Vergissmeinnicht

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Das Vergissmeinnicht gehört zu den bekannten Gartenpflanzen. Es lässt sich auch als Heilpflanze verwenden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Vergissmeinnicht

Beim Vergissmeinnicht (Myosotis) handelt es sich um eine Pflanzengattung, die der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) angehört. Einige Unterarten wie das Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis) kommen auch als Heilkraut zur Anwendung. Volkstümliche Bezeichnungen für die Pflanze sind Blauer Augentrost, Mausöhrchen und Je länger je lieber.

Das Vergissmeinnicht ist zumeist eine einjährige krautige Pflanze, was allerdings von der jeweiligen Art abhängt. So gibt es von der Gattung mehr als einhundert unterschiedliche Spezies. Das Acker-Vergissmeinnicht zählt zu den einjährigen Pflanzen, während das Wald-Vergissmeinnicht eine zweijährige Pflanze ist. Das Sumpf-Vergissmeinnicht gehört dagegen zu den mehrjährigen Exemplaren. Grundsätzlich sind sie sich, abgesehen vom Wuchsstandort, sehr ähnlich. Die meisten Vergissmeinnicht-Spezies verfügen über kleine Blüten von hellblauer Färbung.

Leider wird das Vergissmeinnicht in der heutigen Zeit aus medizinischer Sicht weitgehend ignoriert. Dabei verfügt es über verschiedene positive Effekte für die Gesundheit.

Die Wuchshöhe des Vergissmeinnichts erreicht bis zu 30 Zentimeter. Im Frühling kommt es zunächst zum Wachstum von behaarten Blättern, die die Form einer Lanzette aufweisen. Die weichen Blätter haben eine hellgrüne Farbe. Die Blütezeit der Pflanze erfolgt von April bis August. Beheimatet ist das Vergissmeinnicht in Europa, Afrika, Asien, Australien sowie im äußersten Süden von Südamerika. In Nordamerika kommt es nur kultiviert vor.

Das Acker-Vergissmeinnicht wächst auch in Mitteleuropa. Da das Vergissmeinnicht zu den anspruchslosen Pflanzen zählt, ist es beinahe überall zu finden, wenn der Boden nicht austrocknet. So kann es auf geeignetem Boden in der Sonne und im Halbschatten gedeihen.

Wirkung & Anwendung

Einige Arten des Vergissmeinnichts wie das Acker-Vergissmeinnicht eignen sich zur Behandlung von diversen Beschwerden und Erkrankungen. Wertvolle Inhaltsstoffe der Pflanze sind Kalium, Alkaloide und Gerbstoffe. Seine Einsatzgebiete ähneln denen des Lungenkrauts und des Beinwells. Allerdings ist die heilende Wirkung des Vergissmeinnichts weniger stark ausgeprägt als bei den anderen beiden Pflanzen.

Als häufigste Darreichungsform des Vergissmeinnichts gilt der Vergissmeinnicht-Tee. Um diesen zuzubereiten, werden ein bis zwei Teelöffel von der Pflanze mit einer Tasse kochend heißem Wasser übergossen. Die anschließende Ziehzeit beträgt zehn Minuten. Nach dem Abseihen lässt sich der Vergissmeinnicht-Tee in kleinen Schlucken einnehmen. Auch eine äußerliche Anwendung mit dem Tee ist möglich, wenn Hautentzündungen oder Quetschungen vorliegen. So können Umschläge auf die zu behandelnden Hautstellen aufgelegt werden.

Weitere Einsatzoptionen sind Waschungen und Bäder. In früheren Zeiten kam zudem der frische Pflanzensaft des Vergissmeinnichts zur Anwendung, um mit ihm Nasenbluten zu behandeln. Ein weiteres Einsatzgebiet des Vergissmeinnichts stellt die Homöopathie dar. Diese verwendet sowohl das Kraut als auch die Wurzel der Pflanze. Die Einnahme des Homöopathikums kann oral, in den Muskel oder unter die Haut erfolgen. Ebenso ist eine intravenöse Darreichung möglich. Zum Einsatz kommt das Homöopathikum als Tropfen, Tablette, Injektionslösung oder Tinktur.

Eine Tinktur des Vergissmeinnichts lässt sich auch selbst herstellen. Zu diesem Zweck werden die medizinisch wirksamen Bestandteile in ein Schraubdeckelglas eingelegt und mit Weingeist oder Doppelkorn gefüllt. Dies geschieht solange, bis die Pflanze vollständig bedeckt ist. Für einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen muss diese Mischung dann ziehen. Nächster Schritt ist das Abseihen, dem sich das Umfüllen in eine dunkle Flasche anschließt. Für das Herstellen einer homöopathischen Tinktur wird die Mixtur mit jeweils neun Anteilen an Wasser verdünnt.

Außerdem muss die Mischung geschüttelt werden. Ist dieser Vorgang zu kompliziert, besteht die Möglichkeit, homöopathische Mixturen des Vergissmeinnichts in den niedrigen Potenzen D2 oder D3 käuflich zu erwerben. Sammeln lässt sich das Kraut des Vergissmeinnichts in den Monaten April, Mai und Juni.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Nutzung des Vergissmeinnichts als Heilpflanze fand bereits im Mittelalter statt. Obwohl sich eine positive Wirkung gegen Tuberkulose sogar wissenschaftlich bestätigen ließ, gelangt die Pflanze in der Gegenwart kaum noch therapeutisch zur Anwendung. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Es wird vermutet, dass die Wirkung des Heilkrauts weniger stark ist als bei anderen Pflanzen. Dies ist jedoch auch bei Heilkräutern der Fall, die trotz geringerer Wirkung regelmäßig für unterschiedliche therapeutische Zwecke eingesetzt werden.

Die deutsche Bezeichnung Vergissmeinnicht stammt aus dem 15. Jahrhundert. Einer Sage zufolge soll die kleine Pflanze Gott gebeten haben, dass es nicht zu ihrem Vergessen kommt. Leider wird das Vergissmeinnicht in der heutigen Zeit aus medizinischer Sicht weitgehend ignoriert. Dabei verfügt es über verschiedene positive Effekte für die Gesundheit. So wirkt die Pflanze entzündungshemmend, beruhigend, adstringierend und tonisierend. Die Volksheilkunde setzt sie zur Therapie von bakteriellen oder viralen Infektionen ein. Dazu gehören Darmtuberkulose, Lungentuberkulose und Bronchitis.

In der Homöopathie gelangt das Vergissmeinnicht gegen Erkältungsneigung oder geschwollene Lymphknoten zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete sind Durchfall sowie Entzündungen des Verdauungssystems. Aber auch äußere Gesundheitsprobleme wie Hautbeschwerden oder Verletzungen wie Quetschungen lassen sich mit der kleinen Pflanze wirkungsvoll behandeln. Des Weiteren eignet sich das Vergissmeinnicht zur Therapie von Nasenbluten und unterstützt die Phase der Rekonvaleszenz.

Die antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften des Vergissmeinnichts ließen sich wissenschaftlich bislang nicht belegen. Nebenwirkungen sind bei der Anwendung der Pflanze nicht zu befürchten. Allerdings gibt es einige Gegenanzeigen. So darf das Heilkraut nicht bei Erkrankungen an der Schilddrüse zum Einsatz kommen. Das Gleiche gilt für die Behandlung von Kindern. Grund dafür ist das Fehlen von aussagekräftigen Untersuchungen.

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