Vena cava inferior

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Mai 2017
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Die Vena cava inferior wird auch untere Hohlvene genannt. Sie mündet zusammen mit der Vena cava superior, der oberen Hohlvene, in den rechten Vorhof des Herzens. Die untere Hohlvene transportiert dabei sauerstoffarmes Blut aus der Körperperipherie zurück zum Herzen.

Die Vene entsteht durch den Zusammenschluss mit der sogenannten Vv. Iliacae communes und hat ihren Ursprung zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel. In der Vene cava herrscht ein schwankernder Druck. Dieser Venendruck wird zu diagnostischen Zwecken zur Beurteilung der Herzkreislauf-Funktion herangezogen. In der Schwangerschaft kann insbesondere im dritten Trimenon ein sogenannten Vena-cava-Kompressionssyndrom auftreten. Für die Mutter als auch für das ungeborene Kind kann dies eine lebensbedrohliche Situation darstellen. Tumore oder Schwellungen können zudem Ursache für dieses Syndrom sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Vena cava inferior?

Die Vena cava inferior wird auch untere Hohlvene genannt. Sie ist die stärkste Vene im menschlichen Körper. Venen sind Blutgefäße, die das Blut aus den Organen zum Herzen befördern. Die untere und oberere Hohlvene befödern das Blut aus den Körperorganen in den rechten Vorhof. Von dort fließt das Blut in den rechten Ventrikel des Herzens.

Nach einer Kontraktion wird das sauerstoffarme Blut in die Lungenarterien abgegeben. Von dort wird es in die Lunge transportiert, die das Blut wieder mit Sauerstoff anreichert. Nach dem Gastaustausch wird das nun mehr sauerstfofreiche Blut von den Lungenvenen in den linken Vorhof des Herzens gepumpt. Von dort gelangt es in den linken Ventrikel. Wenn der Blutdruck im linken Ventrikel ansteigt, wird die Aortenklappe geöffnet. Sauerstoffreiches Blut strömt nun über die Hauptschlagader in die Körperorgane.

Anatomie & Aufbau

Zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel ensteht aus der einer Vereinigung der sogenannten Vv. Iliacae communes die Vena cava inferior. Rechts von der Aorta, auch Hauptschlagader genannt, erstreckt sich die untere Hohlvene an der hinteren Bauchwand am Zwerchfell.

Die Vena cava inferior durchläuft das Hohlvenenloch des Zwerchfells und mündet über den Brustkorb zusammen mit der Vena cava superior in den rechten Vorhof des Herzens. Dieser ist in zwei Kammern gegliedert. Die Vena cava inferior und die Vena cava superior münden beide in den hinteren Abschnitt des Vorhofs. Die untere Hohlvene liegt dabei im untersten Winkel des Vorhofs. Sie ist nach vorne hin durch eine sichelförmige Klappe, die Valvula venae cavae inferioris genannt wird, abgetrennt. Die Venen aus den paarigen Bauchorgangen münden auf direktem Weg in die Vena cava inferior. Das sauerstoffarme Blut aus dem Magen, der Bauchspeicheldrüse und der Milz nehmen zunächst einen Umweg über die Pfortader in die Leber.

Dieses Blut wird anschließend über die Lebervenen in die untere Hohlvene transportiert. Neben diesen Venen münden zudem die Lumbal-und Zwerchfellvenen sowie Eierstock- und Hodenvenen in die Vena cava inferior. Je nach Blutfüllung im System und der Leistung des Herzens ist der Druck in der Vene variabel. Weiterhin ist er abhängig von der Pumpkraft des Herzmuskels und der Sogwirkung der Atmung. Letztere entsteht da der Druck im Brustkorb beim Einatmen auf negative Werte sinkt.

Daraus folgt, dass das Blut aus der Körperperipherie angesaugt wird. Gleichzeitig bewirkt das Absenken des Zwerchfells beim Einatmen eine Druckerhöhung im Bauchraum. Dadurch werden die Bauchgefäße verengt und der Blutrückfluss zum Herzen steigt. Damit das Blut nur in eine Richtung passieren kann, gibt es Herzklappen, die wie Ventile agieren. Venenklappen in den Beinen vermeiden zusätzlich ein Zurücksacken des Blutes in die Peripherie. Die untere Hohlvene selbst ist jedoch nicht mit Venenklappen ausgestattet.

Funktion & Aufgaben

Die untere Hohlvene ist dafür zuständig sauerstoffarmes Blut aus den Beckenorganen, den Beinen, den paarigen Organen und der Leber zurück zum Herzen zu transportieren. Die untere und auch die oberere Hohlvene befördern das Blut aus den Körperorganen in den rechten Vorhof. Von dort fließt das Blut in den rechten Ventrikel des Herzens.

Nach einer Kontraktion wird das sauerstoffarme Blut in die Lungenarterien abgegeben. Von dort wird es in die Lunge transportiert, die das Blut wieder mit Sauerstoff anreichert. Nach dem Gastaustausch wird das nun mehr sauerstoffreiche Blut von den Lungenvenen in den linken Vorhof des Herzens gepumpt. Von dort gelangt es in den linken Ventrikel. Wenn der Blutdruck im linken Ventrikel ansteigt wird die Aortenklappe geöffnet. Sauerstoffreiches Blut strömt nun über die Hauptschlagader in die Körperorgane.

Neben dem Transport des Blutes aus der Körperperipherie ist die Vena cava inferior für die Füllung des rechten Herzens mitverantwortlich. Der Druck in der Vene liegt zwischen 0 bis 15 mmHg und weist atmungsabhängige Schwankungen auf. Dieser Umstand wird auch Venenpuls genannt. Der Venenpuls hat besonders für die Diagnostik in der Medizin eine wichtige Bedeutung. Durch ihn lassen lässt sich die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems beurteilen.

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Krankheiten

Während der Schwangerschaft kann es durch das steigende Gewicht des Ungeborenen zu einer starken Ausdehnung der Gebärmutter kommen. Dies kann zur Folge haben, dass die untere Hohlvene zusammengepresst wird. Dieser Zustand wird Vena-cava-Kompressionssyndrom genannt. Das Syndrom hat eine Störung des venösen Blutflusses zur Folge.

Dadurch kommt es zu einer Verringerung des Herzzeitvolumens, zu einer Senkung des arteriellen Blutdrucks und einer verminderten Hirndurchblutung. Die betroffenen Schwangeren leiden unter Schwindel, Blässe, Schweißausbrüchen und Atemnot. Dieser Zustand ist mit einer Schocksymptomatik vergleichbar. Für den Fötus stellt dies eine lebensbedrohliche Situation dar, da er nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt werden kann. Die Schwangere kann einen Ohnmachtsanfall erleiden. Um die Vena cava inferior zu entlasten, sollte die Schwangere so schnell wie möglich in eine Linksseitenlange gebracht werden, damit sich der Zustand normalisieren kann. Frauen leiden vor allem im dritten Trimenom an diesem Syndrom.

Das Problem kann jedoch auch durch Tumore oder Schwellungen ausgelöst werden.

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