Ventilationsszintigrafie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Die Ventilationsszintigrafie oder Lungenventilationsszintigrafie ist eines von drei verschiedenen nuklearmedizinischen Diagnoseverfahren, die unter dem Begriff Lungenszintigraphie zusammengefasst werden.

Die Ventilationsszintigrafie wird hauptsächlich bei Verdacht auf Vorliegen einer Lungenembolie angewandt. Sie ermöglicht eine präzise Beurteilung der Belüftungsverhältnisse im Bronchial- und Lungensystem. Als Strahlenquelle werden radioaktive Isotope der Edelgase Xenon oder Krypton eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ventilationsszintigrafie?

Die Ventilationsszintigrafie oder auch Lungenventilationsszintigrafie ist eines von drei unterschiedlichen nuklearmedizinischen Diagnoseverfahren zur Überprüfung der Lunge.

Die drei Verfahren, Ventilationsszintigrafie, Lungenperfusionsszintigrafie und Lungeninhalationsszintigrafie werden unter dem Begriff Lungenszintigraphie zusammengefasst. Als Strahlenquelle kommen für die Ventilationsszintigrafie radioaktive Isotope der Edelgase Xenon oder Krypton (Radiopharmakon) zum Einsatz. Das radioaktive Edelgas wird über einen geschlossenen Kreislauf ein- und ausgeatmet. Die Ventilationsszintigrafie gehört zu den nicht-invasiven bildgebenden Verfahren, die detaillierte und präzise Aufnahmen der alveolären und bronchialen Belüftungssituation liefern.

Das Diagnoseverfahren kommt hauptsächlich bei Verdacht auf Vorliegen einer Lungenembolie zur Anwendung. Falls sich der Verdacht bestätigt, wird häufig zusätzlich eine Lungenperfusionsszintigrafie angefertigt, um differentialdiagnostisch zu erkennen ob die arterielle Durchblutungssituation mit der Ventilationsszintigrafie übereinstimmt oder ob es sich beispielsweise um eine chronische Funktionsstörung eines bestimmten Lungenareals handelt, das auf andere Ursachen als einen akuten Arterienverschluss (Lungenembolie) basiert.

Die Strahlenbelastung, der der Patient während der Untersuchung ausgesetzt ist, entspricht mit 1,1 bis 1,2 mSv (Millisievert) etwa der Hälfte der natürlichen jährlichen radioaktiven Strahlung in Deutschland im Flachland. Die natürliche Strahlung kann in anderen Regionen der Erde extrem hoch sein wie z. B. an der brasilianischen Atlantikküste, wo sie etwa 80 mSv pro Jahr erreicht.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Ventilationsszintigrafie wird hauptsächlich bei Verdacht auf Lungenembolie eingesetzt, weil das Diagnoseverfahren präzise Hinweise auf die Belüftungsverhältnisse der Bronchien und der Lunge geben. Auch vor einer Lungenresektion, der Entfernung eines Teils der Lunge, wird in der Regel eine Ventilationsszintigrafie durchgeführt.

Eine dritte Indikation für eine kombinierte Anwendung einer Ventilations- und einer Lungenperfusionsszintigraphie liegt nach einer sogenannten Norwood-Operation vor, einer chirurgischen Korrektur des hypoplastischen Linksherzsyndroms. Die Untersuchung wird auch angewandt zur Identifizierung und Differenzierung angeborener Lungenanomalien. Das bildgebende, nicht-invasive, Diagnoseverfahren gestattet keine Rückschlüsse darauf ob es sich um akute oder chronische Ausfälle bestimmter Lungenareale handelt. Um diesbezüglich Klarheit zu schaffen, wird die Ventilationsszintigrafie bei Verdacht auf Lungenembolie häufig in Kombination mit der Lungenperfusionsszintigrafie eingesetzt.

Die Ventilationsszintigrafie oder auch Lungenventilationsszintigrafie ist eines von drei unterschiedlichen nuklearmedizinischen Diagnoseverfahren zur Überprüfung der Lunge.

