Vitamin-D-Mangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Ein Mangel an Nährstoffen ist bei einer ungesunden und stressreichen Lebensweise nicht selten. Weit verbreitet ist auch in Ländern mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot Vitamin-D-Mangel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Vitamin-D-Mangel?

Ein Mangel an Vitamin D liegt dann vor, wenn der Bedarf des Körpers an diesem Vitamin nicht ausreichend gedeckt ist. Feststellbar ist ein Mangel über die Blutwerte. Normal ist eine Konzentration der Vorstufe des D-Vitamins (Vitamin-D3) im Blut eines erwachsenen Menschen von 20 bis 60 ng/ml (jedenfalls im Sommer sollten diese Werte ohne Supplementierung erreicht werden). Wenn die Werte unter 10 ng/ml liegen, deutet das darauf hin, dass bei dem betreffenden Menschen ein Vitamin-D-Mangel vorliegt.

Ursachen

Bei den meisten Menschen ist die Konzentration des Vitamin D im Blut geringer als der empfohlene Wert von 20 ng/ml bzw. 50 nmol/l. Besonders risikoreich sind die Wintermonate, da das Vitamin D durch Sonnenbestrahlung im Körper gebildet wird. Gerade in der dunklen Jahreszeit kann es leicht zu einem Mangel an Vitamin D kommen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Ursache für einen Mangel an Vitamin D liegt in einer ungenügenden Zufuhr beziehungsweise Bildung des Vitamins. Das wiederum kann durch verschiedene Faktoren bedingt sein. Zuerst ist als Ursache ein Mangel an Tageslicht zu nennen. Denn die Bildung des Vitamin D im Körper wird angeregt, wenn die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Wer im Sommer einen Sonnenblocker verwendet und keine UV-Strahlung an die Haut heranlässt, wer dunkle Haut hat und wer seinen Körper stark bedeckt, der hat ein höheres Risiko, an einem Mangel des Vitamin D zu leiden. Auch im Winter, wenn naturgemäß weniger Sonnenlicht zur Verfügung steht, leiden viele Menschen an Vitamin-D-Mangel. Des Weiteren kommt es zu einem Mangel, wenn zu wenig Vitamin D mit der Nahrung aufgenommen wird oder wenn der Körper das aufgenommene Vitamin D nicht verwerten kann, etwa bei einer Zöliakie, auch Sprue genannt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zu den typischen Symptomen und Beschwerden eines Mangels an dem so genannten „Sonnenvitamin“ D gehören Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Muskelzucken. Der so genannten Winterdepression kann ein Mangel an Vitamin D zugrundeliegen. Es können auch Schlafstörungen hinzukommen sowie Schmerzen in den Knochen und in den Füßen. Die Knochen können brüchig werden, es kann zu Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden kommen.

Denn wenn ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, kann das Kalzium aus der Nahrung nicht mehr ausreichend in die Knochen eingebaut werden. Durch die schlechtere Einlagerung des Kalziums in den Knochen kommt es zu einer Erweichung der Knochen, einer so genannten Osteomalazie. Bei Kindern kommt es zu einer Rachitis, einer Verformung am Kopf, an der Wirbelsäule und an den Beinen.

Auch die Anfälligkeit für Infekte wird durch einen Vitaminmangel steigen. Ebenso kann es zum vermehrten Auftreten allergischer Reaktionen kommen. Die Anfälligkeit für Heuschnupfen, Asthma und Nesselsucht (Urticaria) etwa kann durch einen Mangel an Vitamin D erhöht sein, außerdem kann es zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, insbesondere Herzmuskelschwäche kommen.

Die Gefahr, an Autoimmunerkrankungen wie Colitis und Thyreoiditis sowie an Krebs (hier wäre vor allem Brustkrebs zu nennen) zu leiden, nimmt zu. Bei Schwangeren kann es zu massiven Schäden des ungeborenen Kindes kommen, weil sich die Knochen und auch das Gehirn des Fötus durch den Mangel nicht optimal entwickeln können. Auch Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) und Diabetes werden durch einen Mangel an Vitamin D begünstigt.

