. Aus diesem Grund wird diese schwere Form der Vogelgrippe bei Tieren auch als Geflügelpest bezeichnet. Besteht ein sehr enger Kontakt zwischen infiziertem Tier und Mensch, besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Mensch ansteckt.

Ursachen

Der Ursache liegt ein bestimmter Erreger zugrunde, nämlich der Vogelgrippe-Virus. Dieser gehört zu den sogenannten Influenza-A-Viren, die auch bei einem normalen Menschen mit Grippeviren vorkommen. Dabei kommt der Influenza-A-Virus in den Unterarten H- und N-Subtypen vor. So bezeichnen die Buchstaben die Eiweiße der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase.

Treten Influenza-A-Viren bei einem Menschen auf, gehören diese in der Regel zu den Subtypen H1, H2 und H3. Oftmals sind die Subtypen H5 und H7 für den Ausbruch der Geflügelpest verantwortlich. Hierbei sind vor allem Zugvögel, wie zum Beispiel Enten, Hühner und Puten betroffen. Wesentlich seltener infizieren sich Schweine, Pferde, Katzen oder auch Menschen.

Typische Symptome

Diagnose & Verlauf

Grippe

Die Vogelgrippe äußert sich beim Menschen durch Symptome, die auch bei einer schweren Grippe auftreten. Als erstes Anzeichen tritt in der Regel hohes Fieber auf, das von Husten und Atemnot begleitet wird. Zudem kann es auch zu Durchfall kommen. Eher selten treten Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit auf. Gliederschmerzen, Kopfschmerzen sowie Halsschmerzen kommen dagegen nicht in allen Fällen vor. In sehr schweren Fällen kann sogar eine Lungenentzündung entstehen.

Besteht der Verdacht auf eine Vogelgrippe, erfolgt die Diagnose durch einen Erregernachweis. Dabei sind zuverlässige Testverfahren verfügbar, mit denen innerhalb weniger Stunden Vogelgrippe-Viren nachgewiesen werden können. Als weiteres Material für Tests kann auch ein Rachen- oder Nasenabstrich sowie ein abgehustetes Bronchialsekret dienen. Der Verdacht auf eine Vogelgrippe ergibt sich dann, wenn die betreffende Person nach dem Kontakt mit einem bereits infizierten Tier grippeähnliche Symptome zeigt.

Der Verlauf einer Vogelgrippe kann bei einem Menschen sehr unterschiedlich ausfallen. Dabei kann es zu gar keinen Beschwerden, leichten Erkältungssymptomen bis hin zu einer schweren Lungenentzündung kommen. In diesem Fall ist auch ein tödlicher Verlauf der Vogelgrippe möglich. Oftmals nimmt die Vogelgrippe beim Menschen einen sehr schweren Verlauf.

Durch die gleichzeitige Erkrankung eines Menschen an einer normalen Grippe und einer Vogelgrippe kann es zu einer Mischung sowie Veränderung des Erbmaterials der unterschiedlichen Viren kommen. Dies stellt ein hohes Risiko dar, denn diese gemischten Viren wären leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als die Vogelgrippe-Viren. So kann im weiteren Verlauf eine Epidemie ausgelöst werden.

Komplikationen

Zu den möglichen Folgeerscheinungen der Vogelgrippe zählt der sogenannte Zytokinsturm (Hyperzytokinämie). Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Immunsystem-Entgleisung. Infolgedessen kommt es zu einer Rückkoppelung zwischen Immunzellen und Zytokinen. Die adaptive Immunantwort versagt und es entsteht eine Überreaktion des Abwehrsystems.

So werden von Abwehrsystemzellen wie Makrophagen oder T-Zellen erhebliche Zytokinmengen ausgeschüttet, was eine ausgeprägte Entzündung zur Folge hat. Im weiteren Verlauf droht eine schwere Lungenentzündung (Influenzapneumonie). Ebenso ist ein Versagen der Organe sowie ein akutes Lungenversagen denkbar. In solchen Fällen bedarf der Patient einer intensivmedizinischen Therapie sowie einer künstlichen Beatmung.

Im Rahmen einer Vogelgrippe drohen zusätzliche Beschwerden wie ein Mangel an weißen Blutkörperchen, ein Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie), ein septischer Schock oder eine Anämie (Blutarmut). Bei einigen Patienten kommt es außerdem zu einer Niereninsuffizienz (Nierenschwäche). Im Extremfall versagen die Nieren komplett.

Zu den schwersten Folgeerscheinungen der Vogelgrippe zählt der toxische Schock. Grund dafür ist die deutlich radikalere Abwehrreaktion des Körpers auf Vogelgrippeviren im Unterschied zu den gewöhnlichen Grippeviren. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Multiorganversagen, das den Tod des Patienten nach sich zieht.

Dabei tritt der Tod entweder durch Lungenversagen oder Nierenversagen ein. Als besonders gefährlich gilt die Vogelgrippe, wenn Vogelgrippeviren und gewöhnliche Grippeviren aufeinander treffen. So lassen sich diese Virus-Mischformen leichter von einem Menschen zum anderen übertragen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie bei einer Vogelgrippe zielt darauf ab, dass die Viren bekämpft und die Beschwerden gelindert werden. Gegen die Viren kommen dann entsprechende virusabtötende Medikamente zum Einsatz. Diese werden auch als Virostatika bezeichnet. Zur Linderung der Beschwerden sind Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente geeignet.

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Vorbeugung

Indem jeglicher Kontakt zu infizierten Tieren vermieden wird, kann einer Vogelgrippe vorgebeugt werden. Allerdings ist das Ansteckungsrisiko auch bei einem Kontakt mit infizierten Tieren sehr gering. Weltweit sind ungefähr 200 Millionen Tiere an der Vogelgrippe verendet. Hierbei haben sich nur etwa 500 Menschen mit dem Virus infiziert.

Trotz des geringen Risikos sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Hierzu gehört vor allem die Vermeidung des Kontaktes mit infizierten Tieren. Sollte trotzdem Kontakt bestehen, sollte auf eine gründliche Handhygiene geachtet werden. Des Weiteren sollten Geflügel sowie auch Eier lange gekocht oder gebraten werden.

Durch das Erhitzen bei 70 Grad Celsius werden die Viren getötet. Auf den Genuss von rohem oder auch halbgarem Geflügelfleisch sollte verzichtet werden. Wer kranke oder auch tote Wildvögel findet, sollte diese in keinem Fall berühren, sondern das zuständige Veterinäramt verständigen.

Eine normale Grippeschutzimpfung hilft gegen die Vogelgrippe-Viren nicht. Bisher existiert noch keine Impfung gegen die Vogelgrippe.

Bücher über Vogelgrippe

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Modrow, S., Falke, D.: Molekulare Virologie. Springer Spektrum, Berlin 2010

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