Vena-cava-Kompressionssyndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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Das Vena-cava-Kompressionssyndrom tritt hauptsächlich bei schwangeren Frauen auf. Durch das Veränderungen der Gebärmutter wird auf die Vena cava Druck ausgeübt. Der eingeschränkte Blutrückfluss zum Herzen verursacht Kreislaufprobleme unterschiedlicher Stärke. Außerhalb einer Schwangerschaft ist das Vena-cava-Kompressionssyndrom ein Anzeichen für eine Raumforderung im Bauchraum.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Vena-cava-Kompressionssyndrom?

Beim Vena-cava-Kompressionssyndrom wird der ungestörte Rückfluss des Blutes aus den Beinen zurück zum Herzen behindert. Besonders Schwangere leiden daran, da die sich ausdehnende Gebärmutter und das Gewicht des Kindes auf die untere Hohlvene drücken. Sie verläuft auf der rechten Seite des Körpers hinter der Gebärmutter.

Bei einer Rückenlage drückt das gesamte Gewicht des Uterus auf die Vene und presst sie zusammen. Im Ergebnis kommt es zum Vena-cava-Kompressionssyndrom, das die Schwangere als Kreislaufstörung in unterschiedlicher Stärke erlebt. Betroffen sind zwar hauptsächlich Schwangere, möglich ist die auch als Hypertensives Syndrom bezeichnete Kreislaufstörung allerdings genauso bei nicht schwangeren Frauen und Männern.

Das Vena-cava-Kompressionssyndrom ist dann ein Hinweis darauf, dass sich im Bauchraum eine krankhafte Gewebevergrößerung befinden kann, die einen ähnlichen Druck aufbaut wie das Vena-cava-Kompressionssyndrom bei einer Schwangeren.

Ursachen

Das Vena-cava-Kompressionssyndrom ist eine durch mechanischen Druck entstehende Kreislaufstörung. Sie geht von der Vena cava inferior aus. Dies ist die untere Hohlvene, die als großes Blutgefäß den Blutfluss aus den unteren Extremitäten aufnimmt.

Sie verläuft in der rechten Körperseite hinter der Gebärmutter, die sonst im Normalzustand bei einer Rückenlage keinen Einfluss auf die Vena cava hat. Erst bei einer Vergrößerung und Gewichtszunahme in der Schwangerschaft kommt es bei einigen Schwangeren in dieser Liegeposition zum Vena-cava-Kompressionssyndrom.

Das Gewicht reicht dann aus, die Arterie zusammenzudrücken. Der Blutstrom zum Herzen verringert sich. Blut für den Weitertransport in die Lungen und andere Teile des Körpers steht beim Vena-cava-Kompressionssyndrom nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Ein Vena-cava-Kompressionssyndrom ist für eine Schwangere meist schon selbst erkennbar. Der besondere Zusammenhang mit der Liegeposition auf dem Rücken ist sehr typisch. Die Abklärung durch den behandelnden Gynäkologen erfolgt zumeist durch eine genaue Erfragung der Situation, in der die Symptome des Vena-cava-Kompressionssyndroms auftreten.

Die Diagnose bei anderen Personengruppen ist umfangreicher, da hier die auslösenden Raumforderungen genauer bestimmt werden müssen. Die erfordert unbedingt den Einsatz bildgebender Verfahren. Auf das Vena-cava-Kompressionssyndrom ist eine Reaktion der Betroffenen durch einen schnellen Lagerungswechsel erforderlich. Der Körper reagiert nur anfänglich mit Schwindelgefühlen und Kurzatmigkeit.

Wird die Unterbrechung des Blutflusses nicht behoben, verstärken sich die Kreislaufstörungen. Folgen des Vena-cava-Kompressionssyndroms sind schließlich Bewusstlosigkeit bis zum Herzstillstand und eine Gefährdung des ungeborenen Kindes durch die Sauerstoffmangelversorgung.

Komplikationen

Im schlimmsten Falle kann das Vena-cava-Kompressionssyndrom zum Tod des Patienten führen. Dieser Fall tritt in der Regel nur dann ein, wenn die Erkrankung nicht behandelt wird. Die Betroffenen leiden bei diesem Syndrom an einem starken Schwindel und Übelkeit.

Auch Kreislaufbeschwerden und Ohnmachtsanfälle können dabei eintreten und sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen auswirken. Viele Patienten verletzen sich bei einem Bewusstseinsverlust, da es dabei zu einem Sturz kommt. Weiterhin führt das Vena-cava-Kompressionssyndrom zu Herzrasen, wobei der Betroffene auch einen Herzinfarkt erleiden kann. Auch eine Atemnot und eine deutlich verringerte Belastbarkeit treten dabei ein und schränken den Alltag des Patienten deutlich ein.

Sollte das Vena-cava-Kompressionssyndrom schon im Kindesalter eintreten, so kommt es zu erheblichen Einschränkungen in der Entwicklung des Kindes. Dadurch leiden die Betroffenen häufig auch im Erwachsenenalter an starken Einschränkungen und an Komplikationen. In der Regel können die Beschwerden des Vena-cava-Kompressionssyndroms geheilt werden. Dabei kommt es nicht zu Komplikationen. Nur in einigen Fällen sind dabei operative Eingriffe notwendig. Meistens wird bei einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung des Syndroms die Lebenserwartung des Patienten nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Das Vena-cava-Kompressionssyndrom lässt sich bei Schwangeren in der Regel ohne umfangreiche medizinische Behandlung verhindern oder beheben. Ab der 12. Schwangerschaftswoche ist der Uterus schwer genug, um das Hypertensive Syndrom auslösen zu können.

Es wird deswegen empfohlen, bei Auftreten der Symptome umgehend eine aufrechte Position einzunehmen. Die Kreislaufstörungen klingen zumeist sehr schnell wieder ab. Die Seitenlage ist sehr viel vorteilhafter und entlastet die Vena cava inferior. Der Blutfluss zum Herzen kann ungestört erfolgen. Die Behandlung des Vena-cava-Kompressionssyndroms bei nicht schwangeren Patienten erfordert zunächst, dass die Ursache der Kreislaufstörungen geklärt wird.

Zumeist handelt es sich dabei um Tumore im Bauchraum. Mit operativer Entfernung wird der Druck auf die Arterie abgebaut. In einigen Fällen ist bis zur Entfernung eine geänderte Liegeposition des Patienten erforderlich. Er muss in leicht aufgerichteter oder zumindest seitlicher Lage ruhen, damit das Vena-cava-Kompressionssyndrom nicht auftreten kann.

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Vorbeugung

Vorbeugung beim Vena-cava-Kompressionssyndrom betrifft im Wesentlichen schwangere Frauen. Möglichst früh verzichten diese zur Vermeidung der Kreislaufstörungen auf eine flache Rückenlage. Die seitliche Lage ist zwar vorteilhafter, aber nicht dauerhaft einzuhalten. Um auch in Rückenlage die Symptome des Vena-cava-Kompressionssyndroms zu vermeiden, können Schwangere ein flaches Kissen unter ihre rechte Körperseite legen. So kommt es zu einer leichten Neigung nach links, die die Gebärmutter leicht verlagert und dem Vena-cava-Kompressionssyndrom vorbeugt.

Bücher über Kreislaufstörungen

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Schneider, H., Husslein, P., Schneider, K.T.M.: Die Geburtshilfe. Springer, Berlin Heidelberg 2011

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