Uterusmyom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. November 2017
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Circa 50 bis 70 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden im Laufe ihres Lebens unter einem Uterusmyom. Myome sind in diesem Alter auch die häufigste Ursache für Gebärmutterentfernungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Uterusmyom?

Der Begriff Uterusmyom, auch als Gebärmuttergeschwulst bezeichnet, steht für eine gutartige Geschwulst in der Gebärmuttermuskelschicht. Myome bestehen anteilig aus Bindegewebe und können eine Größe bis zu mehreren Zentimetern entwickeln. Wenn das Wachstum fortschreitet, können sie sogar die ganze Gebärmutter ausfüllen wie bei einer Schwangerschaft.

Ein Uterusmyom ist eine hormonabhängige Geschwulst und wird durch Östrogen im Wachstum angeregt. Daher ist das Wachstum von einer intakten Funktion der Eierstöcke abhängig, in denen die Geschlechtshormone gebildet werden. Deshalb treten Uterusmyome nur im gebärfähigen Alter einer Frau auf und bilden sich meistens in den Wechseljahren langsam wieder zurück.

Ursachen

Wie ein Uterusmyom genau entsteht, ist wissenschaftlich noch nicht hinreichend erforscht, aber es gilt als sicher, dass ein Zusammenhang zwischen dem Östrogenhaushalt und dem Auftreten von Hormonen besteht. Die gutartige Geschwulst entsteht aus Zellen der Muskulatur in der Gebärmutter. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie aus einem Energieschub entstehen, den der Körper normalerweise für eine Schwangerschaft vorgesehen hat.

Es scheint auch eine genetische Disposition zu bestehen, weil Uterusmyome gehäuft in Familien auftreten, in denen schon die Mutter unter Myomen litt. Es ist auch bekannt, dass ein hoher Östrogenspiegel das Wachstum von Myomen fördert und dass sie hauptsächlich in der empfängnisfähigen Zeit auftreten. Vor der Pubertät treten keine Myome auf und in den Wechseljahren gehen sie wieder zurück.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome und Beschwerden, die ein Myom versursacht, sind stark davon abhängig, welche Größe es hat und ob ein oder mehrere Myome vorhanden sind. Es können verlängerte Regelblutungen auftreten, bei denen die Blutungsstärke meistens abhängig ist von der Größe und Lage des Myoms. Bei manchen Frauen kann es durch die verstärkten Blutungen zu einer Anämie kommen.

Weitere Symptome können Druckgefühle und Beschwerden im Unterleib sein, weil das Myom auf andere Organe drücken kann. In der Blase kann das zu einem stärkeren Harndrang oder Störungen der Blasenentleerung führen. Wenn das Myom auf den Enddarm drückt, wird eine Verstopfung begünstigt. Auch Beschwerden beim Geschlechtsverkehr sind häufig.

Frauen mit Myomen und Kinderwunsch werden häufig nicht schwanger, weil das Myom eine Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter verhindern kann. Wenn Myome in der Schwangerschaft wachsen, können sie eine Fehlgeburt auslösen, Beschwerden in der Schwangerschaft sowie vorzeitige Wehen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

In den meisten Fällen werden Uterusmyome während einer gynäkologischen Untersuchung festgestellt. Manchmal ergibt schon das Anamnesegespräch einen Verdacht. Im Anschluss an das Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung, beim Verdacht auf ein Myom eine Ultraschalluntersuchung, bei der Myome gut zu erkennen sind. Auch Größe und Lage lassen sich so genau bestimmen.

Ergänzend können manchmal andere Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomografie (CT) durchgeführt werden, besonders, wenn Myome operativ entfernt werden müssen. Durch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) können Myome, die in die Gebärmutter hineinragen, genauer untersucht werden.

Wenn sie in den Bauchraum wachsen, kann eine Bauchspiegelung Aufschluss geben. In den meisten Fällen ist das jedoch nicht notwendig. Es ist nicht leicht, gutartige Gebärmuttertumore von bösartigen abzugrenzen. In den meisten Fällen ist dazu eine Gewebeuntersuchung notwendig.

