Verdickte Zehennägel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Gesunde Nägel sind nicht nur bis zu einem gewissen Grad biegsam, sondern wachsen auch gerade und ohne Verfärbungen oder weiße Flecken aus dem Nagelbett. Sie sind robust, milchig und durchsichtig, ohne dabei ihren Glanz einzubüßen. Veränderungen in ihrer Struktur wie verdickte Zehennägel oder Farbe weisen auf Schädigungen oder Erkrankungen hin.

Inhaltsverzeichnis

Was sind verdickte Zehennägel?

Eine dieser Veränderungen ist die Verdickung des Zehennagels. Umgangssprachlich werden betroffene Nägel als Holznägel bezeichnet. Sie sind nicht nur optisch unschön, sondern bedürfen auch der Abklärung durch einen Fachmann, da verschiedene Ursachen vorliegen können. Bei verdickten Zehennägeln bildet der Körper eine große Menge Nagelsubstanz, die zu einer Verdickung der Nagelplatte führt. Zudem wächst ein solcher Nagel kaum noch in die Länge, sondern vorwiegend in die Höhe.

Er verliert dabei nicht nur seine Transparenz, sondern auch seine Form und Biegsamkeit. Der Begriff „Holznagel“ entstammt dem optischen Erscheinungsbild eines verdickten Zehennagels. In den meisten Fällen ist der große Zehennagel betroffen. Wird die Deformation nicht behandelt, kann der Nagel sich weiter verformen und starke Beschwerden auslösen.

Ursachen

Für verdickte Zehennägel kommen verschiedene Auslöser und Ursachen infrage. Einerseits können sie die Folge von Druck oder mechanischen Verletzungen sein, andererseits ist auch eine zugrundeliegende Erkrankung möglich. Oftmals gehen Holznägel mit Pilzerkrankungen einher und erscheinen als Symptom eines zu lange nicht behandelten Infekts.

Starke Beschädigungen bei einem Unfall können zudem Schuld an der Verformung sein. Abgesehen davon können auch Rheumaerkrankungen, Durchblutungsprobleme und fortgeschrittenes Alter der Grund für die Entstehung von Holznägeln sein. Zudem kann nur eine Behandlung weiteren Druck auf das Nagelbett einschränken.

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Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Oftmals gehen Holznägel mit Pilzerkrankungen einher und erscheinen als Symptom eines zu lange nicht behandelten Infekts.

Laien können oftmals nicht zwischen Pilzerkrankungen und verdickten Zehennägeln unterscheiden. Zur Diagnosestellung ist daher der Besuch bei einem Arzt oder ausgebildeten Fußpfleger nötig. Dieser wird zunächst nach der Krankengeschichte fragen. Gab es in der Vergangenheit Verletzungen im Bereich des betroffenen Nagels, ist die Diagnose häufig schnell gestellt und sehr zielsicher.

Ein typisches Symptom für verdickte Zehennägel sind gelbliche Verfärbungen. Außerdem wird der Nagel meist spröde und droht zu splittern. Üblicherweise ist die Oberfläche eines Holznagels uneben und rau, da die Verdickung nicht gleichmäßig ist. Je nach Fall ist auch ein Schälen des Nagels möglich. Der Nagel ist häufig nicht mehr in der Lage, in normaler Form zu wachsen und deformiert sich. In einigen Fällen ist diese Verdickung irreparabel und es kann nur eine Linderung der Beschwerden und eine Eingrenzung des Wachstums erfolgen.

Diagnose & Verlauf

In manchen Fällen wird der Diagnosesteller eine Nagelprobe nehmen, die er oder sie zur Sicherheit mikroskopisch untersuchen wird. Ist ein Pilz für die Verdickung des Nagels verantwortlich, ist er unter dem Mikroskop erkennbar. Je nach Fall wird der Mediziner zur Identifikation des Pilzes eine Kultur anlegen. So kann er mithilfe des Patienten die Pilzerkrankung – und damit den Holznagel – gezielt behandeln. Wie gut diese Behandlung anschlägt und ob die Verdickung vollständig zu bekämpfen ist, hängt von der jeweiligen Ursache ab und kann daher nicht pauschalisiert werden.

Komplikationen

Betroffene, die unter verdickten Zehennägeln leiden, haben in den meisten Fällen auch mit unterschiedlichen Komplikationen zu kämpfen. Neben der Tatsache, dass die Nägel sehr spröde und brüchig sind, kann es beim Tragen von zu engem Schuhwerk zu starken Schmerzen kommen. Nicht selten brechen verdickte Zehennägel ab und verursachen somit ebenfalls ein sehr unangenehmes Gefühl.

