Vaskuläre Demenz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. November 2017
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Demenz ist ein Nachlassen von Gedächtnis und Orientierung. Durch den Anstieg der Lebenserwartung steigt auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Es gibt verschiedene Formen der Demenz, die häufigste Form ist die Alzheimer Demenz. Etwa 20 Prozent aller Demenzkranken leiden an einer vaskulären Demenz. Vaskulär bedeutet, dass die Ursache dieser Demenz eine Durchblutungsstörung des Gehirnes ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist vaskuläre Demenz?

Demenz ist die Bezeichnung für eine Abnahme des Geistes. Vaskulär ist eine medizinische Bezeichnung für alle Erkrankungen, die die Blutgefäße betreffen.

Vaskuläre Demenz ist gekennzeichnet durch eine stetige Verminderung der geistigen, im späteren Verlauf auch der motorischen Fähigkeiten eines Menschen.

Dadurch sind Merkfähigkeit, sowie die Verarbeitung von aufgenommenen Reizen, wie das Betrachten und Auswerten eines Bildes, eingeschränkt oder aufgehoben.

Ursachen

Die Ursache für die vaskuläre Demenz ist eine Verminderung der Gehirndurchblutung. Der größte Risikofaktor für das Entstehen einer vaskulären Demenz ist das Alter. Je älter die Betroffenen werden, umso höher ist das Risiko an einer vaskulären Demenz zu erkranken.

Eine weiterer Faktor, der das Entstehen begünstigt ist Arteriosklerose (Verkalkung und Verhärtung der Blutgefäße) im Gehirn. Die Hauptursachen für die Arteriosklerose sind eine schlecht eingestellte Zuckerkrankheit, Störungen im Fettstoffwechsel und Nikotin.

Auch Übergewicht stellt einen Risikofaktor für das Entstehen der Arteriosklerose dar. Durch kleine oder größere Hirninfarkte stirbt Hirngewebe ab, und die Funktion ist eingeschränkt oder aufgehoben. Der Schweregrad der Störung ist abhängig von der Lokalisation des Schadens, der durch den Hirninfarkt aufgetreten ist.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Gedächtnistraining wird meist in den Anfangsstadien von Demenz und Orientierungsstörung angepasst an die jeweilige Krankheitslage angewandt.

Die Diagnose für eine vaskuläre Demenz kann nur von einem Arzt gestellt werden. Hierzu ist eine ausführliche Anamnese (Patientenbefragung) erforderlich. Wichtig ist für die Diagnosestellung auch die Befragung der Angehörigen. Zu den Hauptkriterien zählt eine Störung des Gedächtnisses, eine Durchblutungsstörung und Bluthochdruck.

Eine gesicherte Diagnose ist durch die Magnetresonanzcomputertomographie (MRT) möglich, da sich hier die geschädigten Gehirnstrukturen gut darstellen lassen. Wichtig ist es, bevor die Diagnose vaskuläre Demenz gestellt wird, andere ähnlich verlaufende Krankheiten (Alzheimer Demenz oder Morbus Parkinson)auszuschließen.

Der Verlauf der vaskulären Demenz ist gekennzeichnet durch ein Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses. Im weiteren Verlauf lässt auch die Merkfähigkeit deutlich nach. Später sind Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis, sowie motorische, sprachliche und soziale Fertigkeiten nicht mehr möglich. Typisch für eine vaskuläre Demenz ist das frühzeitige Auftreten von Gangstörungen und Koordinationsstörungen. Der Charakter des Patienten verändert sich erst im späteren Verlauf der Erkrankung.

Zu diesem Zeitpunkt kommt es auch zu Wahrnehmungsstörungen und zu Orientierungsstörungen. Teilweise treten bei den Erkrankten epileptische Anfälle auf. Das Verhalten verändert sich. Die Patienten werden apathisch, leiden unter Essstörungen, Schlafstörungen und Angstzuständen. Häufig sind ebenfalls Halluzinationen und Depressionen vorhanden.

