Vogelbeere

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Vogelbeere ist auch unter dem Namen Eberesche bekannt. Es hält sich das Gerücht, dass die Früchte giftig seien. Die stimmt jedoch nicht. Allerdings haben einige Sorten einen hohen Gehalt an Bitterstoffen, der die Verwendung der Beeren einschränkt. Aufgrund dieser Bitterstoffe und weiterer Inhaltsstoffe eignen sich Vogelbeeren auch sehr gut für den medizinischen Einsatz in verschiedenen Bereichen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Vogelbeere

Die Vogelbeere ist ein sommergrüner bis zu 15 Meter hoher Baum. Auch Wuchsformen als Strauch, zum Beispiel durch neue Austriebe nachdem der Hauptstamm entfernt wurde, sind häufig. Aus den von Mai bis Juli erscheinenden weißen Blüten entwickeln sich Früchte, die im reifen Zustand im Herbst eine leuchtend rote Farbe annehmen. Botanisch betrachtet handelt es sich bei den Früchten nicht um Beeren, sondern um Apfelfrüchte.

Bei genauer Betrachtung der Früchte fällt diese Ähnlichkeit deutlich auf. Sie erreichen eine Größe von circa einem Zentimeter und stellen ein sehr gutes Futtermittel für Wildtiere dar: Vögel finden die Früchte bis in den Winter hinein am Strauch hängend vor. Der Beliebtheit der Früchte bei Wildvögeln verdankt die Vogelbeere ihren Namen. Die Bezeichnung Eberesche geht dagegen auf den Namen „Aberesche“, also falsche Esche zurück.

Diese deutet auf die Ähnlichkeit der Blätter dieser beiden Bäume hin. Verwandt sind sie jedoch nicht miteinander. Die Vogelbeere ist bis auf wenige Ausnahmen in ganz Europa verbreitet. Aber auch in Nordamerika und Nordasien ist sie zu finden. Gegenüber dem Boden ist sie anspruchslos: sie gedeiht auf nährstoffarmen oder nährstoffreichen, sauren oder basischen sowie trockenen bis feuchten Böden. Gern wird sie im Landschaftsbau als Einzel- oder Alleebaum genutzt.

Wirkung & Anwendung

Die medizinische Verwendung der Vogelbeere ergibt sich aus deren Inhaltsstoffen. Bitterstoffe gelten gemeinhin als förderlich für die Unterstützung des Verdauungssystems. In der Volksmedizin gilt die Vogelbeere daher als gutes Mittel bei Gallenbeschwerden. Dazu kann sowohl ein Tee als auch eine Marmelade oder ein Gelee aus den Beeren verwendet werden.

Wichtig ist, dass die Früchte vor dem Verzehr gut gekocht werden: sie enthalten ein leichtes Gift, das beim Verzehr größerer Mengen zu Magenproblemen führen kann. Durch das Kochen wird dieses Gift in eine verträglichere Form aufgespalten. Zudem wird der herbe Geschmack etwas abgemildert. Allgemein sollten für die Verarbeitung in der Küche eher die weniger bitteren Sorten, wie zum Beispiel die Mährische Vogelbeere genutzt werden, da diese wohlschmeckender und bekömmlicher sind.

Werden die Beeren selbst gesammelt, darf dazu durch auch die eine oder andere Frucht gekostet werden. Diese wirken ab einer gewissen Menge abführend, weitere gesundheitliche Risiken sind aber nicht zu befürchten. Die abführende Wirkung der frischen Vogelbeeren wird in der Volksmedizin auch genutzt: sie stellt ein mildes Abführmittel bei Verstopfung dar. Auch ein Presssaft aus frischen Beeren kann hier eingesetzt werden. Ganz anders die getrockneten Früchte: diese werden als Hausmittel gegen Durchfall eingesetzt.

Botanisch betrachtet handelt es sich bei den Früchten nicht um Beeren, sondern um Apfelfrüchte.

Auch eine harntreibende Wirkung der Früchte wird häufig beschrieben und kann als Hausmittel genutzt werden. Doch nicht nur die Früchte der Vogelbeere werden in der Volksmedizin genutzt. Auch Blätter und Blüten besitzen eine Heilwirkung, insbesondere gegen Husten und Bronchitis. Auch die Beeren haben eine schleimlösende Wirkung. Allerdings sollte hier bei der Verwendung auf die bereits beschriebene abführende Wirkung geachtet und nicht zu viele Früchte auf einmal verzehrt werden.

Ein Tee aus Blättern und Blüten kann bei Gicht und Rheuma als unterstützendes Mittel eingesetzt werden. Ein frisch gepresster, mit Honig versetzter Saft aus Vogelbeeren soll eine Heilwirkung bei Lungenentzündung besitzen. Zudem enthalten die Vogelbeeren viel Vitamin C und wurden früher zur Vorbeugung gegen Skorbut eingesetzt. Auch heute kann diese Wirkungsweise, speziell in der kalten Jahreszeit gut zur Unterstützung der körpereigenen Immunabwehr genutzt werden.

Hinzu kommt eine bakterizide Wirkung der Früchte, die bei leichten Infekten zur Genesung beiträgt. Ein weiterer reichlich vorhandener Inhaltsstoff ist das Carotin. Dies hat unter anderem positive Auswirkungen auf das Hautbild. Doch nicht nur in der Volksmedizin wird die Vogelbeere verwendet. Ein Auszug kann bei Glaukom zur Verringerung des Augeninnendrucks gespritzt werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Auch wenn sich das Gerücht über die Giftigkeit der Früchte hartnäckig hält, stellt die Vogelbeere eine gute Heilpflanze zur Behandlung verschiedenster Leiden sowie der Vorbeugung dar. Dazu bedarf es nicht der Verarbeitung zu echter Medizin. Vorbeugend eingesetzt stellen Gelees, Marmeladen oder Säfte eine wohlschmeckende Bereicherung des Speiseplans mit einer zusätzlichen gesundheitsfördernden Wirkung dar.

Auch wenn die Vogelbeere in der klassischen Medizin ihre Bedeutung durch die Einführung synthetisch hergestellter Medikamente verloren hat, lohnt bei leichteren Erkrankungen der Versuch einer Selbstbehandlung. Außer den beschriebenen Wirkungen, die nach Art der Verarbeitung variieren, sind keine Nebenwirkungen bekannt. Wie bei allen Hausmitteln gilt aber auch hier: Sollte nach einer gewissen Zeit keine Besserung auftreten oder eine schwerwiegendere Erkrankung vermutet werden, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Bei der Verwendung der Früchte sollten die Kerne vorher entfernt oder zumindest darauf geachtet werden, dass diese bei der Verarbeitung nicht beschädigt werden. Sie enthalten giftige Blausäure. Dabei hat die Vogelbeere auch in der modernen Medizin durch ihre Einsatzmöglichkeit des Auszuges zur Senkung des Augeninnendrucks eine Bedeutung.

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