Vaginaler Ausfluss Teil 3

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Den bisher beschriebenen, mehr harmlosen Veränderungen der Scheide stehen diejenigen gegenüber, die mit gleichzeitiger Scheidenentzündung einhergehen. Der Ausfluss ist dann meist dünnflüssig, wässrig oder eitrig, manchmal sogar blutig.

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Inhaltsverzeichnis

Scheidenentzündung und Ausfluss

Dieser teilweise übelriechende Ausfluss verursacht das Gefühl der Schärfe bzw. des Brennens und beschmutzt die äußeren Geschlechtsorgane und damit auch die Unterwäsche. Wie mikroskopische Untersuchungen ergeben haben, enthält diese Absonderung keine Döderlein-Bakterien (Milchsäurebakterien) mehr, dafür aber massenhaft krankheitserregende Eiterkeime und eine große Anzahl weißer Blutkörperchen, was zeigt, dass die eingedrungenen Fremdkeime die Oberhand gewonnen und eine Entzündung verursacht haben. Die Scheidenwand ist demzufolge auch stark gerötet, entzündlich verquollen und sehr schmerzempfindlich.

Die Ursachen dieses Krankheitsbildes sind ebenso mannigfaltig und oft gar nicht herauszufinden. Es steht jedoch fest, dass in jedem Fall die Tätigkeit der Eierstöcke eine große Rolle dabei spielt, da sie die Funktion der Scheidenwand reguliert. Störungen in den Eierstöcken können sich demzufolge – im negativen Sinne – auf den Abwehrmechanismus der Scheide auswirken. Außerdem sind natürlich alle Arten von Eiterkeimen sowie Gonokokken für das Entstehen einer solchen Krankheit von Bedeutung.

Als Erreger sehr hartnäckiger und schmerzhafter Scheidenentzündungen werden auch kleine Geißeltierchen, sogenannte Trichomonaden, und Soorpilze – derselbe Erreger, der bei kleinen Kindern nicht selten weiße Beläge im Mund verursacht – angesehen. Sie machen sich besonders durch starkes Jucken und Brennen unangenehm bemerkbar. Die Entzündungen können sich bis zur Geschwürbildung entwickeln, was die Behandlung natürlich komplizieren muss.

Nicht nur die inneren, auch die aus Falten und Wülsten bestehenden äußeren Geschlechtsorgane, große und kleine Schamlippen, können Ausfluss hervorrufen. Die in den Wülsten vorhandenen Haut- und Schleimhautdrüsen sondern Talg, Fett, Schleim und Schweiß ab und schützen so das Gewebe vor Austrocknung, herabfließendem Urin, usw. Diese Absonderungen sind normalerweise so gering, dass ein Feuchtigkeitsgefühl nicht entsteht. Ihre Vermehrung und Veränderung führt jedoch ebenfalls zum Ausfluss. Dabei spielen die Gefühlsnerven der äußeren Geschlechtsorgane eine große Rolle, die am empfindlichsten auf regelwidrige Benetzung reagieren.

Weitere Entzündungen und Ekzeme der Scheide

Deshalb ist es verständlich, dass durch schleimigen oder eitrig-wässrigen Abfluss aus den oberen Partien die zarte und empfindliche Schleimhaut der äußeren Genitalien gereizt und entzündet wird. Das gilt vor allem für die eitrige Scheidenentzündung, die durch Trichomonaden und Soorpilze hervorgerufen wird. Verständlicherweise wird auch die äußere Harnröhrenöffnung einbegriffen, was meist zu Schmerzen beim Wasserlassen führt. Bei starken, ätzenden Ausflüssen können sogar Entzündungen und Ekzeme an der benachbarten Haut und den Oberschenkeln auftreten, wodurch das Krankheitsbild erheblich kompliziert wird.

Aber die äußeren Genitalien können auch isoliert entzündlich erkranken, und zwar bei Frauen aller Altersklassen. Als Ursache kommen hier Unsauberkeit, eine Minderung der Widerstandskraft bei schweren Allgemeinerkrankungen und chemische oder mechanische Reize in Frage.

Schließlich wird das Feuchtigkeitsgefühl an den äußeren weiblichen Geschlechtsteilen auch durch abnorm starke Absonderungen der dort vorhandenen Schleimdrüsen hervorgerufen. Diese Drüsen werden vom Nervensystem sehr stark beeinflusst, so dass Stimmungen, Nervosität oder sexuelle Erregung für einen Ausfluss verantwortlich gemacht werden können.

Behandlung von vaginalem Ausfluss

Diese Vielzahl von Ursachen macht es unmöglich, den Ausfluss unter einheitlichen Gesichtspunkten zu beurteilen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, in jedem einzelnen Fall nach der Ursache bzw. Quelle der abnormen Ausflusssubstanz zu forschen, wobei die Gesamtpersönlichkeit (Gefühlsleben, Zustand des Nervensystems, Allgemeinerkrankungen) eines Mensche berücksichtigt werden muss. Meist gelingt es durch genaue Untersuchungen der äußeren und inneren Geschlechtsteile bzw. Organe und mit Hilfe mikroskopischer Betrachtungen der Absonderungen, die Ursache des Ausflusses zu erkennen, womit der Frauenarzt dann auch den Schlüssel für seine Beseitigung in den Händen hält.

Aus dem Gesagten ergibt sich von selbst, dass es kein generelles Mittel gegen vaginalen Ausfluss geben kann und auch die Behandlungsmaßnahmen, je nach Art oder Ursache des Ausflusses, verschieden sein müssen. Jedoch ist es in jedem Fall wichtig, die Quelle des Fluors zu erkennen und zu beseitigen sowie die einwandfreie Funktion der Geschlechtsorgane und den normalen Bau der Scheidenwand wiederherzustellen. Wie schon erwähnt, ist das Auffinden der Ursachen einmal durch deren Vielzahl und zum anderen durch die Tatsache, dass sie außerhalb der Geschlechtsorgane liegen können, maßgeblich erschwert.

Denken wir nur an Allgemeinerkrankungen, wie Leberzirrhose, Diabetes, Basedow, Infektionskrankheiten und krankhafte nervöse Zustände, die ebenfalls als Ausflussursachen anzusehen sind. Selbstverständlich kompliziert all das auch die Behandlung, die stets individuell sein muss und kein Pauschalisieren erlaubt. Ein voller Erfolg ist deshalb nur dann sicher, wenn die Patientin alle ärztlichen Anordnungen befolgt und während der meist langwierigen Behandlung die Geduld nicht verliert.

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