Urothelkarzinom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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Das Urothelkarzinom, das vorwiegend zwischen dem 60. Und 70. Lebensjahr auftritt, ist oftmals die Folge von Nikotinkonsum und/oder übergangenen Harnwegsinfekten sowie Blasenentzündungen. Im Frühstadium sind verschiedene Behandlungsmethoden möglich, während in späteren Stadien der Erfolg auf Heilung gering ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Urothelkarzinom?

Als Urothelkarzinom bezeichnet der Mediziner maligne (bösartige) Tumore, die sich im Bereich des Gewebes der ableitenden Harnwege befinden. Mitunter können die Tumore aber auch als Krebs der Harnleiter, des Nierenbeckens, der Harnröhre oder auch in Form von Blasenkrebs auftreten.

Die Vielzahl der Betroffenen erkrankt zwischen dem 60. sowie 70. Lebensjahr. Etwa fünf Prozent aller Urothelkarzinome befinden sich in den Harnleitern beziehungsweise im Nierenbecken; in den restlichen Fällen bildet sich das Urothelkarzinom jedoch in der Harnblase.

Ursachen

Eine der häufigsten Ursachen ist das Rauchen. Vor allem chronische Schleimhautzellenreizungen in der Blase, die in weiterer Folge Blasenentzündungen auslösen, die nicht vollständig ausgeheilt sind und Blasensteine hervorrufen, können ebenfalls das Urothelkarzinom begünstigen.

Auch Bilharziose (Wurmbefall der Blase, des Darms, der Leber oder der Geschlechtsorgane) kann mitunter das Risiko eines Urothelkarzinom erhöhen. Weitere begünstigende Faktoren sind Haarfärbemittel sowie chemische Substanzen, welche nachweislich krebserregende Stoffe haben.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das erste Anzeichen für Urothelkarzinome ist eine deutlich sichtbare Beimengung von Blut beim Urinieren (sogenannte Hämaturie). Des Weiteren klagt der Betroffene über Probleme beziehungsweise Störungen beim Urinieren. Die Entleerung der Blase ist mit Schmerzen verbunden; oftmals treten Schmerzen auch grundlos im Bereich der Blase auf.

Liegt der Tumor an der Eintrittsstelle der Harnleiter, kann das Karzinom den Urinabfluss derart behindern, dass ein Harnrückstau entsteht. In jenem Fall klagen Patienten über Flankenschmerzen. Das Urothelkarzinom verursacht ähnliche Symptome wie eine Blasenentzündung. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Personen, die derartige Symptome und das 40. Lebensjahr überschritten haben, einen Mediziner aufsuchen, damit ein Urothelkarzinom ausgeschlossen werden kann.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Mediziner überprüft nicht nur die Krankengeschichte des Patienten, sondern versucht mittels gründlicher Unterleibsuntersuchung und Beachtung der Symptome, etwaige Krebsgeschwülste zu finden, welche sich in der Harnblase befinden. Dafür benutzt er den Ultraschall, mit welchem Gewebeveränderungen festgestellt werden können. Mittels Blut- und Urinuntersuchung kann der Mediziner eine Blasenentzündung ausschließen.

Wichtig ist, dass mittels endoskopischen Verfahrens das Innere der Harnblase untersucht wird. Im Rahmen der Untersuchung werden auch Gewebeproben (Biopsie) entnommen, die sodann einen Aufschluss darüber geben sollen, ob tatsächlich ein Urothelkarzinom vorliegt. Hat sich die Verdachtsdiagnose bewahrheitet, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Der Mediziner muss sodann das Ausmaß des Urothelkarzinoms feststellen. Mittels Magnetresonanztomographie oder Computertomographie ist es möglich, dass das Entwicklungsstadium des Tumors bestimmt werden kann.

Der Mediziner teilt das Urothelkarzinom sodann in eine TNM-Klassifikation ein, wobei hier die Größe des Tumors, etwaige Metastasen sowie ein Lymphknotenbefall überprüft und dokumentiert werden. Hat der Tumor schon das tiefe Gewebe befallen, ist die Prognose negativ. In rund 70 Prozent aller Fälle wird das Urothelkarzinom jedoch im frühen Stadium entdeckt, sodass eine vollständige Genesung möglich ist; wird der gesamte Tumor entfernt, genießt der Patient die Möglichkeit, die Krankheit zu überstehen.

