Vaginalstein

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. November 2017
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Bei dem Vaginalstein handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung. Sie tritt ausschließlich bei dem weiblichen Geschlecht auf. Es bilden sich Fremdkörper innerhalb der Vagina.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Vaginalstein?

Der Vaginalstein wird von Medizinern als vaginal calculus bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine sehr selten auftretende Krankheit. Diese Erkrankung entsteht meist bei erwachsenen sowie älteren Frauen, kann sich aber auch bei Mädchen oder jungen Frauen ausbilden. Zu den Auffälligkeiten der Erkrankung gehört, dass sich über einen längeren Zeitraum in der Vagina Ablagerungen in Form von Mineralien bilden.

Diese werden nicht über das Scheidensekret abtransportiert und ausgeschieden. Die Minerale verfestigen sich stattdessen an der Scheidenwand. Sie entwickeln eine feste und harte Struktur. Die Größe der Vaginalsteine kann bis zu mehrere Zentimeter Durchmesser haben und ein Gewicht von mehreren 100 Gramm erreichen.

Der Vaginalstein sorgt für eine Verengung der Vagina und kann in extremen Fällen einen Verschluss herbeiführen. Es kommt durch den Vaginalstein durch einen Stau abfließender Sekrete der Gebärmutter oder des Urins. Durch einen Vaginalstein kann es zu einer Ausbildung von Harnsteinen kommen. Ein Urinstau stellt sich ein und eine Harninkontinenz ist möglich.

Ursachen

Zu den Ursachen zählen Ablagerungen von Mineralien in der Vagina. Dabei handelt es sich um Biominerale oder Konkremente. Konkremente sind Ablagerungen von festen organischen Materialien. Sie entwickeln sich als Reststoffe von anderen bereits gelösten und abtransportierten Gewebestrukturen oder Körperflüssigkeiten. Das Entstehen von Fisteln kann bei Frauen zu einer Ausbildung von Vaginalsteinen führen.

Bei einem Schwangerschaftsabbruch kann Gewebe in der Gebärmutter oder der umliegenden Region zurückbleiben. Im Normalfall wird es bei der nächsten Monatsblutung ausgeschieden. In einigen Fällen bleibt Gewebe zurück, dass durch einen medizinischen Eingriff in Form einer Ausschabung entfernt wird. Dennoch kann es auch hierbei in Einzelfällen dazu kommen, dass kleinere Gewebestrukturen nicht entfernt wurden.

Diese können im Laufe der Zeit an Größe zunehmen und sich zu einem Vaginalstein ausbilden. Der Vaginalstein kann sich bei jungen Mädchen durch religiös bedingte Rituale wie die Beschneidung des weiblichen Geschlechts ausbilden. Fehlbildungen des weiblichen Geschlechts können ebenfalls Ursache für die Bildung eines Fremdkörpers in der Vagina sein. Dies ist insbesondere dann gegeben, wenn der Harnleiter nicht innerhalb des Blasendreiecks seinen Ausgang findet.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den Symptomen des Vaginalsteins gehören eine verengte Vagina sowie ein verengter Harnleiter. Diese werden anfänglich als nicht schmerzhaft empfunden, können aber von Frauen mit einem sehr guten Körpergefühl unter Umständen wahrgenommen werden. Im weiteren Verlauf kann der Geschlechtsverkehr als unangenehm erlebt und dadurch reduziert werden. Bei einem weiteren Wachstum des Vaginalsteins kann sich Urin im Harnleiter stauen. Dies kann es zu entzündlichen Prozessen oder einem unangenehmen Druckgefühl der Blase führen.

Die Betroffenen haben das permanente Gefühl, dass die Blase beim Wasserlassen nicht vollständig entleert wurde. Sie werden unruhig und nehmen das Tragen von Kleidungsstücken, die beim Sitzen in den Körper einschnüren, als unangenehm war. Es kann durch einen Vaginalstein zu einer Blasenentzündung und einem gereizten Gefühl im Unterleib kommen. In schweren Fällen besteht die Gefahr, ein Versagen der Nierentätigkeit zu erleiden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose erfolgt über bildgebende Verfahren wie das Röntgen bei einem Mediziner. Der Vaginalstein bildet sich sehr langsam über mehrere Monate oder Jahre. Das Wachstum ist progressiv, wird aber selten als klinisch relevant eingestuft.