Wenn anhand bestimmter Anzeichen ein Verdacht auf einen Mangel an Vitamin D besteht, kann ein Bluttest die Diagnose absichern. Bei einem weiteren Verlauf eines Mangels kann es zu bleibenden Schäden (zum Beispiel Tumorerkrankungen, Schizophrenie, Depression) kommen.

Komplikationen

Ein Vitamin-D-Mangel belastet den Körper schon nach kurzer Zeit. Der Betroffene leidet dann unter anderem unter Konzentrationsstörungen, Beschwerden des Herz-Kreislaufsystems und/oder an Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Haarausfall, Schlafstörungen und Nervosität. Ernste Komplikationen treten auf, wenn der Vitamin-D-Mangel nicht behoben wird.

Dann entstehen bleibende Schäden und das Risiko für psychische Erkrankungen wie Stimmungsschwankungen und Depressionen steigt. In schweren Fällen treten in Folge eines Vitamin-D-Mangels epileptische Anfälle auf, die für den Betroffenen auch mit einer akuten Verletzungsgefahr und etwaigen Schockreaktionen verbunden sind. Mögliche Folgeerkrankungen der Mangelerscheinungen sind beispielsweise Asthma, Multiple Sklerose und Krebs.

Ein Vitamin-D-Mangel scheint außerdem die Entstehung von Vergesslichkeit, Gedächtnisstörungen und Alzheimer zu begünstigen. Bei Kindern kann es zu Wachstumsstörungen kommen. Bei Kleinkinder kommt es in Folge eines Mangels zu Veränderungen des Skelettsystems (Rachitis), die mit Fehlstellungen und anderen Komplikationen einhergehen.

Werden Vitamin-Präparate überdosiert, kann es im Rahmen der Behandlung zu einer Vergiftung kommen. Einige Ergänzungsmittel enthalten zudem Zusatzstoffe, die Allergien und Symptome einer Unverträglichkeit hervorrufen können. Bei einer intravenösen Vitamin-D-Gabe besteht das Risiko von Verletzungen, Infektionen und Blutungen.

Therapie & Behandlung

Die Behandlung des Vitamin-D-Mangels ist ziemlich einfach. Zunächst kann versucht werden, den Körper einer intensiveren Sonnenlichtbestrahlung auszusetzen. Hierzu kann eventuell auch auf künstliches UV-Licht (in einem Solarium) zurückgegriffen werden. Wenn das (etwa aufgrund einer Sonnenlichtallergie oder besonderen Lichtempfindlichkeit) nicht sinnvoll möglich sein sollte, können verstärkt Lebensmittel verwendet werden, die einen besonders hohen Gehalt an Vitamin D aufweisen.

Hierzu gehören Lebensmittel wie Eier, Innereien (vor allem Leber vom Rind und Geflügel), Avocado, fettige Fische, Pilze (vor allem Champignons), Nüsse aller Art und Käse. Hilfsweise kann der Mangel des D-Vitamins auch durch geeignete Präparate aus der Drogerie oder Apotheke ausgeglichen werden, etwa in Form eines Multivitaminpräparates oder eines Monopräparates mit Vitamin D. Bei bereits bestehendem Mangel sollte auf ein höher dosiertes Präparat, eventuell in Absprache mit dem Arzt, zurückgegriffen werden.

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Vorbeugung

Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, sollte auf einen regelmäßigen Aufenthalt an der frischen Luft bei Tageslicht geachtet werden. Im Sommer kann ein halbstündiges Sonnenbad mit einem nur schwachen Lichtschutzfilter hilfreich sein, um die Bildung von Vitamin D über die Haut zu unterstützen. Im Winter sollte vorwiegend auf solche Lebensmittel zurückgegriffen werden, die einen besonders hohen Gehalt an Vitamin D aufweisen.

Vor allem im Alter und in der Schwangerschaft sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D geachtet werden. Auch Frauen in den Wechseljahren können besonders von einer ausreichenden Zufuhr profitieren. Die empfohlene Tagesdosis für einen erwachsenen Menschen liegt bei etwa 15 Mikrogramm Vitamin D pro Tag, das entspricht 600 i.E..

Bücher über Vitamine

Quellen

  • Bässler, K.-H.: Vitamin-Lexikon. Urban & Fischer, München 2002
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pietrzik, K., Golly, I., Loew, D.: Handbuch Vitamine. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008

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