Komplikationen

Da es sich beim Urothelkarzinom um eine Krebserkrankung handelt, kann diese im schlimmsten Fall zum Tod des Betroffenen führen. Die weiteren Komplikationen und Beschwerden hängen damit auch sehr stark von der genauen Ausprägung des Tumors ab. Eine allgemeine Voraussage ist aus diesem Grund in der Regel nicht möglich.

Mitunter leiden die Betroffenen an blutigem Urin. Dieses Symptom kann bei einigen Betroffenen auch zu einer Panikattacke führen. Weiterhin ist das Wasserlassen auch mit Schmerzen verbunden. Die Blase selbst kann dabei auch ohne besonderen Grund schmerzen. Die Schmerzen breiten sich dabei häufig bis zu den Flanken aus, sodass die Lebensqualität des Patienten durch das Urothelkarzinom erheblich eingeschränkt wird.

Sollten sich schon Metastasen gebildet haben, ist eine Behandlung des Urothelkarzinoms in der Regel nicht mehr möglich und der Betroffene verstirbt vorzeitig. In einigen Fällen kann der Tumor allerdings durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Komplikationen treten dabei zwar nicht auf, allerdings leiden die Betroffenen weiterhin an Nierenversagen und benötigen eine Spenderniere oder eine Dialyse. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Urothelkarzinom deutlich verringert.

Therapie & Behandlung

Die Behandlung richtet sich vorwiegend nach der Tumorausdehnung. Hat der Tumor bereits die Blasenwand erreicht beziehungsweise sich in das umliegende Gewebe genistet, spricht der Mediziner bereits von einem fortgeschrittenen Stadium. Jedoch ist es möglich, dass Tumore, die sich nur auf der Schleimhaut der Blase ausgebreitet haben, endoskopisch - über die Harnröhre des Patienten - entfernt werden können.

Jene Behandlung wird transurethrale Elektrorsektion (TUR) genannt. Dieses Verfahren findet jedoch nur bei oberflächlichen Tumoren seine Anwendung. Wichtig ist, dass danach eine Spülung der Harnblase stattfindet. Mittels Immun- oder auch Chemotherapeutikum kann so eine Rückbildung des Tumors verhindert werden. Tumore, die bereits direkt in den Muskel der Harnblase eingewachsen sind, müssen mitsamt der Blase entfernt werden.

Der Patient erhält sodann eine künstliche Harnblase, die aus dem Dünndarm sowie der Harnröhre besteht. Mit dieser Variante ist es möglich, dass der Patient geheilt werden kann. Ist es jedoch nicht möglich, dass die Blase entfernt wird beziehungsweise einen dementsprechenden Ersatz zu formen, da es sich um pflegebedürftige Patienten oder Personen mit Nierenversagen oder auch um Patienten handelt, die bereits einen Tumorbefall in der Harnröhre haben, wird der Urin über die Bauchdecke (über ein kurzes Darmstück) direkt in einen Beutel abgesondert.

In wenigen Fällen kann auch eine Teilentfernung der Harnblase zum Erfolg führen. Es gibt auch sogenannte kombinierte Chemo-Radiotherapien. Jedoch wird diese Therapie nur bei ausgewählten Patienten durchgeführt. Handelt es sich um ein metastasiertes Urothelkarzinom, kann der Mediziner - mittels Chemotherapie - die schnell wachsenden Krebszellen vernichten.

Bestrahlungen - also die Radiotherapie - wird im Regelfall nur vor einem chirurgischen Eingriff durchgeführt; mitunter kann die Radiotherapie auch im Rahmen der Nachbehandlung angewandt werden.

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Vorbeugung

Wichtig ist, dass alle Risikofaktoren - wie etwa das Rauchen - aufgegeben werden, wenn ein Urothelkarzinom vorgebeugt werden soll. Vor allem sollten Personen, die durchaus mit krebserregenden Stoffen zu tun haben, auf ihre Schutzmaßnahmen setzen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Wichtig ist, dass Harnsteine und etwaige Harnwegsinfekte konsequent behandelt werden, sodass kein chronischer Krankheitsverlauf entsteht, der nicht nur die Schleimhautzellen provoziert, sondern mitunter auch die Bildung eines Urothelkarzinoms begünstigt.

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Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Hautmann, R.: Urologie. Springer, Berlin Heidelberg 2014

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