Valganciclovir

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Mai 2017
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Bei Valganciclovir handelt es sich um ein Virostatikum, das zum Einsatz kommt, um eine bei AIDS-Patienten auftretende Cytomegalievirus Retinitis (Einschlusskörperchenkrankheit) zu behandeln. Der Arzneistoff wird der Gruppe der Nukleosidanaloga zugerechnet und ist weit verbreitet. Als Prodrug des Stoffes Ganciclovir hat es im Wesentlichen die gleichen Effekte und Nebenwirkungen wie dieses.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Valganciclovir?

Valganciclovir ist ein virushemmender Wirkstoff (ein Virostatikum), das der Gruppe der Nucleosidanaloga zugehört und einen wesentlichen Teil der Behandlung von AIDS-Patienten ausmacht. Es wird verabreicht, um eine Cytomegalievirus Retinitis (Einschlusskörperchenkrankheit) zu behandeln. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, die durch das Humane Cytomegalievirus ausgelöst wird und insbesondere für Menschen mit schwachem Immunsystem gefährlich ist.

Valganciclovir wird peroral (durch den Mund) eingenommen und vom Körper in der Regel gut und schnell resorbiert. Der Wirkstoff selbst wird erst innerhalb des Körpers aktiv. Nach der Verstoffwechselung (Metabolisierung) wandelt es sich in den verwandten Stoff Ganciclovir um. Valganciclovir gilt deshalb als dessen Prodrug.

Der Wirkstoff wird mit der chemischen Summenformel C 14 – H 22 - N 6 - O 5 beschrieben, was einer moralen Masse von 354,36 g/mol entspricht. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Valganciclovir unter dem Namen Valcyte® als verschreibungs- und apothekenpflichtiges Medikament vertrieben.

Pharmakologische Wirkung

Valganciclovir setzt sich aus zwei Stereozentren zusammen, was dem Grunde nach das Vorhandensein von vier sogenannten Stereoisomeren möglich macht. Die Stereozentren von Valganciclovir sind allerdings einheitlich als S konfiguriert. Die tatsächliche Anzahl der Stereoisomere ist deshalb auf lediglich zwei beschränkt, was Auswirkungen auf die pharmakologische Wirkung des Stoffes hat.

Dieser hemmt nach der Verstoffwechselung im menschlichen Körper die Vermehrung des Humanen Cytomegalievirus (HCMV), das auch als Humanes Herpesvirus 5 (HHV 5) bezeichnet wird. Das Virus ist vor allem für jene Menschen gefährlich, die – wie AIDS-Patienten – nur ein sehr schwaches Immunsystem haben.

Valganciclovir erreicht seine virushemmende Wirkung, indem sich die grundsätzlich inaktive Substanz innerhalb des menschlichen Körpers in den pharmakologisch sehr wirksamen Stoff Ganciclovir umwandelt. Dieser macht es HHV 5 bzw. HCMV unmöglich, ein für die Vermehrung essentielles Enzym zu produzieren. Valganciclovir gilt damit als sogenannte Prodrug, weswegen es eine positive Pharmakokinetik und eine hohe Bioverfügbarkeit aufweist.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die Therapie des Cytomegalievirus (HCMV) stellt das Hauptanwendungsgebiet von Valganciclovir dar. Der Virus ist für einen gesunden Menschen üblicherweise ungefährlich, da das Immunsystem in der Lage ist, die Vermehrung auf ein erträgliches Maß zu senken.

Ist das Immunsystem jedoch, etwa wegen einer AIDS-Erkrankung, massiv geschwächt, kann die Infektion mit HCMC bzw. HHV 5 lebensgefährlich sein. Denn in diesen Fällen ist der Körper selbst nicht mehr dazu fähig, die Virenzahl niedrig zu halten. Diese können sich nahezu unkontrolliert verbreiten.

Valganciclovir wirkt dem entgegen, indem es die Vermehrung der Viren hemmt. Der Wirkstoff, der grundsätzlich als Filmtablette oral eingenommen wird, ist damit ein Virostatikum.

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Risiken & Nebenwirkungen

Valganciclovir kann Nebenwirkungen verursachen. Zwingend ist dies aber nicht der Fall. Da Valganciclovir ein Prodrug ist und innerhalb des menschlichen Körpers in den Wirkstoff Ganciclovir umgewandelt wird, entsprechen die Nebenwirkungen weitestgehend denen des Ganciclovir.

Dementsprechend kann es zum Entstehen einer pathogenen Verminderung der neutrophilen Granulozyten kommen (sogenannte Neutropenie) kommen. Auch ein ausgeprägter Mangel an Granulozyten im Blut (Agranulozytose) ist eine typische Nebenwirkung von Ganciclovir und Valganciclovir. Darüber hinaus kann ein sehr niedriger Hämoglobingehalt im Blut (Anämie) ebenfalls durch Valganciclovir hervorgerufen werden.

Daneben zählen auch Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Durchfall, Bauchschmerzen, Magenkrämpfe und Erbrechen zu den denkbaren Nebenwirkungen.

Gelegentlich können auch Schädigungen der Leberzellen oder eine Neuropathie auftreten. Sofern eine Unverträglichkeit gegenüber Valganciclovir oder Ganciclovir bekannt ist, dürfen die Wirkstoffe nicht eingenommen werden.

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