Komplikationen

Ein Uterusmyom ist meist ungefährlich und hat keine weiteren Beschwerden zur Folge. Komplikationen können auftreten, wenn es zu einem sogenannten Uterus myomatosus kommt, die Gebärmutterwand also von zahlreichen Myomen durchsetzt ist. Dies erhöht das Risiko für eine maligne Entartung, die bei einem klassischen Uterusmyom eher selten auftritt (bei unter einem Prozent aller Betroffenen).

Des Weiteren begünstigt ein Uterusmyom Harnwegsinfekte und verursacht gelegentlich auch Schmerzen beim Wasserlassen. Wenn das Myom auf die Harnblase oder Harnleiter drückt, können Funktionsstörungen auftreten. Auch ein Befall von Darm und Nieren birgt das Risiko einer empfindlichen Störung der Organfunktion. Bei einem gestielten suberösen Myom kann es zu einer plötzlichen Stieldrehung kommen, verbunden mit starken Schmerzen und schwerwiegenden Komplikationen, die eine rasche Operation notwendig machen.

Langfristig kann ein Uterusmyom Probleme mit der Fruchtbarkeit hervorrufen. Tritt die Wucherung während der Schwangerschaft auf, besteht das Risiko von vorzeitigen Wehen. Ab einer bestimmten Größe können Myome auch Lageanomalien des Kindes hervorrufen. Liegt das Uterusmyom direkt unter der Gebärmutterschleimhaut, kann dies eine Eileiterschwangerschaft oder eine Fehlgeburt auslösen.

Bei der operativen oder medikamentösen Entfernung bestehen die typischen Risiken. Bei einer Operation kann es immer zu Infektionen und Verletzungen kommen. Eine medikamentöse Therapie ist mit dem Risiko von Neben- und Wechselwirkungen verbunden.

Behandlung & Therapie

Wenn keine Beschwerden auftreten, ist nicht unbedingt eine Myombehandlung erforderlich, es sollte aber circa alle sechs bis zwölf Monate eine Kontrolle erfolgen. Bei Beschwerden ist die Therapie von verschiedenen Faktoren abhängig wie das Alter der Frau oder die Frage, ob noch Kinderwunsch besteht oder die Familienplanung abgeschlossen. Auch die Größe und Lage des Uterusmyoms ist dabei ausschlaggebend.

Myome können grundsätzlich mit verschiedenen Verfahren behandelt werden: chirurgisch, durch Medikamente oder neuere Methoden wie Embolisation oder fokussierten Ultraschall. Bei jüngeren Frauen werden gebärmutterhaltende Maßnahmen bevorzugt, bei älteren Frauen mit abgeschlossener Familienplanung ist die gängige Therapie meistens eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie).

Bei medikamentöser Behandlung werden zur Behandlung meistens Gestagene eingesetzt, die die körpereigene Östrogenproduktion reduzieren und das Myomwachstum hemmen sollen, damit die Beschwerden zurückgehen. Wenn ein Myom sehr klein ist und noch ein Kinderwunsch vorhanden ist, besteht auch die Möglichkeit, einzelne Myome auszuschälen, entweder durch einen kleinen Bauchschnitt, vaginalen oder einen laparoskopischen Eingriff.

Bei einer Embolisation erfolgt ein Verschluss der Blutgefäße, der im Idealfall zu einer Rückbildung des Myoms führt. Beim fokussierten Ultraschall werden Strahlen auf die Stelle ausgerichtet, wo das Myom sitzt. Durch die entstehende Hitze soll das Myom absterben. Dieses Verfahren ist jedoch noch neu, sehr teuer und wird häufig nicht von den Krankenkassen erstattet.

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Vorbeugung

Eine sinnvolle Vorbeugung ist bei einem Uterusmyom nicht möglich. Frauen im gebärfähigen Alter sollten die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, damit Myome frühzeitig erkannt werden können. Eine frühzeitige Behandlung kann schlimmere Beschwerden durch nicht erkannte Myome verhindern. Auch wenn eine Operation erfolgt ist, heißt das nicht, dass keine Myome mehr auftreten können. Sie können immer wieder wachsen, weil sie in der Gebärmuttermuskulatur angesiedelt sind. Nur eine Operation kann eine Neubildung verhindern.

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Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie. Springer, Berlin 2013

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