Vierfingerfurche

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Vierfingerfurche

Die Vierfingerfuche ist eine Handlinie der Hohlhand, die häufig an Personen mit einer Form der Trisomie auftritt. Das Vorliegen einer Vierfingerfurche besitzt an und für sich keinen pathologischen Wert, da die Handlinie die Funktion der Hand nicht beeinträchtigt. Vierfingerfurchen müssen aus diesem Grund weder an gesunden Personen, noch an Trisiomie-Patienten gezielt behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Vierfingerfuche?

Die Hohlhand weist unterschiedliche Handlinien auf, die auch als Handfurchen bezeichnet werden. In der Alternativmedizin ist der Glaube verbreitet, dass aus den Handfurchen Erkrankungen und Dispositionen abgelesen werden können. Tatsächlich existiert eine Art von wissenschaftlich fundiertem Handlesen.

Die Handlinien verraten unter bestimmten Umständen wirklich etwas über mögliche Erkrankungen, so zum Beispiel seltene Handfurchen wie die Vierfingerfurche. Die Transverse palmar crease, wie sie auch genannt wird, ist eine am Handteller lokalisierte Beugefalte mit senkrechtem Verlauf zu den Fingerlängsachsen und parallelem Verlauf zu den Fingergrundgelenken.

Die Furche zieht sich vom Zeigefinger bis zum kleinen Finger und kann symptomatisch für unterschiedliche Krankheiten stehen. Nicht immer ist die Vierfingerfurche allerdings als Hinweis auf eine Erkrankung zu verstehen. In der Normalbevölkerung tritt die Furchung zumindest an einem von 100 Menschen auf. Der Begriff Vierfingerfurche hat den der Affenfurche oder Sperrlinie ersetzt. Affenfurche bezieht sich auf den Zusammenhang, dass Primaten höherer Ordnung oft eine derartige Furchung tragen.

Ursachen

Furchungen in der Handinnenflächen besitzen alle Menschen. In den meisten Fällen handelt es sich um gerundete Furchen, die in individuell geschwungenem Bogen verlaufen. Die Vierfingerfurche ist in der Normalbevölkerung nicht verbreitet und gilt eher als Anomalie statt Norm. Als mögliche Ursachen für die Linie kommen beispielsweise unterschiedliche Trisomien in Frage.

Während die Vierfingerfurche lediglich an einem aus hundert gesunden Menschen auftritt, liegt sie für 75 Prozent aller Menschen mit Trisomien vor. Trisomien sind Verdreifachungen von Chromosomen oder Chromosomenabschnitten, wie sie zum Beispiel das Down-Syndrom, das Pätau-Syndrom, das Edwards-Syndrom, die Trisomie 16, Trisomie 8 sowie das Zellweger-Syndrom, das Aarskog-Syndrom, das C-Trigonozephalie-Syndrom, das Noonan-Syndrom und das Smith-Magenis-Syndrom kennzeichnen.

Auch Patienten des Wolf-Hirschhorn-Syndroms, des Smith-Lemli-Opitz-Syndroms, des De-Grouchy-Syndroms und des Schinzel-Giedion-Syndroms sowie des Katzenschrei-Syndroms tragen die Furchung häufiger als Personen ohne chromosomale Besonderheiten. Demzufolge kann eine Chromosomenanomalie zwar die Ursache der Erscheinung sein. Ein zwingend pathologischer Zusammenhang besteht allerdings nicht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Vierfingerfurche ist prinzipiell keine Beeinträchtigung. Die Beweglichkeit und Funktion der betroffenen Hand sind in vollem Maß erhalten. Die einzig klinische Relevanz der Furche besteht durch den möglichen Kontext von Chromosomenerkrankungen. Falls die Vierfingerfurche tatsächlich im Rahmen einer Chromosomenaberration auftritt, liegt zusätzlich zu der Furche meist eine Einzelfurche des fünften Fingers vor.

Beide Furchen zusammen legen den Verdacht auf eine pathologische Besonderheit nahe. Die Vierfingerfurche alleine hat an sich noch keinen pathologischen Wert. Auch bei gleichzeitigem Vorliegen einer Vierfingerfurche und Handeinzelfurche am fünften Finger ist eine pathologische Basis nicht automatisch bestätigt.

Lediglich bei manifest klinischen Symptomen des Patienten lässt sich durch die Besonderheiten der Handflächen über eine Trisomie spekulieren. Welche Symptome bei einer Trisomie vorliegen, hängt von der Länge und der Art des verdreifachten Chromosomenabschnitts ab. In den meisten Fällen treten bei Chromosomenanomalien dieser Art unterschiedliche Fehlbildungen von Geweben oder Organen auf, die sich im Schweregrad deutlich voneinander unterscheiden können.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Das Vorliegen einer Vierfingerfurche muss nicht zwingend einen diagnostischen Wert haben. Da die Furche auch an kerngesunden Menschen auftreten kann, darf allein aufgrund einer Vierfingerfurche keinesfalls auf eine Chromsomenanomalie geschlossen werden. Trisomien werden in der Regel anhand der charakteristischen Symptome, organspezifischer Diagnostik und molekulargenetischer Analyse diagnostiziert.

Abnormale Handzeichnungen wie die Vierfingerfurche lassen sich blickdiagnostisch erkennen und können in die Fallbeschreibung mit aufgenommen werden, falls bereits eine Trisomie diagnostiziert wurde. Die Prognose hängt für Patienten mit einer Trisomie von der Art und der Länge des verdreifachten Chromosomenabschnitts ab. Liegt die Vierfingerfurche unabhängig von Trisomien vor, so beeinträchtigt sie weder die Funktion der Hand, noch die Gesundheit des Patienten.

Behandlung & Therapie

Eine Vierfingerfurche allein stellt keinerlei Indikation für eine Therapie. Sogar im Rahmen von Trisomien wird die Vierfingerfurche nicht weiter behandelt, da die abnorme Handzeichnung keine Beeinträchtigung der Motorik bedingt. Im größeren Rahmen von Trisomien treten allerdings zahlreiche andere Symptome auf, die zwingend eine Therapie erfordern.

Die Behandlung richtet sich in diesem Fall nach der Art der Trisomie und den vorliegenden Symptomen. Kausale Behandlungen stehen für Patienten mit Trisomien bislang nicht zur Verfügung. Da die Ursache der Erkrankungen in einer Vervielfachung des genetischen Materials liegt, können höchstens Fortschritte in der Gentherapie im Laufe der nächsten Dekaden kausale Behandlungsoptionen eröffnen.

Bislang gestaltet sich die Therapie von Trisomie-Patienten rein symptomatisch. Im Fokus steht dabei zunächst die Korrektur von organischen Dysplasien, die im Rahmen unterschiedlicher Trisomien ab gewissem Schweregrad einen lebenswichtigen Therapieschritt darstellt. Neben invasiven Maßnahmen stehen zur symptomatischen Behandlung einiger Trisomie-Symptome konservativ medikamentöse und vor allem supportive Therapieschritte zur Verfügung. Lediglich eine Heilung kann aufgrund der bislang fehlenden Kausaltherapie nicht erzielt werden.




Vorbeugung

Einer Vierfingerfurche lässt sich nicht vorbeugen. Eine Prävention ist prinzipiell auch nicht erforderlich, da die Anomalie als singuläre Erscheinung keinen Krankheitswert aufweist. Um Trisomien vorzubeugen, kann genetische Beratung in der Phase der Familienplanung sinnvoll sein.

Bücher über Down-Syndrom

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Vierfingerfurche?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: