Ursachen und Behandlung von Reisekrankheiten Teil 3

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Andere Formen von Reisekrankheit, wie sie zum Beispiel im Auto, im Bus, in der Bahn, aber auch in Vergnügungsmitteln wie Schaukeln, Lufträdern usw. bemerkt werden, sind vielfach beschrieben worden.

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Inhaltsverzeichnis

Reisekrankheit bei Busreisen, Bahnreisen und im Auto

Bei der Bahn und bei Bussen rechnen einige Forscher mit einer Erkrankungshäufigkeit von etwa 4 Prozent. Beim Auto werden Reiseerkrankungs-Beschwerden nicht selten mit der sogenannten Autokrankheit verwechselt, die durch Einatmung von Verbrennungsstoffen des Motors hervorgerufen wird und zweifellos gefährlicher ist.

Die Frage, wie man sich am besten vor einer Reisekrankheit schützen kann, ist schwer zu beantworten. Ein in allen Fällen sicher helfendes Medikament konnte bisher trotz langwieriger Experimente noch nicht gefunden werden. In nicht wenigen Fällen ist eine günstige Wirkung von Meclozin und Vitamin B6 Präparaten beschrieben worden, so dass ein Versuch mit solchen Medikamenten durchaus gerechtfertigt ist. Dennoch können einige dieser Mittel auch unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen, so dass im Fall einer Reise zunächst der Hausarzt diesbezüglich zu konsultieren ist.

Seekrankheit und Reisekrankheit vorbeugen und behandeln

Der Genuss von Kaffee, Alkohol oder Zigaretten vor und während einer Reise wird unterschiedlich bewertet. Man wird wohl kaum einen grundsätzlichen Erfolg damit haben. Aus Untersuchungen wissen wir, dass die Seekrankheit in Rückenlage entweder gar nicht auftritt oder schnell gemindert werden kann. Militärische Untersuchungen haben bestätigt, dass die Seekrankheit in Rückenlage nur selten auftrat.

Ließ man nun aber in Rückenlage den Kopf hängen, wurden fast 70 Prozent der Marinesoldaten seekrank. Bei sitzenden Personen kam es in 60 Prozent zur Seekrankheit. Sowie sie dann aber den Kopf rückwärts beugen, blieb die Seekrankheit aus. Daraus lässt sich schließen, dass wohl die Kopf-, nicht aber die Körperhaltung für die Ausbildung einer Reisekrankheit wichtig ist.

Infolge dieser Begebenheiten könnte durch Rückenlage die Seekrankheit unter Umständen gemindert oder teilweise verhindert werden. Dabei kommt es also auf die Kopf- und nicht auf die Körperhaltung an. Das gleiche gilt für die Luftkrankheit, so dass es sich empfiehlt, die Sitze bei lang andauernden Flügen zur Liege umzustellen.

Selbstbehandlung und Techniken von Reisekrankheiten

Über all diese Maßnahmen hinaus hat es der einzelne – besonders bei Flügen – zu einem großen Teil in der Hand, ob er sie gut übersteht. Einer Gesetzmäßigkeit der Nerventätigkeit folgend, dass jede Erregung eines Hirngebietes durch die stärkere Erregung eines benachbarten Hirnabschnittes gehemmt wird, muss man sich bemühen, selbst – also aktiv – solch ein starkes Erregungsfeld aufzubauen.

Dazu eignet sich die Atmung, zumal sie beinahe gleiche Organe und Nerven beansprucht wie das Erbrechen. Indem wir bewusst und schnell – wenn möglich unter Einbeziehung von Zwerchfell und Bauchmuskulatur – atmen, kann die Erregung des Brechzentrums nicht zustande kommen, und die Flugkrankheit ist verhütet. Bei der Seekrankheit versagt diese Methode deshalb, weil die Fahrt meist so lange dauert, dass ein bewusstes Atmen nicht aufrechterhalten werden kann.

Wie wichtig aber diese auf die Nerventätigkeit bezogene Vorbeugung von Reisekrankheiten ist, zeigt sich daran, dass beim Autofahren der Fahrer selbst praktisch nie, der Beifahrer neben ihm selten, am häufigsten jedoch die hinteren Mitfahrer erkranken.

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