Es handelt sich dabei um ein Untersuchungsverfahren zur Feststellung der Durchblutungsverhältnisse im Bereich der Lunge und der Bronchien. Falls die Lungenareale, die Funktionsstörungen aufweisen, kongruent sind mit Arealen, in denen Durchblutungsstörungen oder arterielle Verschlüsse durch Thromben festgestellt wurden, also ein sogenannter Match vorliegt, handelt es sich nicht um eine akute Embolie, weil ein arterieller Thrombus zunächst nur zu einer Durchblutungsstörung führt. Stattdessen liefert der Befund Hinweise auf Atelektasen oder Infiltrate durch eine Lungenentzündung. Atelektasen sind Lungenareale, in denen die Alveolen kollabiert und irreversibel verklebt sind und damit ihre Funktion zum Gasaustausch verloren haben.

In einer derartigen Situation empfiehlt sich als differentialdiagnostisches Verfahren eine Röntgenaufnahme der Lunge. Erst bei Vorliegen eines Mismatches zwischen Ventilationsszintigrafie und Lungenperfusionsszintigrafie liegt der Schluss auf eine akute Lungenarterienembolie nahe. Für die Durchführung der Ventilationsszintigrafie ist es wichtig, dass der Patient eine ruhige Atemtechnik beherrscht, besonders bei der Einatmung. Deshalb empfehlen sich kurze Atemübungen des Patienten unter Anleitung vor Beginn der Untersuchung.

Der Patient atmet zu Beginn der Ventilationsszintigrafie für etwa 3 Minuten über eine Atemmaske in einem geschlossenes System ein Luftgemisch ein und aus, dem in geringen Mengen radioaktive Isotope des Edelgases Xenon oder Krypton beigemischt sind. Während der Einatmungsphasen werden die Aufnahmen gemacht. Das gesamte Verfahren dauert etwa 15 Minuten. Häufig wird es zur Absicherung der Befunde auch zusätzlich Schnittbilder der Lunge anzufertigen, was innerhalb der Ventilationsszintigrafie erledigt werden kann. Der Zeitbedarf für die Untersuchung verlängert sich dabei auf etwa 30 Minuten.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bei der Ventilationsszintigrafie handelt es sich dem Prinzip nach um ein nicht-invasives Verfahren, so dass keinerlei Infektions- oder sonstige Risiken bestehen, die grundsätzlich mit einem invasiven Eingriff verbunden sind. Es werden auch keinerlei chemische Stoffe oder Medikamente außer der Einatmung des Radiopharmakons verwendet, so dass keinerlei Nebenwirkungen zu befürchten sind.

Es treten daher auch keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf. Die Strahlenbelastung durch das eingeatmete Radiopharmakon in Form radioaktiver Isotopen der Edelgase Xenon oder Krypton ist mit 1,2 mSv gering. Trotzdem sollte eine erforderliche Wiederholungsuntersuchung aus Vorsichtsgründen frühestens 3 Monate nach der vorherigen Ventilationsszintigrafie stattfinden. Als absolute Kontraindikation für das Diagnoseverfahren gilt eine Schwangerschaft. Nur in absoluten Ausnahmesituationen ist eine Ventilationsszintigrafie für Schwangere indiziert.

Stillende Mütter sollten ihre Milch bis 48 Stunden nach der Untersuchung nicht verwenden, um eine mögliche Strahlenbelastung des Babys von vornherein auszuschließen. Bei Patienten, die unter einer besonders schweren Form von Asthma leiden oder die künstlich beatmet werden, sollten Nutzen und Risiken der Untersuchung abgewogen werden. In der Regel ist es angezeigt, bei diesen Patienten auf ein anderes Diagnoseverfahren auszuweichen. Patienten, die unter einer leichteren Form des Asthmas leiden, nehmen vor der Untersuchung ein Medikament zur Weitung der Bronchien (Bronchialdilatation) ein, um Komplikationen während der Untersuchung zu vermeiden und um ein möglichst aussagekräftiges Diagnoseergebnis zu erhalten.

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