Komplikationen

Ein Vaginalstein kann bei den Betroffenen ein starkes Unwohlsein und weitere Komplikationen auslösen. Im Verlauf der Erkrankung nimmt das anfänglich leichte Druckgefühl zu und entwickelt sich zu Schmerzen, die das gesamte Wohlbefinden beeinträchtigen. Tätigkeiten wie Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr sind meist nicht mehr ohne Schmerzen möglich, wodurch die Lebensqualität weiter eingeschränkt wird.

Bei einem weiteren Wachstum kann es im Harnleiter zu einem Harnstau kommen. Dadurch steigt das Risiko für entzündliche Prozesse und weitere Folgeerkrankungen. Aufgrund des Vaginalsteins kann sich eine Blasenentzündung entwickeln, die ihrerseits mit Komplikationen verbunden ist. In schweren Fällen führt der Fremdkörper zu einem Versagen der Nierentätigkeit.

Eine Niereninsuffizienz geht mit weiteren Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems, des Knochenstoffwechsels und des Blutkreislaufs einher. Die Behandlung eines Vaginalsteins mittels Litotripsie birgt die Gefahr von Blutungen und ernsten Verletzungen der Harnleiter. Im Extremfall kommt es zu einem kompletten Riss der Harnleiter und in der Folge zu einer Vernarbung. Dies ist mit Inkontinenz, Harnverhalt und weiteren Komplikationen verbunden.

Bei der begleitend stattfindenden Gallengangspiegelung kann es zu Verletzungen an Darmwand und Gallengängen kommen. Außerdem können Blutungen, Infektionen der Gallenwege oder eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten. Sofern die Ursache der Steinbildung nicht behoben wird, können sich immer wieder Steine bilden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung und Therapie eines Vaginalsteins richtet sich nach dessen Größe und dem Ort des Auftretens. Handelt es sich um einen kleinen Fremdkörper, kann er in den meisten Fällen von einem Frauenarzt entfernt werden. Dies geschieht oftmals mit einer Geburtszange. In einigen Fällen wird der Vaginalstein über eine Lithotripsie zertrümmert.

Außerhalb des Körpers werden Stoßwellen eingeleitet, die bis zu dem Körperinneren vordringen und den Vaginalstein erschüttern lassen. Bei vielen Patienten kommt es zu einem spontanen Ablösungsprozess des Fremdkörpers. Die Einzelteile werden anschließend in den kommenden Tagen durch die vaginale Körperflüssigkeit oder den Urin abtransportiert und ausgeschieden.

Der Patient sollte sich während dieser Zeit schonen und keinen anstrengenden Tätigkeiten nachgehen. Eine Kontrolle ist nach einigen Wochen zu empfehlen, um eine Bildung von Restgewebe zu vermeiden. Bei einem größeren Vaginalstein kommt es in den meisten Fällen zu einer Episiotomie.

Dies ist ein Dammschnitt, der oft bei einer natürlichen Geburt angewendet wird. Sollten die ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen oder der Vaginalstein hat sich an einer sehr ungünstigen Position gebildet, wird ein operativer Eingriff mit der Totalentfernung des Fremdkörpers vorgenommen. Nach dem Abheilen der durch die Operation entstandenen Narben sollte eine Kontrolluntersuchung stattfinden.

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Vorbeugung

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört ein regelmäßiger Kontrollbesuch bei einem Frauenarzt. Dieser untersucht die weiblichen Geschlechtsorgane und kann rechtzeitig die Herausbildung eines Vaginalsteines feststellen. Darüber hinaus sollte bei medizinischen Eingriffen im Unterleib nach einigen Wochen oder Monaten eine Nachuntersuchung durch die Nutzung von bildgebenden Verfahren vorgenommen werden.

Da sich der Vaginalstein sehr langsam entwickelt, ist ein gutes Körpergefühl nützlich. In sehr seltenen Fällen können erfahrene Frauen in einer entspannten Hockposition mit den Fingern selbst ein Abtasten in der Vagina vornehmen. Dabei lässt sich die Gefäßwand gut auf Auffälligkeiten wie die Bildung von festem Gewebe kontrollieren.

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Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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