In einigen Fällen entstehen verdickte Zehennägel durch eine Pilzinfektion. In so einem Fall kann es unter Umständen auch zu einer starken Entzündung kommen. Hinzu sind eitriger Ausfluss und ein Nässen der Wunde keine Seltenheit, sodass in so einem Fall ein Arztbesuch unausweichlich ist.

Mit entsprechenden Medikamenten kann jedoch einer solchen Entzündung beziehungsweise Komplikation sehr schnell entgegengewirkt werden. Werden verdickte Zehennägel aufgrund von Durchblutungsstörungen verursacht, so besteht die Gefahr weiterer Komplikationen. In so einem Fall liegt eine Grunderkrankung vor, wie beispielsweise eine Verengung der Venen oder Arterien.

Auch eine solche Komplikation sollte unbedingt von einem Arzt untersucht und behandelt werden. weitere Komplikationen, die in Verbindung mit verdickten Zehennägeln hervorgerufen werden können, sind sehr vielseitig und unterschiedlich. Das liegt daran, dass die Ursache von diesem Krankheitsbild ebenso vielseitig ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Verdickte Zehennägel, oder auch Holznägel, kommen aufgrund verschiedener Ursachen vor. Handelt es sich um eine Verletzung, die abheilt, dann sollte der Betroffene Geduld haben. Ein Besuch beim Arzt ist nur notwendig, wenn die Verletzung behandelt werden muss, oder wenn die verdickten Zehennägel zu einer Beeinflussung des täglichen Lebens führen wie beispielsweise beim Tragen von Schuhen oder beim Gehen. Dies sollte dann von einem Allgemeinmediziner untersucht werden.

Kommt es durch keinen ersichtlichen Grund zu verdickten Zehennägeln, dann sollte auch ein Arzt aufgesucht werden. Verdickte Zehennägel können ein Symptom von Erkrankungen sein wie einer Pilzinfektion des Fußes oder auch ein Pilz, der direkt die Zehennägel befällt. In diesem Fall sollte direkt ein Arzt hinzugezogen werden. Diese Erkrankungen müssen behandelt werden, da sie sich ansonsten ausbreiten können und weitere Flächen des Fußes und auch weitere Zehennägel befallen können.

Handelt es sich um eine Fehlernährung als Ursache für die verdickten Zehennägel, muss dies ebenfalls von einem Arzt festgestellt werden. Vor allem bei älteren Patienten können die verdickten Zehennägel ein Vorzeichen für die Verschlechterung der Knochen im Fuß sein. Dies muss unbedingt von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Es ist am besten einen Arzt aufzusuchen, wenn verdickte Zehennägel auftreten, da diese durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst worden sein können.

Behandlung & Therapie

Ähnlich sieht es auch bei der Behandlung aus, die in der Ursache bedingt ist. Eine Pilzerkrankung ist anders zu behandeln als rheumatische Ursachen oder mechanische Verletzungen. Manchmal reicht bereits eine fachmännische Fußpflege aus. In anderen Fällen ist eine Therapie mit Medikamenteneinnahme unverzichtbar. Mit Salben und antimykotischen Präparaten kann dem Nagelpilz beigekommen werden. Die regelmäßige Nutzung der verschriebenen Medikamente ist wichtig, um die Krankheit effektiv zu bekämpfen. Der Nagel kann sich erst dann erholen, wenn die Grunderkrankung vollständig beseitigt ist.

Zudem besteht die Möglichkeit einer oralen Einnahme von Präparaten, die den Pilz bekämpfen. Üblicherweise wird aufgrund der starken Nebenwirkungen dieser Medikamente jedoch darauf verzichtet. Die meisten Ärzte beschränken sich auf eine äußerliche Behandlung, die meistens ausreicht, um Holznägel zu behandeln. Ergänzend ist wichtig, den Nagel möglichst trocken zu halten. Starkes Schwitzen sollte daher möglichst vermieden werden.

Das feuchte Milieu in öffentlichen Schwimmbädern oder Besuche in der Sauna sollten vom Betroffenen vorerst vertagt werden, um den Pilzen weniger Angriffsfläche zu bieten. Andernfalls ist es schwierig, die Vermehrung der Pilze zu verhindern. Ist der Grund für die Verdickung eine vorausgegangene Verletzung, ist eine regelmäßige fachmännische Fußpflege sinnvoll. Zudem ist ein Kürzen des Nagels wichtig. Ob der betroffene Zehennagel wieder normal nachwächst, hängt in diesem Fall von der Schädigung des Nagels ab.

Aussicht & Prognose

Verdickte Zehennägel können schmerzhaft werden. Das ist dann der Fall, wenn die betroffenen Zehen ständiger Reibung ausgesetzt sind. Je nach Erscheinungsbild sollten verdickte Zehennägel auf Pilzbefall untersucht werden.

