Venenthrombose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Juli 2017
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Thrombosen sind nicht nur eine besonders schmerzhafte Angelegenheit, sie können zudem die Gesundheit des Betroffenen stark einschränken. Gefährlich ist aber nicht lediglich die Venenthrombose an sich, sie birgt gleichzeitig das Risiko einer Lungenembolie, welche ohne zügige Behandlung tödlich endet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Venenthrombose?

Bei einer Thrombose handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, welche durch eventuelle sich anschließende Komplikationen tödlich enden kann. Eine Thrombose entsteht meistens in Venen, also den Adern, welche zum Herzen hinführen.

Arterien, die das Blut vom Herzen wegleiten, sind nur selten betroffen. Generell kann es aber in allen Gefäßen zum Auftreten von Thrombosen kommen. Besonders gefährdet sind jedoch tiefe Beinvenen.

Das Blut des Betroffenen verklumpt und ein ungehinderter Blutstrom ist nicht mehr möglich. Stattdessen können die Klumpen von dem Blutstrom weitergetragen werden, wo sie oftmals Lungengefäße verstopfen und das Leben des Betroffenen ernsthaft bedrohen.

Ursachen

Die Entstehung des Blutrinnsales, des so genannten Thrombus, hat verschiedene Ursachen. Besonders häufig aufgeführt wird eine Schädigung der Gefäßwand sowie ein verlangsamter Blutfluss oder ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Klumpen aufgrund einer veränderten Blutzsammensetzung.

Bewegungsmangel, Übergewicht, Tabakkonsum, geringe Flüssigkeitsaufnahme und Verletzungen sowie Bettlägerigkeit und bestimmte Medikamente können die Entstehung einer Venenthrombose zudem begünstigen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Thrombosen basieren auf der Entstehung einer Blutgerinnung. Die Blutgerinnung ist ein natürlicher Vorgang des Körpers, mit dem er diesen zu schützen versucht. Um eine Veblutung nach Verletzungen zu vermeiden, sorgt der Körper dafür, dass das Blut gerinnt.

Dieses verklumpt und schließt die Wunde. Bei einer Thrombose besteht keine Wunde, welche versorgt werden müsste, es kommt jedoch dennoch zu einer Blutgerinnung, ohne dass ein Blutgefäß verletzt ist. Die sich bildenden Klumpen hindern den Blutstrom daran, gleichmäßig zu fließen und es entsteht die Gefahr einer Lungenembolie. Während einer Thrombose liegt meistens eine Schädigung der Gefäßwand vor, welche durch die Ansammlung von Blutfett, Kalk und Bindegewebe auftritt.

Diese setzen sich an der Gefäßwand ab und bilden ein natürliches Hindernis innerhalb der Vene. Bricht die Ablagerung, welche Plaque genannt wird, auf, reagiert der Körper mit einer Gerinnungsreaktion, das Gefäß wird verschlossen. Dieser Vorgang führt bei arteriellen Thrombosen zum Herzinfarkt. Bei Venenthrombosen kann es passieren, dass der Plaque vom Blut weitergetragen wird und während des Verlaufes andere Gefäße verstopft.

Behandlung & Therapie

Betroffene, die unter einer Venenthrombose leiden, sollten sich schnellstmöglich in ärztliche Behandlung geben. Vorrangiges Ziel der Therapie ist es, das bestehende Blutrinnsal in dem betroffenen Blutgefäß aufzulösen, wodurch das Blut wieder ungehindert durch den Körper fließen kann.

Die Wiederherstellung des Blutflusses wird Thrombolyse genannt. Um den Erfolg der Thrombolyse gewährleisten zu können, ist es wichtig, die Behandlung frühzeitig anzusetzen, sie ist nur innerhalb der ersten Stadien einer Venenthrombose wirksam. Medikament zur Durchführung einer Thrombolyse ist zum Beispiel Heparin. Es reduziert die Blutgerinnung und kann gleichzeit dafür sorgen, dass schon entstandene Blutklumpen aufgelöst werden, ehe diese die gesamte Vene verstopfen.

Hat die Thrombose sich vollständig aufgebaut, ist diese Therapie hinfällig. Stattdessen gibt es nun die Möglichkeit, die Blutgerinnung operativ zu entfernen. Die betroffene Stelle wird geöffnet, die Verklumpungen operativ entnommen. Ist die Fläche des betroffenen Gefäßes zu groß, wird ein Ballonkatheter angewendet. Bei diesem wird ein Katheter mit einem kleinen Ballon in die Vene eingeführt und nach dem Erreichen der Gefäßverstopfung aufgeblasen. Zieht der Arzt den Katheter nun zurück in Richtung der Öffnungsstelle, kann er das geronnene Blut an der Schnittstelle entfernen und somit den weiteren ungehinderten Blutverlauf wiederherstellen.

Bei einer weiteren Behandlungsart wird die Vene geöffnet und das verklumpte Blut durch leichten Druck aus der Vene gedrückt. Weitläufiges Ziel einer Thrombosebehandlung ist es nicht nur, das geronnene Blut zu entfernen, sondern ebenfalls zu verhindern, dass der dazu geführte Vorgang nochmal einsetzt. Dafür wird dem Patienten eine Woche lang Heparin gespritzt, danach muss er für mindestens drei Monate blutverdünnende Medikamente nehmen. Beispiele hierfür sind Phenprocoumon und Vitamin-K-Antagonisten. Zudem wird Betroffenen geraten, Kompressionsstrümpfe zu tragen, welche nach einer Lungenembolie während des restlichen Lebens unverzichtbar sind.

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Vorbeugung

Thrombosen lassen sich durch regelmäßige Bewegung, eine gesunde Ernährung mit wenigen tierischen Produkten, welche sich in Form von hohen Blutfettwerten an den Gefäßwänden ablagern, vorbeugen. Übergewicht und Diabetes sollten behandelt werden.

Ebenfalls hilfreich kann es sein, die Gliedmaßen im Wechsel warm und kalt abzuduschen, wodurch die Durchblutung gefördert wird. Es sollte auf Tabak, die Antibabypille sowie langes Stehen und Sitzen verzichtet werden. Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme in Form von Wasser sowie ungesüßten Tees kann ebenfalls vorbeugend wirken.

Bücher über Thrombose

Quellen

  • Encke, A., Breddin, H. K.: Die venöse Thrombose. Prophylaxe und Therapie. Schattauer, Stuttgart 2000
  • Marshall, M., Loew, D.: Venenerkrankungen. Springer, Berlin 2003
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012

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