Vatalanib

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
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Vatalanib ist ein Stoff, der in Zukunft bei der Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen zum Einsatz kommen könnte. Derzeit befindet sich der Wirkstoff noch in der Entwicklung und ist nicht zugelassen. Der mögliche Wirkmechanismus von Vatalanib basiert darauf, dass es die Rezeptoren des Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) hemmt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Vatalanib?

Bei Vatalanib handelt es sich um einen pharmazeutischen Wirkstoff, der möglicherweise bei der Therapie von Krebserkrankungen Anwendung finden wird. Vatalanib besitzt die Summenformel C20H15ClN4; die medizinische Forschung verwendet auch die Kennziffer PTK787/ZK 222584 als Bezeichnung. Vatalanib stellt ein Derivat von Pyridin und Aminophthalazin dar und zählt zu den Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktor-Hemmern.

Bislang ist Vatalanib nicht als Medikament zugelassen, da es sich noch in der Entwicklung befindet und die Studienlage noch nicht ausreichend ist. Obwohl einige Befunde die Annahme stützen, dass Vatalanib bei der Behandlung von Krebserkrankungen von Nutzen sein kann, ist die Datenlage nicht einheitlich und es besteht noch weiterer Forschungsbedarf. Dennoch ist Vatalanib für die Medizin zunehmend von Interesse.

Pharmakologische Wirkung

Nach derzeitigem Forschungsstand scheint Vatalanib den Rezeptor des Vaskulären Endothelialen Wachstumsfaktors zu hemmen, im Englischen Vascular Endothelial Growth Factor Receptor, kurz VEGF-R. Der VEGF ist ein Molekül, das im Organismus eine Signalwirkung innehat und dadurch Informationen von einer Zelle zu anderen übertragen kann. Das Molekül bindet sich dabei an einen Rezeptor, für den der Stoff die korrekte Passung besitzt: Den VEGF-R. Die Bindung von VEGF an seinen Rezeptor löst eine Reaktion in der Zelle aus, zu der dieser Rezeptor gehört.

Mediziner unterscheiden verschiedene Formen von VEGF und den dazugehörigen Rezeptoren. Bislang sind sechs Varianten des Signalmoleküls und drei verschiedene Rezeptoren identifiziert, die nicht beliebig miteinander reagieren können. Vor allem VEGF-A, das sich nur an die Rezeptoren 1 und 2 zu binden scheint, steht möglicherweise im Zusammenhang mit Krebserkrankungen und ist deshalb für Forscher von großem Interesse. Eine Studie von Wood und Kollegen aus dem Jahr 2000 kam zu dem Schluss, Vatalanib wirke vor allem gegen VEGF-R1 und VEGF-R2.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Vatalanib ist ein Stoff, der in Zukunft bei der Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen zum Einsatz kommen könnte.

Die medizinische Forschung entwickelt Vatalanib, um es in Zukunft möglicherweise bei der Behandlung von bestimmten Krebserkrankungen einzusetzen. Eine Studie von Dragovich und Kollegen beschäftigte sich mit dem Einsatz von Vatalanib als zweite Therapiephase bei Pankreas-Adenokarzinomen. Bei einem Adenokarzinom handelt es sich um eine spezifische Art von Krebs, die aus Drüsengewebe entstehen kann. In diesem Fall wächst der Tumor aus dem Gewebe der Epithelzellen. Der Pankreas- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs scheint auf Veränderungen in bestimmten Gegen zu beruhen, die das Wachstum der Zellen anregen und dadurch den Tumor entstehen lassen.

Als Behandlung kann unter Umständen eine Chemotherapie in Frage kommen, was auch in der Studie von Dragovich und Kollegen in der ersten Therapiephase der Fall war. Einige Patienten sprechen auf das dabei verabreichte Medikament jedoch nicht an und die Behandlung führt nicht zu einem ausreichenden Ergebnis. Auf genau diese Gruppe konzentrierten sich Dragovich und der Rest der Forschungsgruppe.

Die Patienten erhielten in der zweiten Therapiephase zweimal täglich oral Vatalanib, wobei sie die Dosis schrittweise auf bis zu 1500 mg steigerten, um sie anschließend bei 750 mg konstant zu halten. Nach sechs Monaten verglichen die Forscher ihre Patienten mit bisherigen Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten und hielten fest, die Überlebensrate falle mit rund 30 % für diese Art der Krebserkrankung recht günstig aus. Allerdings gelang es den Medizinern nicht, eine direkte Verbindung zwischen der Einnahme von Vatalanib und den VEGF-R herzustellen.

Die Befunde sind somit nicht eindeutig. Eine andere Studie von Roodhart und Voest stellte keine Verbesserung in der Überlebensrate fest, dafür aber im progressionsfreien Überleben (Zeitspanne zwischen beginnender Behandlung und dem Fortschreiten der Krankheit).

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Risiken & Nebenwirkungen

Insgesamt beschreiben Forscher wie Dragovich und Kollegen sowie Wood u. a. Vatalanib als gut verträglich. Erstere Forschergruppe dokumentierte Ermüdung, Bluthochdruck, Schmerzen im Abdomen (Bauch) und Unregelmäßigkeiten bei Leberfunktionstests als häufigste Nebenwirkungen. Andere Quellen berichten auch von Durchfall, Erbrechen, anderen Verdauungsbeschwerden und Schwindel.

Da Vatalanib noch nicht im Handel erhältlich ist und noch einiger Forschungsbedarf besteht, sind auch die Risiken und Nebenwirkungen noch nicht abschließend erforscht; dazu gehören auch mögliche Langzeiteffekte.

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