Verursachen verdickte Zehennägel Druckstellen, müssen sie gegebenenfalls chirurgisch entfernt werden. Dies ist insbesondere bei Diabetikern notwendig, die von Gefühlsstörungen am Fuß betroffen sind. Bei dieser Erkrankung können Druckstellen durch verdickte Zehennägel gefährliche Folgen haben. Die Prognose ist bei Diabetes nicht besonders gut, wenn die Druckstelle nicht umgehend behandelt wird. Verdickte Zehennägel können außerdem einwachsen. Sie müssen auch dann ganz oder zum Teil entfernt werden.

Unter normalen Umständen ist die Prognose verdickter Zehennägel gut. Solche Probleme sind oft altersbedingt. Nagelverdickungen werden im Rahmen der medizinischen Fußpflege fachgerecht versorgt. Sie lassen sich besser schneiden und feilen, wenn die Füße vorher einige Minuten in warmem Wasser eingeweicht werden. Solange die Nägel mit Umsicht geschnitten und gefeilt werden, können verletzungsbedingte Entzündungen vermieden werden. Auch die Anschaffung geeigneteren Schuhwerks sollte bedacht werden. Auf die verdickten Zehennägel sollte nach Möglichkeit kein weiterer Druck ausgeübt werden.

Bei verdickten Nägeln durch einen Pilzbefall ist die Prognose relativ gut. Voraussetzung ist, dass die Nagelpilzerkrankung zeitnah behandelt und ausgeheilt wird. Gegebenenfalls muss der Nagel entfernt werden.

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Vorbeugung

Um Holznägeln vorzubeugen, ist es zunächst angebracht, Nagelpilz vorzubeugen. Damit kann zumindest einer der hauptsächlichen Risikofaktoren ausgehebelt werden. Um Nagelpilz effektiv zu verhindern, sollte eine regelmäßige Pflege der Zehennägel erfolgen. Das Feilen der Nägel und eine gesunde Fußpflege mit täglichem Sockenwechsel können Infektionen verhindern. Zudem ist ein Trockenhalten der Füße und gründliches Abtrocknen nach dem Duschen ratsam.

Wer jeden Tag die gleichen Schuhe trägt, erhöht das Infektionsrisiko. Dagegen helfen keimtötende Sprays für die Schuhe. Silberhaltige Präparate mindern außerdem die Geruchsbildung. Unfällen ist hingegen schwerlich vorzubeugen. Ist es zu einer Verletzung im Bereich der Füße gekommen, sollte in regelmäßigen Abständen eine Begutachtung der Nägel erfolgen. Wöchentliches Kürzen der Zehennägel kann etwaige Komplikationen verhindern. Dies gilt ohnehin, um gesunde Nägel zu erhalten und Krankheiten im Bereich der Nägel vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Ein entscheidender Faktor für gesunde Zehen sind die Schuhe. Es ist wichtig, die richtige Größe und Passform für den jeweiligen Fuß zu finden. Schuhe, die vorne breiter zulaufen, nehmen den Druck von den Zehen und schaffen Entlastung. Auch gepolsterte Sohlen und ein weiches Futter helfen, den Druck zu reduzieren. Schuhe sollten nicht den ganzen Tag ununterbrochen getragen werden und mindestens zwei Paar sind obligatorisch, um regelmäßig wechseln zu können.

Weiterhin ist verstärkte Hygiene notwendig, um Infektionen zu vermeiden. Es müssen stets saubere Scheren und Feilen für die Nagelpflege verwendet werden. Weiche Nägel sind leichter zu schneiden. Daher sollten sie vor dem Schneiden in warmem Wasser eingeweicht werden. Nach dem Abtrocknen werden die Zehennägel durch Eincremen geschmeidiger. Beim Kürzen der Nägel darf nicht zu tief geschnitten werden.

Ein weiterer, wichtiger Faktor ist ein gutes Fußklima. Dafür müssen die Füße trocken gehalten werden. Feuchte Schuhe und Socken sind so schnell wie möglich zu wechseln. Nach dem Duschen ist es unerlässlich, die Füße samt Zehenzwischenräumen gründlich abzutrocknen. Die Verwendung von Fußpuder hilft, die Füße trocken zu halten. Der Gang zur medizinischen Fußpflege kann bei schwierigen Fällen die richtige Option sein.

Nicht nur der Zustand der Zehen und der Füße ist wichtig. Betroffene sollten sich generell gesund ernähren. Dies hilft den Nägeln, sich zu regenerieren. Alles, was die Durchblutung stört, wie beispielsweise das Rauchen, sollte unterlassen werden.

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Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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