Komplikationen

Wird eine vaskuläre Demenz nicht gleich erkannt, verschlechtert sich der Zustand der dementen Person zusehends: Eine Selbstvernachlässigung tritt ein, die sich auf den Haushalt, die Körperhygiene und die Ernährung auswirkt. Auch die Orientierung zu Zeit und Ort schwindet zunehmend, was zu ernsten Unfällen führen kann, wenn sich der Betroffene ohne Begleitung frei bewegt.

Der Tages-und-Nacht-Rhythmus gerät aus dem Gleichgewicht und es kommt zu erheblichem Schlafmangel. Generell sind die Phasen, in denen der Demente schläft oder wach ist, nicht mehr an die Tageszeit gebunden. Eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung tritt ein und die Gedächtnisinhalte werden durch wahnhafte Erlebnisberichte ersetzt, die auf das Umfeld unpassend wirken.

Schwindelerscheinungen nehmen bei einer ausbleibenden Behandlung ebenfalls zu und das Suizidrisiko der Betroffenen steigt an. Im Spätstadium erinnern sich Demente nicht einmal länger an vertraute Personen und es kommt zu neurologischen Ausfallerscheinungen. Die Nahrungsaufnahme und die Ausscheidung sind nachhaltig gestört, was sich ernsthaft auf den körperlichen Gesundheitszustand auswirkt.

Harnwegserkrankungen, Schluckstörungen und Bettlägerigkeit kommen hinzu. Wird der Betroffene behandelt, treten oftmals Aspirationen beim Füttern auf. Hierbei gelangen kleinste Nahrungsteile bis in die Lunge und schädigen diese. Das Gewebe wird geschädigt und selbst eine Lungenentzündung ist keine Seltenheit. Wird Erbrochenes aspiriert, wird vor allem die Bronchialschleimhaut stark angegriffen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der vaskulären Demenz sollte frühzeitig einsetzen. Hier bieten sich die medikamentöse, physiotherapeutische und die psychologische Behandlung an. Um weiteren Schäden an den Blutgefäßen im Gehirn vorzubeugen, wird der Arzt Mittel verordnen, um das Blut zu verdünnen und damit die Fließeigenschaften zu verbessern.

Weiterhin sollten behutsam blutdrucksenkende Mittel verordnet werden, um die Blutgefäße im Gehirn zu schonen. Hierbei ist eine langsame Dosierungsanpassung erforderlich, da sonst der Blutdruck zu schnell abgesenkt werden würde, und eine Minderdurchblutung des Gehirns die Folge wäre. Der Blutzucker muss optimal eingestellt sein. Im späteren Stadium sind je nach Befund und Zustand des Patienten Psychopharmaka, wie Antidepressiva und [[Neuroleptika6] erforderlich.

Um die Mobilität des Patienten lange zu erhalten, und die Koordination zu verbessern ist eine krankengymnastische Therapie wichtig. Hier ist es möglich, durch bestimmte Techniken eine Kompensation der Störungen, die durch die vaskuläre Demenz entstanden sind, zu erarbeiten. Weiterhin ist eine psychotherapeutische Behandlung des Betroffenen zu empfehlen, um die Selbständigkeit, Orientierung und Eigenverantwortung zu fördern.

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Vorbeugung

Die Prophylaxe der vaskulären Demenz besteht in einer gesunden Lebensweise, deren Hauptziel es ist, gefäßschädigende Einflüsse zu vermeiden. Dazu gehört eine optimal Einstellung des Blutzuckers, eine ausgewogene fettarme Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Nikotin. Regelmäßige Kontrollen der Blutwerte geben dem Arzt die Möglichkeit, Risikofaktoren für die vaskuläre Demenz frühzeitig zu erkennen, und mit diätischen oder medikamentösen Maßnahmen zu bekämpfen. Weiterhin sollte ein Normalgewicht angestrebt werden. Verschiedene Studien haben die gefäßschützende Wirkung von Rotwein in geringen Mengen bewiesen.

Bücher über Demenz

Quellen

  • Beyreuther, K., Einhäupl, K.M., Förstl, H. und Kurz, A.: Demenzen. Grundlagen und Klinik. Thieme, Stuttgart 2002
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Wallesch, C.W., Förstl, H.: Demenzen. Thieme, Stuttgart 2012

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