Uterussarkom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Treten während der Wechseljahre plötzlich zusätzliche Blutungen auf oder kommt es nach der Menopause zu erneuten Blutungen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Ein Uterussarkom ist durch diese Symptomatik gekennzeichnet und sollte möglichst schnell ausgeschlossen oder behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Uterussarkom?

Ein Uterussarkom ist eine sehr seltene Form von Krebs, die die Gebärmutter einer Frau befallen kann. Dabei wachsen die Tumorzellen in der Muskulatur des auch als Uterus bezeichneten Organs.

Nach dem Grad der Ausbreitung werden vier verschiedene Stadien unterschieden. Beim Stadium I lassen sich nur Tumorzellen innerhalb der Gebärmutter nachweisen, während sie sich im Stadium II bereits auf den Gebärmutterhals ausbreiten konnten.

Im III. Stadium sind weitere Beckenorgane befallen und im IV. Stadium sind zusätzlich Organe wie die Harnblase oder der Enddarm von Krebszellen des Uterussarkoms besiedelt.

Ursachen

Die Ursachen für das Uterussarkom sind noch weitgehend unbekannt. Häufig entsteht diese Krebsform von selbst. Es wird jedoch angenommen, dass auch Myome bei der Entstehung von Sarkomen in der Gebärmutter eine Rolle spielen.

Diese gutartigen Geschwülste treten bei sehr vielen Frauen auf. Doch nur bei sehr wenigen Frauen entartet ein solches Myom. Das geschieht meist in oder nach den Wechseljahren. Von 1000 Frauen mit Myomen erkrankt nur eine tatsächlich an einem Uterussarkom.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose des Uterussarkoms erfolgt durch den Gynäkologen. Zunächst wird bei einem vorliegenden Verdacht eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt.

Die Organe des Beckens werden dabei nach eventuellen Knoten oder sonstigen Unregelmäßigkeiten abgetastet. Ein Abstrich vom Muttermund ist zur Diagnose dieser Erkrankung im Anfangsstadium meist nicht aussagekräftig, weil sich die Tumorzellen anders als beim Gebärmutterhalskrebs im Inneren der Gebärmutter ausbreiten. Das notwendige Gewebe zum Nachweis der Krebserkrankung wird normalerweise durch eine Kürettage gewonnen.

Die sogenannte Ausschabung der Gebärmutter erfolgt ambulant oder stationär in Vollnarkose. Dabei wird der Muttermund zunächst gedehnt. Anschließend wird das Gewebe schichtweise aus der Gebärmutter entfernt und untersucht.

Der Verlauf der Erkrankung und damit die Chancen auf eine Heilung richten sich nach dem Stadium des Uterussarkoms und damit dem Grad seiner Ausbreitung. Ein weiterer Anhaltspunkt sind zudem der allgemeine Gesundheitszustand der betroffenen Frau sowie die Geschwindigkeit, mit der sich die Tumorzellen ausbreiten.

Komplikationen

In den frühen Stadien verläuft ein Uterussarkom meist ohne größere Beschwerden. Komplikationen können auftreten, wenn die Krebserkrankung zu spät erkannt wird. Dann besteht das Risiko, dass die Tumorzellen weitere Organe befallen und sich beispielsweise auf die Harnblase oder den Enddarm ausbreiten. Die Folge einer Metastasierung sind Funktionsausfälle der betroffenen Organe.

Im Bereich der Harnblase kann es zu Harnverhalt und Inkontinenz kommen. Ist der Enddarm betroffen, treten Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung auf. Bei einem ungünstigen Verlauf kann ein Uterussarkom lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen. Eine operative Behandlung birgt die üblichen Gefahren, also Infektionen, hoher Blutverlust und Verletzungen an Nerven und Muskeln.

Eine Behandlung mittels Strahlentherapie birgt das Risiko von Strahlenschäden. Eine typische Komplikation ist der sogenannte Strahlenkater, der sich durch Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar macht und gelegentlich auch Blutungen und Haarverlust hervorruft. Langfristig können Schäden am Erbgut und Gewebeentartungen auftreten.

Eine Hormontherapie erhöht das Risiko für venöse Thrombosen, Schlaganfälle und Herzinfarkte. Nimmt die Patientin starke Schmerzmittel ein, können Neben- und Wechselwirkungen auftreten. Allergiker erleiden unter Umständen eine allergische Reaktion oder sogar einen anaphylaktischen Schock.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des Uterussarkoms richtet sich nach dem Stadium und somit der Ausbreitung der Erkrankung. Es gibt grundsätzlich vier Behandlungsformen, die einzeln oder kombiniert eingesetzt werden können. Dazu zählt die Operation, bei der das Tumorgewebe entfernt wird.

Eine Strahlentherapie mit hoch dosierten Strahlen kann zur Zerstörung oder Verkleinerung von Tumorzellen eingesetzt werden. Bei einer Chemotherapie werden Krebszellen medikamentös bekämpft. Die Medikamentengabe erfolgt dabei in Tablettenform oder über eine Infusion. Durch eine gezielte Hormontherapie können Tumorzellen ebenfalls am Wachstum gehindert werden. Diese Medikamente werden ebenfalls in Form von Tabletten eingenommen.

Am Anfang der Behandlung steht jedoch meist eine Operation. Bei der sogenannten totalen Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie und Lymphadenektomie werden neben der Gebärmutter und einiger Lymphknoten des Beckens auch die Eileiter und Eierstöcke entfernt. Anschließend kommen je nach dem Stadium des Uterussarkoms die bereits genannten Therapien zum Einsatz. Ziel ist es dabei immer, verbliebenes Tumorgewebe möglichst abzutöten und damit eine Heilung zu ermöglichen.

Gelingt dies nicht vollständig, erleidet die Patientin einen sogenannten Rezidiv und damit die Rückkehr des Uterussarkoms. In diesem Fall wird versucht, durch eine Chemotherapie sowie durch eine Strahlentherapie das weitere Wachstum des Tumors zu verhindern und bestehende Beschwerden der Patientin zu lindern.

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Vorbeugung

Das Uterussarkom tritt vor allem bei Frauen während oder nach den Wechseljahren auf. Treten außerhalb der Monatsblutungen weitere Blutungen auf oder hat eine Frau in der Menopause erneute Blutungen, können diese ein Hinweis auf ein Uterussarkom sein. Es sollte daher ein Gynäkologe konsultiert werden, um ein Uterussarkom auszuschließen. Bei Frauen, die im Beckenbereich mit einer Strahlentherapie behandelt wurden, besteht ein erhöhtes Risiko an dieser Krebsform zu erkranken.

Bücher über Gebärmutterhalskrebs

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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